Für alle Zeiten?

«Ewige» und Jahreskalender

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Kalenderanzeigen gehören zu den ältesten Zusatzfunktionen von Uhren, denn sie lassen sich aus dem normalen Lauf der (Uhr-)Zeit ableiten. Alles ist eine Frage der richtigen Übersetzung!
Patek Philippe Kaliber 324 S Q
Unter dem Zifferblatt geht es beim Kaliber 324 S Q hoch her. Links unten die Tag-/Nachtanzeige, rechts die Jahresanzeige mit den Schaltjahren («4») in Rot.

Komplizierter Kalender

Sogenannte «Ewige Kalender» zeigen nicht nur die aktuelle Uhrzeit, sondern auch stets das richtige Datum samt Wochentag, Monat, Mondphase und Jahr an. Die unterschiedlich langen Monate erfordern genau vorprogrammierte Schaltsprünge vom 28., 30. oder 31. eines Monats auf den 1. des folgenden, und einmal alle vier Jahre muss die Mechanik einen 29. Februartag einschieben. In einem «ewigen» Kalenderuhrwerk gibt es also ein Rädchen oder eine Schaltklinke, die sich nur alle vier Jahre einmal bewegt. In dieser Zeit hat sich der Sekundenzeiger über zwei Millionen Mal gedreht, und die Unruh ist fünf Milliarden Mal hin und her geschwungen. Diese komplizierte Technik ist nötig, weil sich die Erde bei ihrem Lauf um die Sonne ca. 365 ¼ Mal dreht. Da man einen Fehler von knapp sechs Stunden pro Jahr nicht kontinuierlich korrigieren kann (sonst läge der Mittag schon nach einem Jahr in der Abenddämmerung), wird nach drei Jahren mit 365 Tagen eines mit 366 Tagen eingeschoben. Passt – aber nur fast (siehe Infokasten «Julius und Gregor»).

Es geht auch einfacher

Auch in Zeiten CNC-gesteuerter Werkzeugmaschinen genießen Ewige Kalender unter Kennern noch immer einen besonderen Ruf – weil es nicht damit getan ist, die Einzelteile ihres Mechanismus herzustellen. Sie müssen auch von kundiger Hand zusammengefügt werden.

Jahreskalender sind dagegen vergleichsweise einfache oder «kleine» Komplikationen der Kalenderschaltung, denn ihr mechanisches Gedächtnis reicht nur zwölf Monate. Das genügt, um in der Datumsschaltung der Monate mit 30 Tagen einen doppelten Schaltsprung (vom 30. direkt auf den 1.) zu veranlassen und so eine manuelle Korrektur am 1. Mai, 1. Juli, 1. Oktober und 1. Dezember überflüssig zu machen. Es bleibt nur das Problem mit dem sehr kurzen Monat Februar. Im Normalfall lösen die Hersteller diese Aufgabe, indem sie den Kalendermechanismus im Februar mit 30 Tagen programmieren. Das bedeutet, dass der Besitzer eines Jahreskalenders immer am 1. März manuell korrigieren muss – egal ob Schaltjahr oder nicht.

Text: Peter Braun

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