30 Highlights aus 30 Jahren

Es ist viel passiert ...

Juli 2023. Unsere Rückblende auf 30 Jahre Armbanduhren wirft ein Schlaglicht auf die bemerkenswertesten Uhrenmodelle, die uns seit den 1990er Jahren technisch fasziniert oder modisch weiter gebracht haben.

GIRARD-PERREGAUX

zählt zu den ältesten Uhrenmanufakturen der Welt, und doch war der Name Anfang der 1990er Jahre nur wenigen geläufig. Als Gino Macaluso den verstaubten Laden kaufte, war sein erstes Ziel, für mehr Bekanntheit zu sorgen. Und so bescherte der italienische Gentleman uns das atemberaubend schöne Tourbillon unter drei Goldbrücken, das auf eine Taschenuhr von Constant Girard zurückging, die 1867 anlässlich der Pariser Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.


PANERAI

Auch die italienische Uhrenmarke PANERAI war nur wenigen Uhrensammlern ein Begriff, bevor sich Mitte der 1990er Jahre der Richemont-Konzern des großen Erbes von Guido Panerai & Figlio annahm. Der Florentiner Uhrmacher hatte seit dem Ersten Weltkrieg wasserdichte Instrumente und ab den 1930er Jahren Taucheruhren für die italienische Marine angefertigt. Die stark italienisch geprägte Richemont-Führungsriege betraute Angelo Bonati und seinen Designer Giampiero Bodino mit der Reinterpretation der martialischen Taucheruhren Radiomir und Luminor, die ab 1996 maßgeblich den Trend zu übergroßen Armbanduhren befeuerten.


ALAIN SILBERSTEIN

Bereits mit ihrem ersten Auftritt auf der Baseler Uhrenmesse im Jahr 1990 spalteten die Zeitmesser von ALAIN SILBERSTEIN die Uhrenfreunde in zwei Lager: Entweder man liebte sie oder man hatte überhaupt nichts für sie übrig. Die Kombination von modernen farb- und formgeberischen Elementen mit ernsthafter Traditionsmechanik strapaziert bis heute die Fantasie des Betrachters, und in der Tat feiern die Designs des renommierten französischen Architekten heute fröhliche Urständ in Form von limitierten Editionen verschiedener Uhrenhersteller. Dreißig Jahre später gehen Uhrensammler mit extrovertierten Uhrenkreationen offenbar entspannter um.


A. LANGE & SÖHNE

Die aus den Ruinen der DDR neu- bzw. wiedergegründete Uhrenmarke A. LANGE & SÖHNE zog mit der Präsentation der ersten Kollektion 1994 die Blicke der Weltöffentlichkeit auf sich. Die Lange 1 gilt zu Recht als eines der Jahrhundertdesigns in der Uhrmacherei, und doch haben wir uns in der Zusammenstellung der Highlights für eine andere Uhr aus der sächsischen Manufaktur entschieden. Der fünf Jahre später vorgestellte Datograph, daran werden sich wohl die wenigsten erinnern, war 1999 nämlich die erste mechanische Chronographen-Neuentwicklung seit den 1970er Jahren.


CHRONOSWISS

Auf dem Höhepunkt ihrer Popularität überraschte die Münchner Uhrenmarke CHRONOSWISS ihre Anhänger mit einem eigenen exklusiven Chronographenwerk auf der Basis eines historischen Enicar-Kalibers. Typisch für den Chronoscope war das Zifferblatt mit dezentraler Stundenanzeige und Minutenzeiger aus der Mitte, denn mit einem solchen Régulateur begann die Erfolgsgeschichte des 1982 gegründeten Unternehmens. Man darf ohne Übertreibung sagen, dass der passionierte Uhrenkenner Gerd-Rüdiger Lang eine ganze Generation von Uhrenliebhabern herangezogen und ausgebildet hat und uns mit den ersten Glasböden den Blick für die Schönheit der Mechanik öffnete.


IWC

Die International Watch Co. in Schaffhausen feierte den Beginn des neuen Jahrtausends einerseits mit dem berühmten «Jahrhundertschieber», der für die Jahre ab 2000 nachrüstbaren vierstelligen Jahresanzeige im Ewigen Kalender Da Vinci. Andererseits legte die zunächst auf 2000 Exemplare limitierte Portugieser Automatic den Grundstein für die Manufaktur-Erfolgsgeschichte der IWC jenseits von Fliegeruhren und Großen Komplikationen.


