Lexikon


ist die Abkürzung für Amplitude pro Stunde und bezeichnet die Anzahl von Hin- und Her-Schwingungen (Halbschwingungen) der Unruh. 7200 A/h entsprechen einer Frequenz von 1 Hertz, das heißt einer kompletten Schwingung von einem Umkehrpunkt zum anderen. Ein üblicher Wert für mechanische Armbanduhrwerke sind 28.800 A/h, entsprechend 4 Hertz.

Abgleichschrauben (auch Regulierschrauben) werden am Unruhreif angebracht. Durch Hinein- bzw. Herausdrehen der Schrauben wird der Außendurchmesser des Unruhreifs geringfügig punktuell verändert. Dadurch ändert sich das Massenträgheitsmoment, was zu einer Beschleunigung oder Verlangsamung der Unruhschwingung führt.

In der Uhrmacherei bezeichnet man jenen Winkel als Amplitude, den die schwingende Unruh zwischen ihren beiden Umkehrpunkten beschreibt. Die bei vielen Uhrwerksbeschreibungen zu findende Schlagzahl (Impulsgabe des Ankers an die Unruh) ist identisch mit der Zahl der Amplituden (Halbschwingung pro Stunde, A/h). Beispiel: Eine Uhr mit der gängigen Schlagzahl 28.800 hat eine Unruh, die in der Stunde 28.800 Halbschwingungen, also 14.400 Schwingungen ausführt.

Moderne Uhrmacherwerkstätten sind mit elektronischen Amplituden-Messgeräten ausgerüstet. Diese zeigen dem Uhrmacher auf einer Skala in Winkelgraden, wie groß die Amplitude (Halbschwingung) der Unruh ist. Die Größe der Amplitude gibt dem Uhrmacher wertvolle Hinweise auf den Zustand eines Uhrwerkes.

Zur feinen Uhrmacherei gehört auch des Brechen von Kanten im 45-Grad-Winkel (Angle – engl., franz. – Winkel) und die Politur der dabei entstehenden Flächen, die stets von gleich bleibender Breite sein müssen.

das Brechen der Kanten eines Klobens, einer Platine oder Brücke eines Uhrwerks mit anschließender Politur der Bruchkante

Doppelter Hebel zur Kraftübertragung vom Räderwerk zur Unruh, dessen Hebesteine (Paletten) aus synthetischem Rubine abwechselnd in das Ankerrad greifen. Dabei gleitet einer der fast eckigen Ankerradzähne an einer der Paletten entlang und drückt den Anker beiseite. Der Anker führt eine kleine Drehbewegung aus, wodurch die Unruh von der gegenüber liegenden Ankergabel einen Impuls erhält und zu schwingen beginnt.

Gabelförmiges Ende des Ankers, mit dem die Unruh über ihren Hebelstein bei jeder Halbschwingung einen neuen Impuls erhält.

Das vollständig aus Stahl hergestellte Ankerrad (auch Hemmrad) ist wegen seiner fast eckig gefrästen Zähne kein Zahnrad im herkömmlichen Sinne. Man spricht daher auch von Kolbenzahnrad. Diese Zahnform hat sich als sehr robust und für die Kraftübertragung auf den Anker als bestens geeignet erwiesen.

Das Härten von Stahlteilen erfolgt, indem man Werkstücke erhitzt, bis sie hellrot glühen, und sie dann schnell abkühlt. Um den anschließend glasharten Stahl einerseits wieder bruchfester zu machen und andererseits weiter bearbeiten zu können, wird das blank geschliffene Stahlteil ‚angelassen‘, also erneut – diesmal langsam – erwärmt. Dabei treten nun, je nach Temperatur, in einer ganz bestimmte Reihenfolge die Anlassfarben von Hellgelb (bei ca. 225 Grad Celsius) über Dunkelgelb, Rotbraun, Purpurrot, Violett, und Dunkelblau auf. Stahl in der Anlassfarbe Dunkelblau wird für hoch belastbare Teile, wie Unruhwellen, Triebe, Funktionsfedern oder Schrauben verwendet, die man auch zur Dekoration des Uhrwerks einsetzt.

vorwärts springend; ein Zeiger springt am Ende seiner Segmentskala nach vorn zum Anfangspunkt.

Die Ar-Trockenhaltetechnik löst ein grundsätzliches Problem mechanischer Uhren: Die Alterung der Öle auf Grund von enthaltener und/oder nachdiffundierender Luftfeuchtigkeit im Inneren der Uhr. Mit Hilfe der drei Elemente der Ar-Trockenhaltetechnik (Trockenkapsel, Schutzgasfüllung und EDR-Dichtungen = extrem diffusionsreduzierend) wird das Uhrwerk in einer nahezu trockenen Atmosphäre gelagert. Alterungsprozesse und Anlaufen des Deckglases bei Kälteschocks werden verhindert, Funktionssicherheit und Ganggenauigkeit bleiben erhalten.

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Armbanduhr mit zusätzlich eingebauter Weckvorrichtung. Bei Mechanikuhren mit aufwendigem, von einer separaten Zugfeder betriebenen Weckerwerk.

Das Hauptaugenmerk gilt bei mechanischen Uhrwerken, wegen der kleinen dort zur Verfügung stehenden Drehmomente, der Reibungsverminderung. Bei Lagern mit Decksteinen (Unruh, selten Anker oder einzelne Räder) werden deshalb die Zapfenenden mit einer Arrondierung (franz. abrunden – arrondir) versehen. Dadurch erreicht man bei flacher Position der Uhr eine sehr polierte Auflagefläche des Zapfens auf dem Deckstein und kann die Reibung in den Unruhlagern erheblich verringern

versorgt das Federhaus oder die Federhäuser mit Energie, indem er die darin befindliche Zugfeder spannt. Man unterscheidet zwischen Handaufzug (durch Drehen der Krone) und Automatik (über ein oszillierendes oder rotierendes Gewicht, das durch die Handgelenkbewegung aktiviert wird).

Energiespeicher des mechanischen Armbanduhrwerks; ist im Innern des Federhauses montiert.

rotierendes Gewicht im automatischen Aufzug; spannt die Aufzugsfeder entweder in eine Drehrichtung oder – durch Zwischenschalten eines sogenannten Wechslers – in beide Drehrichtungen.

automatischer Aufzug; selbstständiges Spannen der Aufzugsfeder durch Bewegung des Handgelenks über ein oszillierendes oder rotierendes Gewicht.

Ursprünglich eine sehr alte Technik des Metallwölbens. In der Uhrentechnik spricht man auch von bombierten Gläsern (die in Wahrheit konkav-konvex sind) und Lagersteinen.Bombierte Uhrsteine aus sind einseitig gewölbt (plankonvex). Sie werden in feinen Uhren als gebohrte Lagersteine für die Ankerwelle, seltener auch für Räderwellen benutzt und haben eine Wölbung zur Werkinnenseite, um die Reibung der Stirnflächen der in ihnen drehenden Wellen zu verringern.

