Historie: Die Stoßsicherung in mechanischen Uhrwerken

Knautschzone für die Mechanik

Teilen
Ein einziger Schlag konnte schon zu viel sein: Um die Unruhwelle zu schützen, ließen sich Uhrmacher seit jeher viel einfallen. Ein Blick auf die Entstehung der Stoßsicherung für mechanische Uhrwerke.
Test bei Sinn Spezialuhren
Test der Stoßsicherheit einer Uhr von Sinn Spezialuhren mit dem Schwenkhammer

Jedes System hat seinen Schwachpunkt, eine Stelle, an der es besonders angreifbar und verletzlich ist. Im Uhrwerk ist dieser sensible Bereich die Lagerung der Unruh: Die Unruhwelle verengt sich an beiden Enden hin zu den Unruhzapfen, die besonders dünn ausgeführt sind. Das verringert die Reibung zwischen Zapfen und Lager.

Stoßsicherung von Incabloc
Stoßsicherung von Incabloc

Hintergrund: Reibung kostet zum einen Energie, zum anderen sorgt sie für ein Verschleißen der Komponenten. Eine Reduzierung der Reibung an eben dieser Stelle macht demnach durchaus Sinn, schafft aber gleichzeitig auch einen Schwachpunkt des mechanischen Uhrwerks, denn im Verhältnis zu den Unruhzapfen ist die Unruh selbst relativ schwer. Das führt dazu, dass bei einem Aufprall des Uhrwerks oder einem festen Stoß viel Kraft auf die feinen Unruhzapfen wirkt und sie dadurch abbrechen können.

Erfindung der Stoßsicherung

Ein Problem, das Uhrmacher schon in alten Tagen umtrieb. Gelöst wurde es wieder einmal von Abraham-Louis Breguet, dem talentierten Uhrmacher und Erfinder, der erste Varianten der Stoßsicherung erfand. Seine um 1790 realisierte Idee bestand darin, das Lager der Unruhwelle elastisch zu sichern. Er befestigte den Deckstein auf einem Federblatt, sodass sich die Unruh bei einem Stoß bewegen konnte und der Deckstein immer wieder in seine ursprüngliche Lage zurückkehrte.

Breguets simple und doch überaus effektive Erfindung ist der Vorläufer der heute genutzten Stoßsicherungen. Es gab zahlreiche verschiedene Konstruktionen – von denen heute zwei am häufigsten zu finden sind: die Stoßsicherungssysteme der beiden Schweizer Firmen Incabloc SA in La Chaux-de-Fonds und Kif Parechoc SA in Le Sentier, deren moderne Systeme in einem eigenen Artikel vorgestellt werden.

Text: Iris Wimmer-Olbort

Lesen Sie weiter:

Mehr über die Stoßsicherung in modernen Uhrwerken

Ähnliche Artikel
Artikel teilen

Bitte wählen Sie eine Plattform, auf der Sie den Artikel teilen möchten:

Beitrag melden

Ihr Name:

Ihre E-Mail-Adresse

Bitte beschreiben Sie kurz, warum dieser Beitrag problematisch ist:


[recaptcha]

xxx
Newsletter-Anmeldung

* Pflichtfeld

** Der HEEL Verlag erhebt Ihre Daten zum Zweck des kostenlosen E-Mail-Newsletters. Die Datenerhebung und Datenverarbeitung ist für die Durchführung des Newsletters und des Informationsservice erforderlich und beruht auf Artikel 6 Abs. 1 a) DSGVO. Zudem verwenden wir Ihre Angaben zur Werbung für eigene und HEEL-verwandte Produkte. Sie können sich jederzeit vom Newsletter abmelden. Falls Sie keine Werbung mehr auf dieser Grundlage erhalten wollen, können Sie jederzeit widersprechen. Weitere Infos zum Datenschutz: ds.heel-verlag.de