GLASHÜTTE ORIGINAL

«Die Uhr mit dem Pling» war eine Kreation des unvergessenen Konstrukteurs Christian Schmiedchen, der mit seinen technischen Raffinessen GLASHÜTTE ORIGINAL nach der Wende fit machte für die internationale Welt der Haute Horlogerie. Sein Chef, der impulsive Heinz W. Pfeifer, wollte einen rückwärtszählenden Chronographen, der bei null ein Tonsignal ertönen ließ – und Schmiedchen baute ihm den PanoRetroGraph, der anno 2001 von unseren Lesern zur «Uhr des Jahres» gewählt wurde.


OMEGA

Der geniale Uhrmacher George Daniels von der britischen Insel Man widmete einen Großteil seines Schaffens der Entwicklung möglichst genau gehender Hemmungen. Sein Meisterstück war zweifellos die Koaxial-Hemmung, welche die Vorteile von Chronometerhemmung und Ankerhemmung miteinander verbindet. Nicholas G. Hayek investierte um die Jahrtausendwende beträchtliche Summen in die Industrialisierung dieser Technik, die heute das Rückgrat der OMEGA-Kollektion darstellt und zu einer anerkannten Referenz in der Uhrenwelt geworden ist. 2001 kamen die ersten in Serie produzierten Omega De Ville mit Co-Axial-Hemmung auf den Markt.


ULYSSE NARDIN

Über den «Freak» haben wir erst unlängst, zum 20. Geburtstag der Konzeptuhr, einen größeren Artikel veröffentlicht. Dennoch kann man es nicht oft genug sagen: Diese revolutionäre Uhr brach auf einen Schlag mit so ziemlich allen uhrmacherischen Prinzipien, Formeln und Traditionen und gilt in unseren Augen als Wegbereiterin für die moderne Haute Horlogerie, wie sie inzwischen von zahlreichen größeren und kleineren Avantgarde-Manufakturen praktiziert wird. 2001 wagte sich einzig Rolf Schnyder, der Patron von ULYSSE NARDIN, an die Umsetzung der Konstruktion von Prof. Dr. Ludwig Oechslin, die ganz nebenbei Silizium als Werkstoff für die Uhrenindustrie nutzbar und salonfähig machte.


BREGUET

Die Uhrenmarke BREGUET war in den frühen 1990er Jahren von den Pariser Brüdern Chaumet wiederbelebt worden, mit technischer Unterstützung des Uhrmachers Daniel Roth und der Uhrwerk-Manufaktur Nouvelle Lémania. Nicholas G. Hayek holte die nach Abraham-Louis Breguet benannte Marke 2000 in sein Swatch-Group-Imperium und setzte der Taschenuhrentechnik des 18. Jahrhunderts mit dem Modell Tradition ein Denkmal.


SEIKO

«It's not a trick, it's a … Seiko.» So oder so ähnlich klangen Anfang des neuen Millenniums die begeisterten Kommentare zur neuesten Hybrid-Technologie von SEIKO: Im Gegensatz zu früheren Konstruktionen, bei denen der Aufzugsrotor eines Automatikwerks lediglich zur Stromerzeugung für ein ansonsten unverändertes Quarzwerk sorgte (Seiko Kinetic bzw. Autoquartz von ETA), nutzt die Spring-Drive-Technik die Federkraft tatsächlich als Antrieb des Räderwerks, steuert dieses aber statt mit einer mechanischen Ankerhemmung mit einem elektronischen «Tri-Synchro-Regulator».


JAEGER-LECOULTRE

Unsere «Uhr des Jahres» von 2008 war die erste Vertreterin einer neuen Uhrwerk-Technologie von JAEGER-LECOULTRE, bei der zwei getrennte Räderwerke mit jeweils eigenem Krafthaushalt sich einer gemeinsamen Hemmung bedienen. Beim Duomètre à Chronographe steuert die eine Hälfte des Kalibers die Zeitanzeige, die andere die Chronographenfunktion. Geschaltet wird der Chronograph an der Schnittstelle – der Hemmung – über das Zackenrad der Blitzenden Sechstelsekunde.