Bei der nach ihrem Erfinder, dem Frankoschweizer Abraham Louis Breguet benannten Unruhspirale wird der letzte Spiralumgang doppelt knieförmig nach oben und anschließend, über die übrigen Spiralwindungen, in Richtung Unruhwelle, gebogen. Breguet erreichte mit seiner genau berechneten Endkurve, dass die Spirale sich nach allen Seiten gleichmäßig ausdehnen (atmen) kann und erzielte so eine stetigere Schwingung der Unruh und eine größere Ganggenauigkeit der Uhr.

Auf zwei Punkten der Grundplatine aufliegende und dort mit Stellstiften und Schrauben fixierte Platte aus Messing oder Neusilber. Die Brücke ist an ihrer Unterseite ausgefräst und trägt die Lagersteine zur Aufnahme der oberen Zapfen der Räder des Uhrwerkes.

Minutenrepetition mit drei verschieden gestimmten Tonfedern (Westminster-Schlag)

Um beschädigte Lagersteine aus Rubin problemlos austauschen zu können, ohne dabei Uhrwerksbohrungen zu verändern, wurden die Steine früher bei hochwertigen Uhren zunächst in Futter aus Bronze oder Gold eingesetzt. Diese Chatons (franz., etwa: gefasster Edelstein). wurden dann mit zwei oder drei Schrauben in den Platinen eines Uhrwerks befestigt. Mit zunehmender Normung bei den Lagersteinen verloren Chatons an Bedeutung und werden heute nur noch zu dekorativen Zwecken verwendet.

Kurzzeitmesser mit rückstellbaren Zählern (nur in Verbindung mit einer Zeitanzeige, sonst «Stoppuhr»)

Besonders genau gehende Uhren, für die nach intensiver Prüfung durch eine amtliche Prüfstelle ein Zertifikat (Gangschein) ausgestellt wird. In der Uhrentechnik wird der Begriff Chronometer heute im Sinne der ‚Internationalen Kommission zur Koordinierung der Arbeit der chronometrischen Observatorien‘ gebraucht, die bereits 1952 folgende Definition erarbeitete: ‚Ein Chronometer ist eine Präzisionsuhr, die in verschiedenen Positionen und bei variierenden Temperaturen reguliert wurde, um zum Erhalt eines offiziellen Gangscheines berechtigt zu sein‘. Diese Anforderungen wurde später auch von der ISO (International Organization for Standardization) übernommen. Die Internationale Norm ISO 3159 unterscheidet zwischen Armbanduhren mit einem Gehäuse-Passdurchmesser von mehr als 20 mm (Kategorie 1) und weniger als 20 mm (Kategorie 2) und gibt das Prüfprogramm vor, wie es heute auch bei der Offiziellen Schweizer Chronometer-Kontrolle ‚COSC‘ (Contr

Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres; offizielle Schweizer Prüfstelle für Chronometer

auch Genfer Streifenschliff; parallel verlaufende Schliffbahnen auf der Oberfläche von Uhrwerkplatinen oder Uhrwerkbrücken.

Kleine Platten aus Messing- oder Stahlblech, die auf der Grundplatine oder den Brücken eines Uhrwerkes verschraubt werden und zur Aufnahme eines Decksteins dienen.

Die aus synthetischem Rubin bestehenden Decksteine dienen zur Begrenzung des Achsenspiels in Längsrichtung. In Uhren treten nur sehr geringe Kräfte auf, die auf dem Weg von der Zugfeder zur Unruh noch stark abnehmen. Deshalb versucht man, die Reibung in den Lagern von Räderwerk und Hemmung soweit wie möglich zu reduzieren. Hierzu verwendet man Decksteine, mit denen das Höhenspiel der Unruh (immer) und der Räder (selten) begrenzt wird. Der Zapfen läuft in einem Lager mit Deckstein bei horizontaler Lage der Uhr nur auf seiner abgerundeten Stirnseite, also mit extrem kleiner Reibungsfläche.

Spezielle Materialpaarungen, die ohne Schmierung reibungslos zusammenarbeiten und so die dauerhafte Ganggenauigkeit des Uhrwerks, insbesondere der Schweizer Ankerhemmung, gewährleisten.

Wo kein Öl, da auch keine Alterung des Öls. Der Ansatzpunkt für diese Idee zielt auf die Schweizer Ankerhemmung. Der Grund dafür liegt in der besonderen Bedeutung, welche dieser Teil des Uhrwerks im Rahmen der Ölalterung hat. Der Bereich der Ankerhemmung ist nämlich erfahrungsgemäß der gangsensibelste Teilmechanismus des Uhrwerks, das heißt, die Schmierungsqualität an dieser Stelle wirkt sich am stärksten auf das Gangverhalten des gesamten Uhrwerks aus.

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Als Teil der Unruh hat die Doppelscheibe (auch Plateau) ihren Sitz auf dem unteren Teil Unruhwelle unter dem Unruhreif. Sie sorgt für die Verbindung zwischen Ankergabel und Unruh. An einem Ende eines kleinen Rohres, das auf die Unruhwelle aufgeschlagen wird, sitzt oben die Hebelscheibe mit dem Hebelstein, über den der Antriebsimpuls vom Anker auf die Unruh übertragen wird. Die am unteren Ende des Röhrchens sitzende Sicherheitsscheibe sorgt dafür, dass der Eingriff von Anker und Unruh erhalten bleibt, wenn diese den Ergänzungsbogen ausführt.

Armbandschließe mit schwenkbarem Stift und Löchern im freien Band-Ende.

skalierter oder mit Markierung versehener Ring um das Deckglas der Uhr mit Bezug zur Zeigerstellung, seltener zur mechanischen Betätigung oder Auslösung einer Funktion

Spezialität des Glashütter Uhrenbaus ist die Räderwerks-‚Brücke,‘ die etwa drei Viertel der Grundplatine bedeckt. Vorteil der Dreiviertelplatine gegenüber üblichen Brückenwerken ist die größere Stabilität, Nachteil die etwas schwierigere Montage.

Taster am Gehäuse zur Bedienung einer Schaltung im Innern des Uhrwerks.

Rohwerk, meist ohne Zugfeder und Unruh. Die meisten Uhrenfabriken stellen selbst keine Uhrwerke her, sondern kaufen Rohwerke, die in speziellen Fabriken produziert werden.Diese Werke werden dann, je nach den Qualitätsvorstellungen der einzelnen Uhrenfirmen, nachgearbeitet, verfeinert und mit den fehlenden Teilen ausgestattet.In den letzten Jahren sind die Ebauche-Fabriken dazu übergegangen, komplette Uhrwerke zu liefern, die zum Teil schon nach den Wünschen der Uhrenmarken hergerichtet werden.

Vom Eingriff spricht man in der Uhrentechnik einerseits im Hinblick auf das Zusammenspiel von zwei Zahnrädern, in der Uhr zumeist von Rad und Trieb. Andererseits spricht man mit Blick auf Ankerrad und Anker von Eingriff und schließlich wird auch die Wechselwirkung von Anker und Unruh so bezeichnet.

Drehbarer Ring am Außenrand eines Armbanduhr-Gehäuses. Manchmal wird der Einstellring auch unterhalb des Glases angebracht und ist dann über eine zweite Krone zu betätigen. Einstellringe können sowohl für unterschiedliche Messungen und Anzeigen, wie Weltzeit oder zusätzliche Uhrzeit genutzt werden, als auch mit Tachymeter- oder Telemeterskalen ausgestattet werden.

hochwertiges Zifferblatt, das in einem aufwendigen Verfahren durch aufgeschmolzenes Emaille-Pulver (im Gegensatz zur üblichen Lackierung oder – seltener – galvanischer Behandlung) gefärbt wurde.

Uhr mit beweglicher Darstellung erotischer Szenen, die vom Uhrwerk gesteuert werden können. Antike erotische Uhren hatten meist kunstvoll gefertigte Emailgehäuse, die beweglichen Bilder waren häufig unter geheimen Gehäusedeckeln verborgen.

Kalenderfunktion mit automatischer Berücksichtigung der unterschiedlichen Monatslängen und der Schaltjahre, mechanisch «programmiert» bis zum Jahr 2100, der nächsten Unregelmäßigkeit im Gregorianischen Kalendersystem

unverlierbare Armbandschließe mit zwei- oder dreischenkligem Scharnier.

Energiespeicher des mechanischen Armbanduhrwerks; in seinem Innern ist die Aufzugsfeder montiert. Zugfedern von Armband- und Taschenuhren werden nicht offen im Uhrwerk verwendet, sondern sind spiralförmig im Federhaus, einer Trommel von geringer Höhe und großem Durchmesser eingewunden. Das Federhaus trägt an seinem Außenrand einen umlaufenden Zahnkranz, mit dem das kräftigste Zahnrad im Räderwerk antreibt.

Brücke als oberes Lager der Federwelle (Federkern) sowie zur Aufnahme des Kronrades. Auf der Federwelle sitzt das Sperr-Rad, dass zusammen mit der ebenfalls auf der Federhausbrücke befestigten Sperrklinke (Sperrkegel) das Spannen der Zugfeder erst ermöglicht.

Der Antrieb einer mechanischen Uhr basiert auf dem Bestreben eines in einer Trommel (Federhaus) durch spiralförmiges Aufwinden unter Vorspannung gesetzten Metallstreifens (Zugfeder), seine ursprüngliche Form wieder anzunehmen. Um die Spannung zu erzeugen, müssen beide Enden des Metallstreifens fixiert werden. Bei einem Uhrwerk mit Handaufzug ermöglicht ein Haken an der Innenwand des Federhauses, die Zugfeder beim Aufziehen so eng wie möglich um den Federkern (Federwelle) zu winden, ohne dass das äußere Federende ständig nachrutscht. Bei alten Uhren nutzte man dazu tatsächlich einen Haken, der aus der Federhauswandung ausgestanzt und nach innen gebogen wurde. Bei heutigen Uhrwerken wird stattdessen die Federhauswand mit einer stufenförmigen Ausfräsung versehen, in die der Endhaken der Zugfeder einrasten kann

Der Federkern (auch Federwelle) dient dazu, mit seinem Haken die Zugfeder im Federhaus einer Uhr aufzuwinden sowie zur Lagerung des Federhauses. Er besteht aus hoch glänzend poliertem, gehärtetem Stahl und hat an einem Ende einen Vierkant und ein Innengewinde zur Aufnahme und Befestigung des Sperrrades und seiner Schraube, das die Verbindung zur Aufzugspartie der Uhr bildet. Beim Aufziehen des Uhrwerks dreht sich der Federkern zwischen der Grundplatine und der Federhausbrücke, beim Ablauf der Uhr hingegen dreht sich das Federhaus auf dem Federkern und treibt das Räderwerk an.

Genauer: Feinregulier-Vorrichtung. Präzisionsuhren sind mit speziellen Vorrichtungen zur besonders genauen Regulierung ausgestattet. Bei Kleinuhren geschieht die Feinregulierung entweder mit Hilfe von Abgleichschrauben, mit denen die Trägheit der Unruh verändert wird, oder mit dem Spiralschlüssel. Der mit diesem zusammenwirkende Rückerzeiger wird so konstruiert, dass man mit ihm den Spiralschlüssel in möglichst kleinen Schritten verschieben kann.Dazu nutzt man zum Beispiel einen besonders langen Rückerzeiger, eine Schwanenhals-Regulier-Vorrichtung oder einen Rücker, der mit einem indirekten Hebel, einem Exzenter oder einer Schraube verstellt werden kann.

digitale Anzeige durch eine drehbare Scheibe unter einer Aussparung im Zifferblatt.

einseitig (d. h. «fliegend») gelagertes Drehgestell.

‚Flyback‘ ist der englische Ausdruck für eine auch unter den Bezeichnungen ‚Retour-en-Vol‘, ‚Rückstellung im Fluge‘ oder ‚Permanente Rückstellung‘ bekannte Chronographen-Funktion. Sie erlaubt, bei laufendem Chronographen-Mechanismus, mit nur einer Betätigung des unteren (Rückstellungs-) Drückers, die Zeiger auf Null springen und augenblicklich zu einem neuen Messvorgang wieder laufen zu lassen.

Alle Uhrwerke, die nicht rund sind, werden in der Uhrmacherei als Formwerke bezeichnet.

Jede Abweichung einer Uhr, sei es ein Vor- oder Nachgehen, nennt man ‚Gang‘,

Von Gangabweichung spricht man, wenn beispielsweise eine Uhr von vorgestern auf gestern 20 Sekunden vorgegangen ist und von gestern auf heute nur 14 Sekunden.Der ‚Gang‘, also die Differenz zur genauen Uhrzeit, beträgt dann einmal 20 und einmal 14 Sekunden. Die Gangabweichung ist also der Unterschied zwischen den beiden Gängen von 14 und 20 Sekunden, also 6 Sekunden.Während man den Gang einer Uhr durch Regulierung sehr gut reduzieren kann (je nach Qualität der Uhr), ist die Beseitigung von Gangabweichungen ungleich schwerer. Diese hängen nämlich zu einem großen Teil von Faktoren ab, auf die der Uhrmacher keinen Einfluss nehmen kann, wie zum Beispiel von schwankenden Temperaturen oder den Tragegewohnheiten des Besitzers.