CARTIER

Nur ein Jahr nachdem die Richemont Group die Aktienmehrheit an der Genfer Uhrenmanufaktur Roger Dubuis übernommen hatte, lancierte die Richemont-Leadermarke CARTIER eine neue Santos, deren skelettiertes Uhrwerk nicht nachträglich ausgesägt war, sondern von vornherein in der Form lang gestreckter römischer Ziffern konstruiert wurde. Diese Art der Werkkonstruktion war in der Tat eine Spezialität von Roger Dubuis und offensichtlich der Hauptgrund für die Übernahme der Marke – heute gilt die Technik als Markenzeichen von Cartier...


TAG HEUER

Um die Jahrtausendwende war TAG HEUER von der Luxusgruppe Louis Vuitton, Moet & Hennessy (LVMH) gekauft worden. Für die Entwicklungsabteilung unter der Leitung des Physikers Guy Sémon brachen goldene Zeiten an. Seine neuartigen Hochfrequenz-Hemmungen begeisterten die Uhrenwelt – mechanische Chronographen mit 360.000 A/h. 3.600.000 A/h und schließlich sogar unglaubliche 7.200.000 A/h beherrschten die Schlagzeilen. Am Ende war die Unruh einer vibrierenden Klinge gewichen, doch bevor Sémon die Unruhspirale durch Magnetkissen oder hohle Karbon-Nanofasern ersetzen konnte, beendete ein Kurswechsel in der LVMH-Uhrenpolitik den technischen Höhenflug.


TUTIMA

Wer hätte das gedacht: Auf die erste komplett in Glashütte konstruierte und gefertigte Minutenrepetition musste die Uhrenwelt bis 2011 warten. Die viel bejubelten Repetitionsuhren aus der Glanzzeit der sächsischen Uhrmacherei waren stets auf Rohwerken aus dem Schweizer Vallée de Joux aufgebaut. Ausgerechnet der jüngste Neuzugang im Glashütte der Nachwendezeit, TUTIMA, vollbrachte das Wunderwerk: Als Krönung der Rückkehr an den einstigen Gründungsort der Marke durfte Meisteruhrmacher Rolf Lang seinen Traum verwirklichen.


TUDOR

Jahrzehntelang führte die Rolex-Schwestermarke TUDOR ein Schattendasein, nutzte die abgelegten Technologien und Baumuster und machte es sich in den 1-b-Lagen mittelgroßer Städte gemütlich. Die ersten Versuche, Tudor endlich ein eigenes Image zu verschaffen, scheiterten an bemühtem Modernismus, doch 2012 landete die Marke einen Volltreffer: Das Modell Black Bay kam als authentisch gemachte Vintage Tool Watch genau zum richtigen Zeitpunkt und begründete einen bis heute ungebrochenen Trend.


ROLEX

Mit der Kaliberfamilie 3200 begann bei ROLEX eine neue Zeitrechnung. Mit 15 % höherem Wirkungsgrad in der Hemmung, 50 % mehr Gangreserve, 90 % neu entwickelten Teilen und 100 % mehr Ganggenauigkeit, als die offizielle Chronometerprüfung der COSC vorschreibt, definierte der Genfer Riese einen neuen Standard. Den Anfang machte 2015 das Kaliber 3255, das in der betulichen Oyster Perpetual Day-Date debütierte.


VACHERON CONSTANTIN

Zum 260. Geburtstag der Manufaktur schenkte VACHERON CONSTANTIN der Welt eine Taschenuhr mit unglaublichen 57 Komplikationen. Die aufwendigste Konstruktion seit mehr als einem Vierteljahrhundert Uhrengeschichte (gemeint ist hier die Patek Philippe Calibre 89) hat zahlreiche neue Kalenderfunktionen, ein ausgeklügeltes Läutwerk, einen doppelt retrograden SchleppzeigerChronographen und ein Drei-Achsen-Tourbillon mit sphärischer Spiralfeder. Die nach der Zahl der Komplikationen und dem Jubiläumsjahr benannte Referenz 57260 ist das Werk der Ausnahme-Uhrmacher Jean-Luc Perrin, Yannick und Mike Pintus, den «3P» von Vacheron Constantin.