Die Zeit, die eine Uhr vom Vollaufzug der Zugfeder bis zu deren völligem Entspannen läuft, bezeichnet man als Gangdauer (auch Gangreserve).

Zusatzvorrichtung (auch ‚Auf-und-Ab-Werk‘ oder ‚Réserve de Marche‘), die mittels Skala und Zeiger auf dem Zifferblatt einer Uhr die Spannung der Zugfeder oder die noch verbleibende Gangdauer der Uhr bis zur völligen Entspannung der Zugfeder anzeigt

Amtliche Dokumentation verschiedener Gänge über einen definierten Zeitraum.

auch Genfer Siegel oder Poinçon de Genève; traditionsreiches Qualitätssiegel der Genfer Uhrmacher für hochwertige Machart und präzise Gangwerte; wird nur an komplett im Kanton Genf gefertigte, montierte und regulierte Uhrwerke verliehen.

Gleichgültig, ob man es mit einer Automatik oder einer Handaufzuguhr zu tun hat, wird die Zugfeder stets langsam und in kleinen Schritten aufgezogen. Von der ersten Drehung der Aufzugkrone oder des Automatikrotors an, gerät die Zugfeder unter Spannung und muss am Zurückschnellen gehindert werden. Diese Aufgabe übernimmt das aus Sperrrad, Sperrklinke und Sperrfeder bestehende Gesperr.

Greenwich Mean Time – Mittlere Greenwich-Zeit.Im Jahre 1875 erfolgte die Einteilung der Erde in 24 Zeitzonen. Von einer Zeitzone zur nächsten ergab sich so ein Zeitunterschied von einer Stunde und zwar von Westen nach Osten zunehmend und bezogen auf den Null-Meridian. Dessen Verlauf wurde 1911 auf den Londoner Stadtteil Greenwich festgelegt. Die Zeitanzeigen überall auf der Erde erfolgten deshalb bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts immer bezogen auf GMT. Uhren mit der Möglichkeit mehrere Zonenzeiten anzuzeigen werden deshalb auch heute noch unter der nicht mehr ganz korrekten Bezeichnung ‚GMT-Uhren‘ verkauft

auch Großes Läutwerk; selbsttätige akustische Anzeige der seit Mittag oder Mitternacht verstrichenen Stunden und Viertelstunden

aus zwei nebeneinander oder übereinander angeordneten Datumsscheiben gebildete Datums-Fensteranzeige, die größer ausfällt als ein einzelner Ziffernring (1–31) vom Durchmesser des Uhrwerks.

Als massive Platte aus Messing oder Neusilber stellt die Grundplatine (auch Werkplatte oder Grundplatte) die Basis jedes Uhrwerkes dar und dient zur Aufnahme der Brücken und Kloben des Werkgestells.

halb automatische Gravur einer Oberfläche durch gerade oder gekrümmte, parallel verlaufende Rillen, die sich mit anderen Rillen schneiden und dadurch grafische Muster erzeugen.

einzeln gezählte Hin- und Her-Schwingungen der Unruh, Maßeinheit A/h (Amplituden pro Stunde).

manuelles Spannen der Aufzugsfeder über die Aufzugskrone oder eine andere Vorrichtung außerhalb des Uhrwerks

In der französischsprachigen Uhrenindustrie verwendeter Begriff für Spitzenprodukte (‚Hohe Uhrmacherei‘).

Fläche an der Palette eines Ankers, auf der der Ankerradzahn während der Hebung entlang gleitet.

Oberer Teil der Doppelscheibe (Plateau) einer Unruh zur Aufnahme des Hebelsteins (Ellipse).

Der Hebelstein (Ellipse) stellt die Verbindung zwischen Hemmung (Anker, Ankergabel) und der Unruh her. Der Hebelstein steht bei entspannter Uhr in der Mitte der Ankergabel. Wird die Uhr aufgezogen, rutscht ein Ankerradzahn über eine Hebefläche des Ankers und drückt diesen zur Seite. Daraufhin drückt die Ankergabel gegen den Hebelstein. Dieser (und mit ihm Doppelscheibe und Unruh) wird aus der Ruheposition gebracht und die Unruh beginnt zu schwingen

Kraftübertragung vom Ankerrad auf den Anker und damit auf das Schwingsystem (Pendel oder Unruh). Gemeint ist damit das Entlanggleiten eines Ankerradzahnes auf der Hebefläche des Ankers (Stirnseite der Ankerpaletten). Dadurch wird der Anker aus seiner Ruheposition gelenkt (‚gehoben‘) und verwandelt dabei die Drehbewegung des Räderwerkes in eine Pendelbewegung des Schwingsystems.

Damit das Federhaus die in der gespannten Feder gespeicherte Energie nicht schlagartig entweichen lässt, wird die Drehbewegung des Räderwerks durch Anker und Ankerrad «gehemmt» und in kleine Schritte portioniert. Das Ankerrad wird durch den Anker gebremst (gehemmt). Dieser greift wie eine Klaue zwischen die speziell gefrästen Ankerradzähne. Daraufhin schiebt sich immer ein Zahn an einem der Hebesteine (Paletten) des Ankers vorbei und drückt diesen dabei zur Seite. Der Anker überträgt diese Bewegung auf die Unruh, die zu schwingen beginnt. Gleichzeitig wird ein Ankerradzahn freigegeben. Beim Rückschwingen drückt die Unruh mit ihrem Hebelstein (nicht zu verwechseln mit Hebestein) den Anker in entgegen gesetzter Richtung, und an der zweiten Palette des Ankers wiederholt sich der Vorgang in umgekehrter Richtung.

Schwingungszahl der Unruh, gemessen von einem Umkehrpunkt zum anderen, Maßeinheit Hz (1/min); deshalb halb so hoch wie die im Uhren-Jargon gebräuchlicheren Halbschwingungen (A/h). 1 Hz entspricht daher nicht 3600, sondern 7200 A/h.

Teil des Chronographen (auch Blockier- oder Nullstellhebel), das dazu dient, die Chronographenräder nach dem Stoppvorgang in ihre Nullposition zu bringen.Nach Beendigung eines Stoppvorganges wird durch Druck auf einen der Gehäusedrücker (meist jenen bei ‚4‘) der Herzhebel betätigt und von einer kräftigen Schaltfeder in Richtung der Wellen der beiden Räder geschleudert. Die abgeschrägten Enden des doppelarmigen Herzhebels treffen dabei auf zwei herzförmige Kurvenscheiben, kurz ‚Herz‘ genannt. Diese gleiten daraufhin schlagartig am Herzhebel entlang. Diese Drehung endet ebenso ruckartig, wenn die leicht abgeflachte ‚obere Herzseite‘ parallel zu den Schaltflanken des Herzhebels zum Stehen kommt. Die Chronographenzeiger springen bei diesem Vorgang ‚auf Null‘ und bleiben dort stehen, weil der Herzhebel an den Kurvenscheiben des Minuten- und Sekundenzählrads anliegt und die Räder so bis zur nächsten Auslösung des Chronographen blockiert.

Die Herzscheibe ist ein Teil des Schaltmechanismus

per Definition ein Uhrwerk mit besonders schnell schwingender Unruh; praktisch alles jenseits der 28.800 A/h (4 Hz).

Kalenderfunktion mit automatischer Berücksichtigung der unterschiedlichen Monatslängen im Verlauf eines Jahres; erfordert manuellen Korrektur-Eingriff Ende Februar.

Typ oder Bauart eines Uhrwerks; die Deklination einer Kaliberbezeichnung gibt mitunter Aufschluss über Ableitungen, Varianten oder Weiterentwicklungen.

außermittig (exzentrisch, dezentriert) angeordneter kurzer Sekundenzeiger mit eigener Skala

Im Gegensatz zur Brücke liegt der Kloben auf der Grundplatine nur einseitig auf und ist nur mit einer Schraube befestigt. Die Funktion eines Klobens entspricht dem der einer Brücke.

Bildet die Verbindung zwischen den Aufzugrädern und dem Sperr-Rad, mit dem die Zugfeder gespannt wird. Das Kronrad ist ein Ritzel, das sich auf dem Kronradring dreht, der seinerseits auf einem Stutzen der Federhausbrücke sitzt. Beide Teile werden durch die Kronradschraube gehalten, die ein Linksgewinde hat, um ein unbeabsichtigtes Lösen während des Aufzugvorgangs zu verhindern.

Die Verbindung zwischen den permanent drehenden Rädern des Uhrwerks und dem nur temporär in Bewegung befindlichen Chronographen-Mechanismus wird im klassischen Chronographenwerk durch den schwenkbaren Kupplungshebel (Kupplung) hergestellt. Das dazu notwendige Chronographen-Kupplungsrad, das über ein auf der Sekundenradwelle sitzendes Übvertragungsrad die Verbindung zwischen dem Gehwerk auf der einen und dem Chronographen-Mechanismus auf der anderen Seite herstellt, sitzt auf dem Kupplungshebel und überträgt die Kraft des Uhrwerkes auf den Chronographen.

Armband- und Taschenuhren zeigen meistens in verschiedenen Lagen unterschiedliches Gangverhalten. Ursachen können die größere Reibung in den Unruhlagern bei vertikaler Position der Uhr, aber auch eine Unwucht des Unruhreifens oder Fehler der Unruhspirale sein. Die dadurch entstehenden Ungenauigkeiten der Uhr bezeichnet man als Lagenfehler.

extrem harte und glatte mineralische Buchsen, üblicherweise aus synthetischem Rubin, in denen sich die zahlreichen Räder eines Uhrwerks drehen. Die Zapfen der Räder sind poliert und gehärtet, sodass möglichst wenig Reibung entsteht. Je leichter sich die Räder drehen, desto länger reicht die in der Aufzugsfeder gespeicherte Kraft.

Als Lépine (nach dem französischen Hofuhrmacher Jean Antoine Lépine, 1720-1814) bezeichnet man ‚offene‘ Taschenuhren ohne Sprungdeckel, deren Zifferblatt also ständig sichtbar ist. Der Lépine-Taschenuhr liegt aber auch eine andere Werkkonstruktion zugrunde, da bei ihr die Krone gegenüber der kleinen Sekundenanzeige (bei ’12‘) sitzt. Sprungdeckeluhren haben dagegen ‚Armbanduhr-Einteilung‘ des Zifferblattes mit der Krone bei ‚3‘.

Die veraltete Maßeinheit ‚Linie‘ (

auch Glasreif; Gehäusering um das Deckglas der Armbanduhr, fest verschraubt oder drehbar ausgeführt

Aufzugsrotor mit einem Durchmesser kleiner als der Werkdurchmesser; Schwungmasse ist ganz oder teilweise in das Uhrwerk integriert.

technisch höchst aufwendige akustische Zeitanzeige; durch das Betätigen eines Schiebers oder Drückers am Uhrgehäuse wird ein Federmechanismus gespannt, der kleine Hämmerchen gegen Tonfedern schlagen lässt: mit tiefem Klang für die seit Mittag (oder Mitternacht) vergangenen Stunden, mit einem Zwei- oder Dreiklang für die Viertelstunden und mit glockenhellem Klang für die verbleibenden Minuten bis zur aktuellen Uhrzeit. Wie spät es ist, erfährt der Mechanismus von einem System aus Tastfingern und Hebeln, die ihre Informationen direkt aus dem Uhrwerk beziehen und an das Schlagwerk weitergeben.

Damit die Zeiger einer Uhr vom Werk fortbewegt werden können, zugleich aber separat einstellbar sind, muss man zwischen dem Uhrwerk und den Rädern des Zeigerwerkes eine Rutschkupplung installieren. Sie besteht aus dem Minutenrohr (auch Minutentrieb, Vierteltrieb, Minutentrieb), einem feinen Rohr aus Stahl, das mit Klemmsitz auf die Welle des Minutenrades gesteckt wird (klassische Bauweise), oder mit einer Nute im Messingkranz des Minutenrades einrastet (moderne Bauweise). Daneben trägt das Minutenrohr auch den Minutenzeiger und hat am unteren Ende einen Zahnkranz, mit dem – über ein Zwischenrad (Wechselrad) – das Stundenrad angetrieben wird, auf dem der Stundenzeiger sitzt.

In der Uhrentechnik orientiert man sich am sinodischen Mondmonat, der Zeit von Neumond zu Neumond. Sie beträgt etwas mehr als 291/2, Tage (29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,9 Sekunden).

beliebte Anzeige, die sich aus dem Kalenderwerk einer mechanischen Uhr auskoppeln lässt. Einfache Systeme müssen nach einigen Monaten nachjustiert werden, weil ein Mondzyklus relativ «ungerade» ist (29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,9 Sekunden); sogenannte «astronomische» Mondphasen müssen erst nach über 100 Jahren um einen Tag korrigiert werden, sind aber technisch aufwendiger und teurer.

Weil in Kleinuhren naturgemäß nur sehr geringe Antriebskräfte vorhanden sind, versucht man, den Reibungsverlust in Lagern der Räder so gering wie möglich zu halten. Deshalb sind die Lagersteine bei hochwertigen Uhren nicht einfach zylindrisch gebohrt, sondern mit einer ‚taillierten‘, im Querschnitt also bikonkaven Bohrung versehen, die zum Zapfen des Rades hin gewölbt ist. Auf diese Weise wird die Reibungsfläche stark verkleinert. Diese Bearbeitung der Lagersteine, die zugleich scharfe Kanten am Rand der Lagerbohrung beseitigt, nennt man Olivierung.