NOMOS

Auf der BASELWORLD 2015 debütierte das extraflache NOMOS Manufakturkaliber DUW 3001, ein Meilenstein in der Entwicklung der Glashütter Uhrenmarke. Unter der Bezeichnung «Neomatik» eroberte das nur 3,2 mm flache Automatikwerk die Modellpalette im Sturm und ebnete Nomos den Weg in die internationale Welt der großen Uhrmacherei. Konstrukteur Theodor Prenzel gelang der Spagat zwischen kostengünstiger Produktion und höchster Präzision, woran die spezielle Räderwerkverzahnung und die hauseigene Hemmung «SwingSystem» maßgeblichen Anteil haben.


PORSCHE DESIGN TIMEPIECES

Nach Gründung der PORSCHE DESIGN TIMEPIECES AG im schweizerischen Solothurn startete die renommierte Marke 2017 mit einer exklusiven und aufsehenerregenden Eigenkonstruktion durch: Der Monobloc Actuator verkörpert wie kaum eine andere Uhr seit der «Titan-Epoche», in der Porsche Design zusammen mit der IWC einige großartige Uhren-Ikonen hervorbrachte, die streng funktionale Designphilosophie des Hauses. Die Drückermechanik des Chronographen ist komplett unter der rechten Gehäusehälfte verborgen, die sich wie eine Wippe bewegen lässt.


PATEK PHILIPPE

Die auf der BASELWORLD 2017 vorgestellte Aquanaut Travel Time Advanced Research schockierte die Betrachter mit der ungewohnt offenherzigen Präsentation ihres Innenlebens. Dabei sind bei PATEK PHILIPPE sonst sogar die Tourbillons dezent an der Werkseite angebracht! Doch es handelte sich bei der Ref. 5650 AR um eine Experimentaluhr, mit der die ehrwürdige Manufaktur aufzeigen wollte, wie weit die Uhrenmechanik heutzutage schon fortgeschritten ist. Die prominent präsentierten Festkörpergelenke (d. h. flexible Bauteile aus einem Stück ohne Dreh- und Angelpunkte) waren nur das Tüpfelchen auf dem i, denn mit Spiromax-Spiralen, Oscillomaxund Pulsomax-Hemmungen zählt Patek Philippe ohnehin schon zur Avantgarde.


PAUL GERBER & FRANCK MULLER

2018 präsentierte der Zürcher Meisteruhrmacher PAUL GERBER die letzte Ausbaustufe des einst als «Kaliber 92» von FRANCK MULLER begonnenen Uhrenprojekts, das auf einem Taschenuhrwerk von Louis-Elisée Piguet aus dem Jahr 1882 über dreißig Jahre immer mehr Komplikationen anhäufte. Die Minutenrepetition hatte ihm sein Schöpfer mitgegeben; Franck Muller spendierte ihm einen ewigen Kalender mit Äquationsanzeige, Mondphase und Thermometer, und Paul Gerber schließlich suchte – und fand – den Platz für ein Tourbillon und einen Schleppzeiger-Chronographen. Gerber konstruierte die Mechanik in ein Werk hinein, in dem praktisch kein Platz frei war. 265 zusätzliche Werkteile mussten eingebaut werden, was schließlich 1037 Bestandteile ergab. «Superbia Humanitatis» nennt der aktuelle Besitzer Ralph Graf das Meisterwerk dreier großer Uhrmacher.


HUBLOT

Die Manufaktur HUBLOT unterhält am Firmensitz in Nyon am Genfer See eine gut ausgestattete Entwicklungsabteilung, in der Mathias Buttet nach Herzenslust an neuen Technologien und sogar Materialien forschen kann. Besonders stolz ist er auf die Eigenentwicklung «Magic Gold», eine gesinterte Verbindung aus Keramik und Gold mit einem Feingehalt von 18 Karat (750/000), die mit ihrer Härte und Kratzfestigkeit weltweit für Aufsehen sorgte. 2018 gelang es dem Tüftler, eine hochfeste knallrote Zirkonoxid-Keramik zu produzieren, obwohl Farbpigmente in der Hitze des Herstellungsprozesses normalerweise zu einer bräunlichen Masse verbrennen.


PIAGET

Die PIAGET-Uhrwerksschmiede in La Côte-aux-Fées hat eine lange Tradition in Konstruktion und Bau ultraflacher mechanischer Uhrwerke. Mit der Altiplano Ultimate Concept schossen die Schweizer den Vogel ab: Die komplette Armbanduhr hatte die Dimension einer Zwei-Euro-Münze. Zwei Millimeter Höhe von Deckglas bis Boden, das war 2018 Weltrekord. Der Fehdehandschuh lag im Ring und lockte natürlich auch andere Uhrenhersteller auf den Plan, von denen weiter unten noch zu lesen sein wird.