Geschliffene, für die Übertragung der Kraft vom Räderwerk auf die Hemmung genutzte eckige synthetische Rubine im Anker, deren Stirnseiten in einem genau vorgeschriebenen Winkel abgeschrägt sind und so die Hebeflächen bilden.

Muster von zahlreichen kleinen, runden Schleifpunkten auf einer Platinen- oder Brückenoberfläche, überlappend dicht an dicht gesetzt

Im Gegensatz zur Grande Sonnerie schlägt das «Kleine Läutwerk» einer Repetitionsuhr nur die vollen Stunden automatisch.

Abbild des Himmelszelts über einem bestimmten Ort auf der Erde

Plattform eines Uhrwerks, die den Durchmesser eines Uhrwerks und das Arrangement der beweglichen Bestandteile festlegt

Qualitätszertifikat der Uhrenhersteller aus dem Val-de-Travers zur Attestierung der Funktionssicherheit und feinen Machart

Das Räderwerk einer mechanischen Uhr dient der Übertragung der Zugfeder-Energie auf die Hemmung (wobei sich diese Kraft wegen ständiger Drehzahlerhöhung innerhalb des Uhrwerks auf einen Bruchteil reduziert). Außerdem sorgt das Räderwerk, über das zentrale, heute häufig auch dezentral angeordnete Minutenrad (Großbodenrad) über das Minutenrohr für die Bewegung des Zeigerwerkes, das die Zeiger einer Uhr trägt.

Als Pendant zur Grundplatine, in der die unteren Lagersteine des Räderwerks sitzen, dient die Räderwerksbrücke als oberer Teil des Werkgestells einer Uhr.

Für keine Uhrenart gibt es wohl mehr unterschiedliche Bezeichnungen wie für den Rattrapante-, Schleppzeiger-, Einholzeiger- oder nur Doppel-Chronograph. ‚Doppelt‘ ist bei diesen Uhren der Chronographen-Sekundenzeiger, der sich in der Mitte des Zifferblattes dreht. Die ‚Doppel- Zeiger laufen nach dem Einschalten des Stoppuhrmechanismus

Mit der Regulierung versucht der Uhrmacher eine Uhr so einzustellen, dass ihr ‚Mittlerer Täglicher Gang‘ (die aus den unterschiedlichsten Gründen entstehende Abweichung von absoluter Genauigkeit) möglichst klein ist. Man spricht auch von Feinstellung oder Feinregulierung.

schräger Höhenring zwischen der Zifferblattoberfläche und der Innenseite des Deckglases, oft mit Minuterie oder einer speziellen Skalierung versehen

Mechanismus zur akustischen Zeitanzeige, siehe Minutenrepetition

Uhr mit Repetitions-Schlagwerk (lat. reptitio – Wiederholung), die auf Anfrage/Auslösung die Schläge für die abgelaufenen Stunden und Viertelstunden oder, bei Minuten-Repetitionsuhren, zusätzlich die Anzahl der seit dem letzten vollendeten Viertel vergangenen Minuten schlägt, also die Zeigeranzeige akustisch wiederholt.

auch Rückstellung im Flug; siehe Flyback-Schaltung.

rückspringend; ein Zeiger springt am Ende seiner Segmentskala zurück zum Anfangspunkt.

Der Rücker besteht aus einem an einer Seite aufgeschnittenen Ring aus Stahl, der drehbar auf dem Unruhkloben sitzt. Er bildet, zusammen mit dem Spiralschlüssel, die Reguliervorrichtung bei Uhrwerken mit Unruh. Dem Einschnitt gegenüber sitzt, wie ein Pfannenstiel, ein kleiner Ausleger, der eigentliche Rücker. Er trägt den Spiralschlüssel, mit dem die wirksame Länge der Unruh-Spirale verändert und so der Gang der Uhr beeinflusst werden kann.

An der dem Spiralschlüssel gegenüberliegenden Seite des Rückers (selten im Rechten Winkel dazu) ist bei manchen Uhrwerken ein zeigerförmiger Hebel angebracht, dessen Spitze auf eine Skala auf dem Unruhkloben weist. Manchmal sind auch an den Enden der Skala entweder Plus- und Minuszeichen, die Buchstaben ‚A‘ und ‚R‘ (für avancer und retarder, franz. vorgehen/ nachgehen) oder ‚S‘ und ‚F‘ (für slow und fast, engl schnell/ langsam) eingeprägt. Diese Zeichen helfen dem Uhrmacher, schnell zu erkennen, in welche Richtung er den Rückerzeiger und damit den Rücker verstellen muss, um die Uhr zu regulieren. Der eigentliche Sinn des Rückerzeigers besteht darin, dem Uhrmacher die Reglage, also das Verstellen des Rückers mit dem Spiralschlüssel, in kleinen Schritten zu ermöglichen (dem Gesetz des zweiarmigen Hebels folgend – große Bewegung am langen Hebelarm erzeugt kleine Bewegung am kurzen). Feine Uhren verfügen über eine seitlich eingesetzte Mikrometerschraube, mit der bereits der Rückerzeiger in kleinsten Schritten bewegt werden kann und dadurch der Rücker seine Position fast unmerklich verändert.

Besonders kratzfestes Uhrglas aus synthetischem Saphir.

Streifenschliff, der an fein gewebten Satin erinnert.

Beim klassischen Taschenuhrwerk liegen Aufzugwelle (Krone), Zeigerwelle (Werkmitte) und kleine Sekundeanzeige auf der Achse ‚6‘/’12‘. Beim typischen Savonnette-Werk sind sie hingegen um 90 Grad versetzt angeordnet. Krone und Sekundenanzeige bilden also, wie bei der Armbanduhr, einen Rechten Winkel. Grund: Zur Betätigung des in der Krone sitzenden Knopfes für den Klappdeckel muss die Uhr sicher in der Hand liegen und der geöffnete Deckel darf nicht den Blick auf das Zifferblatt versperren.

Nach der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 wird alle vier Jahre ein zusätzlicher Tag – ein 29. Februar – eingeschoben, um die Differenz zwischen den 365 Tagen unseres Kalenderjahres und den ungefähr 365 ¼ Umdrehungen der Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne (weitgehend) auszugleichen. Uhren mit ewigem Kalender berücksichtigen diesen Schalttag automatisch.

Da die Zugfeder bei einer automatischen Uhr ständig auf gezogen wird, haben die Zugfedern dieser Uhren keinen Endhaken zur Befestigung im Federhaus. Man verwendet stattdessen besondere Zugfedern, die bei Vollaufzug langsam im Federhaus nachrutschen.

Wie im Französischen nennt man diese Spielart des Kurzzeitmessers auch Chronographe à Rattrapante, also «Einhol-Chronograph». Im Englischen ist die Bezeichnung Split Seconds Chronograph geläufig. Er verfügt über zwei deckungsgleich übereinanderliegende Sekundenzeiger, von denen sich einer unabhängig vom anderen anhalten und blockieren lässt, und zwar so lange, bis man ihn auf einen erneuten Knopfdruck wieder loslässt. Nun vollzieht sich im Bruchteil einer Sekunde ein faszinierendes Schauspiel: Der angehaltene Zeiger springt dem inzwischen vorausgeeilten «Kollegen» hinterher und schmiegt sich wieder eng an denselben.

Unruhreif mit Regulier- und Masseschrauben aus Gold zur Vergrößerung der Massenträgheit

Einer Stahlfeder, deren Form einem geschwungenen Schwanenhals ähnelt, verdankt dieses Bauteil seinen Namen. Die Feder wird auf dem Unruhkloben verschraubt und drückt gegen den Rückerzeiger. Dieser liegt auf der anderen Seite gegen eine seitlich eingesetzte Schraube mit Feingewinde an, mit deren Hilfe der Rückerzeiger in sehr kleinen Schritten bewegt werden kann.

Geschwindigkeit, mit der die Unruh hin und her schwingt; siehe auch A/h, Halbschwingungen und Hertz

Das Automatikgetriebe einer Uhr mit Selbstaufzug erhält seine kinetische Energie durch den Rotor, der sich üblicherweise an der Werkrückseite dreht, sobald das Uhrwerk vertikal oder in Schräglagen bewegt wird. Der übliche Aufzugrotor besteht aus einer zumeist als Kreisausschnitt von 180 Grad gearbeiteten Platte aus Messing (selten Gold oder Platin), deren Schwerpunkt so weit wie möglich zum Außenrand versetzt liegt. Heutige Automatikrotoren tragen dort ein Schwermetallgewicht, dessen Masse die Drehung des Rotors auch bei kleinen Bewegungen der Uhr gewährleistet und zugleich das Drehmoment des Rotors erhöht. Bei feinen Uhren ist die Schwungmasse häufig mit winzigen Schräubchen am Rotor befestigt und besteht aus Gold oder Platin.

das Aussägen von Uhrwerk-Gestellteilen zur Erzeugung optischer Transparenz des Uhrwerks

An ein Feuerrad erinnernder Schliff auf Rädern der Aufzugpartie.

Das Sperr-Rad sitzt auf einem Vierkant des Federkerns (Federwelle) und dreht diesen, wenn es selbst beim Aufziehen der Uhr bewegt wird. Dabei wird die Zugfeder gespannt. Um eine günstige Hebelwirkung zu erreichen, hat das Sperr-Rad stets einen großen Durchmesser.

Die mit der Sperrklinkenschraube gesicherte Sperrklinke ist ein Teil des Gesperrs, mit dem das Aufziehen einer mechanischen Uhr erst ermöglicht wird. Die Sperrklinke hat die Aufgabe, die während des Aufzugvorgangs vom Sperrrad der Zugfeder zugeführte Spannung, bis hin zum Vollaufzug, schrittweise ‚zu speichern‘. Dazu wird sie von einer Feder (Sperrfeder) gegen das Sperr-Rad gedrückt, zwischen dessen Zähnen sie unablässig einrastet und eine Rückwärtsdrehung des Sperrrades (Entspannen der Zugfeder) verhindert.

haarfeine Rückholfeder zur Aufrechterhaltung der Unruh-Schwingung und dadurch wichtiges Antriebsteil der sogenannten Hemmung

Die Bezeichnung Spiralklötzchen ist für die Befestigungs-Vorrichtung für das äußere Ende der Unruhspiralfeder eigentlich irreführend, denn das Bauteil hat heute entweder die Form eines Zylinders oder ist (bei feinen Uhren) dreieckig. Die Dreiecksform wurde gewählt, um ein ungewolltes Verdrehen des Spiralklötzchens bei der Befestigung im Spiralklötzchenträger zu verhindern. Das Spiralklötzchen wird mit seinem oberen Ende am Unruhkloben oder dem heute gebräuchlichen beweglichen Träger verschraubt. Am unteren Ende befindet sich eine feine Querbohrung, in die das Ende der Spiralfeder gesteckt und mit einem konischen Stift verkeilt oder verklebt wird.

Sie dient zur Befestigung des Spiralklötzchens im Unruhkloben oder dem beweglichen Spiralklötzchenträger. Bei besonders hochwertigen Uhrwerken wird das mit einer Nute versehene Spiralklötzchen in einen Schlitz am Spiralklötzchenträger) geschoben und dann von oben mit einer polierten, von zwei Schrauben gehaltenen Platte fixiert.

Der technisch korrekte Sitz der Spiralrolle und damit der Spiralfeder auf der Unruhwelle, der für die Stellung von Unruh und Anker zueinander entscheidend ist, wurde früher durch Drehen der Spiralrolle auf der Unruhwelle – also am inneren Spiralende – hergestellt. Moderne Uhrwerke haben dafür einen beweglichen Spiralklötzchenträger. Er besteht aus einem Klemmring, an dem der eigentliche Klötzchenträger sitzt. Der Klemmring ist auf dem Unruhkloben drehbar. Deshalb wird nun nicht mehr die Spiralrolle gedreht, sondern das äußere Ende der Spirale durch Drehen des Spiralklötzchenträgers verschoben dies hat die gleicher Wirkung, ist aber wesentlich einfacher in der Handhabung.

Ring, meistens aus Messing, der mit leichtem Klemmsitz auf der Unruhwelle befestigt wird und zur Befestigung des inneren Endes der Spiralfeder dient. Die Spiralrolle in traditioneller Machart ist seitlich geschlitzt, um einen besseren Klemmsitz auf der Unruhwelle zu erreichen und besser auf dieser verdreht werden zu können. Das Ende der Spirale wird in der Spiralrolle verstiftet (heute auch häufig verklebt oder lasergeschweißt).

Teil der Regulier-Vorrichtung, sitzt am Rücker, der seinerseits meistens mit dem Rückerzeiger betätigt wird. Der Spiralschlüssel besteht entweder aus zwei feinen Messingstiften, die im Rücker vernietet sind, oder aus einem Stift und einer Art Verschlussvorrichtung, die mit einem Schraubendreher geöffnet werden kann. Im Spiralschlüssel verläuft, mit sehr wenig Spiel, die Unruhspirale, deren wirksame Länge kann durch Verschieben des Rückers mit dem daran befestigten Spiralschlüssel verändert werden.