BVLGARI

Nehmen wir zum Beispiel BVLGARI: Die italienisch geprägte Schweizer High-End-Manufaktur hatte sich mit der neuen Modellreihe Octo Finissimo ebenfalls der ultraflachen Bauweise verschrieben und erzielte nacheinander sieben Weltrekorde. Für uns die bemerkenswerteste Leistung war 2019 der Octo Finissimo Chronograph GMT, trotz des automatischen Aufzugs nur 6,9 mm hoch – die ganze Uhr, wohlgemerkt! Das Werk allein misst gerade einmal 3,3 mm – nicht schlecht für den ersten eigenen Chronographen.


HERMÈS

In den letzten zehn Jahren hat sich die durch die Beteiligung an Uhrwerkehersteller Vaucher gewachsene Uhrensparte des Hauses HERMÈS in ganz besonderer Weise um die Poesie der Zeitanzeige verdient gemacht. «Eine Reise in eine andere kosmische Dimension» nannte Hermès 2019 die Arceau L’Heure de la Lune. Tatsächlich steht beim Blick auf das Zifferblatt nicht die Zeit, sondern der Mond im Mittelpunkt – gleich in zweifacher Ausführung. Doch nicht die beiden Monde bewegen sich: Sie werden abwechselnd von zwei Zifferblattscheiben verdeckt, die zugleich der Zeit- und der Datumsanzeige dienen.


ZENITH

Nach 50 Jahren «El Primero» war es 2019 Zeit für ZENITH «El Segundo». Eine nach neuesten Erkenntnissen gestraffte Konstruktion, geeignet für rationellere Fertigungsmethoden und einfachere Montage ohne aufwendige Justierungen, und vor allem eine noch deutlichere Betonung der Zehntelsekunde – damals wie heute ein Alleinstellungsmerkmal des ersten «vollintegrierten» Chronographen. Das neue Kaliber El Primero 3600, so die korrekte Bezeichnung, verfügt über einen in zehn Sekunden umlaufenden Stoppsekundenzeiger mit einer in 100 Zehntelsekunden unterteilten Skala am Réhaut.


ORIS

Ein kleiner Schritt für die Uhrenwelt, aber ein gewaltiger Sprung für eine junge Schweizer Manufaktur: Mit dem 2020 präsentierten neuen Kaliber 400 rüstete sich ORIS für die Zukunft der Marke. Auch dieses robuste und kostengünstig zu produzierende Automatikwerk ist eine Antwort auf den Ausstieg des Quasi-Monopolisten ETA aus dem Zuliefermarkt für mechanische Uhrwerke. Diese Position hat inzwischen Sellita übernommen, aber an den Risiken der Abhängigkeit ändert das a priori nichts. Der Schritt von Oris war nur logisch.


FREDERIQUE CONSTANT

288.000 A/h – zehnmal so schnell wie eine herkömmliche Unruh mit Spiralfeder oszilliert der Silizium-Monolith im neuen FREDERIQUE CONSTANT Kaliber FC-810. Ist das die Zukunft der mechanischen Uhr? Diese Frage hatte wenige Jahre zuvor schon Zenith formuliert, aber nach einer Handvoll Prototypen das Handtuch geworfen. Frederique Constant traut man diesbezüglich schon mehr zu – immerhin gibt es die Slimline Monolithic Manufacture regulär und für vergleichsweise kleines Geld zu kaufen …


RICHARD MILLE

Mit einer Gesamthöhe von nur 1,75 mm unterbot die RICHARD MILLE RM UP-01 Ferrari im Sommer 2022 den erst wenige Monate zuvor von Bvlgari aufgestellten Rekord der flachsten mechanischen Armbanduhr der Welt um ganze fünf hundertstel Millimeter! Der technische Aufwand, den die Entwickler betreiben mussten, um die Bauhöhe des Handaufzugswerks auf 1,18 mm zu begrenzen, ist enorm. Die erste Uhr des offiziellen Ferrari Timing Partners, die das Logo des Springenden Pferdchens tragen darf, geriet spektakulär wie erwartet und doch in vielerlei Hinsicht untypisch – für Richard Mille ebenso wie für Ferrari

Text: Peter Braun


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