Moderne Produktionsmethoden wie LIGA (Lithogalvanische Abformung) ermöglichen die Herstellung komplexer und freier Formen ohne spanabhebende Bearbeitung. Maurice Lacroix macht sich diese Möglichkeit zunutze und setzt als Übertragungsräder zum sichtbaren Antrieb der Kleinen Sekunde ein dreiblättriges «Kleeblatt» und ein quadratisches Rad («Square Wheel») ein. Obwohl es auf den ersten Blick unmöglich erscheint, wälzen sich die beiden ausgefallenen Formen spielfrei aneinander ab und erfüllen ihren Zweck als Übertragungsräder.

 

Maurice Lacroix Masterpiece Square Wheel

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federbelastete Lagerung der feinen Unruhzapfen, die bei einem starken Stoß seitlich ausweicht und dadurch die Lagerzapfen vor Bruch bewahrt

Spielart der Repetitionsuhr, die zu jeder vollen Stunde automatisch ein kurzes Tonsignal anschlägt

Bei Uhren mit Schlagwerk wird die Zahl der Schläge durch die Stundenstaffel bestimmt. Die Stundenstaffel ist eine Stufenscheibe, die auf dem Stundenrad (das den Stundezeiger trägt) oder einem gesonderten Rad sitzt, welches vom Zeigerwerk geschaltet wird. Die Steuerung des Schlagwerkes erfolgt mit einem Hebel (Rechen), der mit einem Ende auf die Stundenstaffel fällt. Bei 12 Uhr fällt er auf die niedrigste Stufe und muss während des Schlagvorgangs vom Schlagwerk schrittweise wieder angehoben werden. Die Anzahl der nötigen ‚Hebevorgänge‘ bestimmt auch die Zahl der Schläge. Die Stufe für den ‚Ein-Uhr-Schlag‘ ist die höchste. Hier findet nur ein Hebevorgang statt, so dass nur ein Schlag ausgelöst wird.

Zusatzskala zur Ermittlung von Geschwindigkeiten auf dem Rand des Zifferblattes oder auf einem Einstellring bei Chronographen. Die Tachymeterskala wird zusammen mit dem Zentralsekundenzeiger des Chronographenwerkes benutzt. Die Messung erfolgt, indem man die Durchfahrtzeit stoppt, die für eine bekannte Strecke (beispielsweise zwischen zwei Kilometerpfählen auf der Autobahn) benötigt wird. Beim Passieren des einen Kilometerpfahles wird der Chronograph eingeschaltet, bei der Vorbeifahrt am zweiten Pfahl wird der Stoppdrücker betätigt. Nun kann auf der Tachymeterskala die Geschwindigkeit des Fahrzeuges in Stundenkilometern oder Meilen abgelesen werden.

spezielle Spielart der Hemmung zur Kompensation von Schwerkrafteinflüssen; das Tourbillon (frz.: «Strudel», «Wirbel») verdankt seinen Namen seiner um sich selbst rotierenden Aufhängung. Abraham-Louis Breguet packte vor über 200 Jahren zum ersten Mal die komplette Hemmungspartie (Unruh, Spirale, Anker und Ankerrad) in einen sich kontinuierlich drehenden Käfig, um eventuell störende Einflüsse der Schwerkraft auf das System zu eliminieren. Das Problem stellte sich vor allem bei Taschenuhren, die ständig in derselben Position in der Weste getragen wurden – insofern mag die Verwendung des Tourbillons in einer mehr oder weniger permanent in Bewegung befindlichen Armbanduhr wenig sinnvoll erscheinen. Dennoch ist die Popularität von Armbanduhren mit Tourbillon ungebrochen. Die Krone der uhrentechnischen Kinematik sind mehrere ineinander geschachtelte Tourbillonkäfige mit zum Teil unterschiedlichen Umlaufgeschwindigkeiten in bis zu drei verschränkten Rotationsachsen.

Zahnritzel aus Stahl mit bis zu 15 Zähnen, in Uhrwerken zumeist Teil der Radwellen.

wichtiges Bauteil des Gangreglers neben der Spiralfeder sowie Anker und Ankerrad; die Länge der Spiralfeder und die dynamischen Eigenschaften der Unruh bestimmen die Schwingfrequenz und damit die Gangpräzision des Uhrwerks.

Universal Time Coordinated (Koordinierte Welt-Zeit) ist eine Verbindung der GMT und der in den nicht englischsprachigen Länder und vor allem im Flugverkehr verwendeten 24-Stunden-Einteilung des Tages. Die in den angelsächsischen Ländern noch immer verwendete Einteilung in ‚vor Mittag‘ (ante meridian, a.m.) und ’nach Mittag‘ (post meridian, p.m.) ist für definitive weltweite Zeitmessung sowie für globalen Handel und Verkehr unpraktisch. Die auf Atomuhren gestützte, von Kurzwellensendern und über Satelliten verbreitete UTC vereinfacht Zeitangaben durch Nutzung vierstelliger Schriftweise, die auch bei der mündlichen Angabe einer Uhrzeit beibehalten wird. Beispiele: 1 Uhr morgens (1:00 a.m.) ist UTC 0100, gesprochen ‚zero one hundred‘. 1 Uhr 38 (1:38 a.m.) ist 0138, gesprochen ‚zero one thirty-eight. 13 Uhr (1:00 p.m.) ist UTC 1300, gesprochen ‚thirteen hundred‘. 23 Uhr 59 (11:59 p.m.) ist UTC 2359 und eine Minute später ist UTC 0000 (12. p.m.), ‚zero hundred‘. Für Kontinentaleuropäer ist der Gebrauch von UTC also ganz einfach.

durch Einstellschrauben verstellbare dynamische Eigenschaften der hin und her schwingenden Unruh zur Feinregulierung der Gangpräzision

akustische Zeitanzeige, vergleichbar mit der Minutenrepetition (siehe dort), doch nur mit Anzeige von Stunden und Viertelstunden

Kalenderfunktion mit kompletter Anzeige von Datum, Wochentag und Monat, zumeist außerdem mit einer Mondphasenanzeige, jedoch ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Monatslängen

Die Erde ist in 24 so genannten Zeitzonen unterteilt, von denen sich jede theoretisch über 15 Winkelgrade erstreckt (360° : 24 = 15°). Theoretisch deshalb, weil die imaginären geraden Trennungslinien zwischen den Zeitzonen, die den Erdball von Pol zu Pol umspannen, in der Praxis aus politischen Gründen viele Ecken und Ausbuchtungen haben.

Sekundenzeiger aus der Zifferblattmitte

Anzeige einer frei einstellbaren zweiten Lokalzeit zusätzlich zur Heimatzeit; korrekterweise müsste man von einer zweiten Zonenzeit sprechen.


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