Messtechnik: Witschi Electronics

Hören und sehen

Die technische Entwicklung bei mechanischen Uhren geht weiter. Da darf die Messtechnik nicht hinterherhinken. Deshalb präsentiert Witschi jetzt eine Zeitwaage, die den Gang eines mechanischen Uhrwerks nicht nur akustisch, sondern auch optisch prüft. Obendrein ergänzt der Schweizer Prüftechnik-Spezialist sein Angebot um ein paar Geräte, die auch für ambitionierte Uhrensammler interessant sein dürften.
Das Wisioscope ist ein reinrassiges Profigerät, schon aufgrund seins Preises. Es misst optisch und akustisch

Die Ganggenauigkeit einer Uhr ist seit jeher ihr wesentliches Verkaufsargument. Um sie gewährleisten zu können, benötigt die Uhrenbranche hochwertige Prüfvorrichtungen. Das war die Geschäftsidee von Paul Witschi, der 1947 in Gerlafingen das Unternehmen Witschi gründete, mit dem er fünf Jahre später nach Büren an der Aare umzog.

Heute ist die Witschi Electronics AG Marktführer in Sachen Uhrenprüf- und -messtechnik, was auch daran liegt, dass Witschi buchstäblich immer auf der Höhe der Zeit war.

Das galt schon in den 1970er Jahren, als die Quarzuhr auf dem Vormarsch war. Zu dieser Zeit entschloss sich Friedrich Witschi, der von seinem Vater die Geschäftsführung übernommen hatte, ein Messgerät für Quarzuhren zu bauen, das 1977 unter der Bezeichnung QT 3000 auf den Markt kam. Dieser Schritt hat der Firma das Überleben in der «Quarzkrise» gesichert, und seit der Renaissance der mechanischen Uhr in den 1980er Jahren hat Witschi die Entwicklung in diesem Segment weiter vorangetrieben.

Mit dem Cube bekommen passionierte Uhrenfreunde Messtechnik in ansprechender Optik.

Üblicherweise justieren die Uhrenhersteller die Uhrwerke mit der Messung des Tickens. Ein Mikrofon hört das Tick-tack-Geräusch, das die Hemmung verursacht, und errechnet so die Gangwerte. Neue Materialien und Technologien im Bereich der Hemmung – insbesondere der Einsatz von Silizium-Komponenten – machen die Uhrwerke allerdings immer leiser, was die rein akustische Messung mitunter zu einer Herausforderung werden lässt. Dieser hat sich Witschi gestellt und in Zusammenarbeit mit dem CSEM (Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnologie) ein Gerät entwickelt, das mechanische Uhrwerke sowohl optisch als auch akustisch prüft. Das neueste Messgerät hört auf den Namen Wisioscope S, das die Schwingung der Unruh mit Fotodetektoren überwacht.

Das Herzstück des Wisioscope S ist eine Messeinheit, die neben dem klassischen Mikrofon einen optischen Messkopf enthält. Dieser Messkopf besitzt eine Kamera samt Beleuchtung sowie einen Laser, der auf die Unruh ausgerichtet werden muss. Das Laserlicht, das von der Unruh reflektiert wird, bildet die Grundlage der Messung. So können Uhren selbst bei störenden Umgebungsgeräuschen – oder auch mit speziellen Hemmungen wie Omegas Co-Axial-Hemmung – problemlos gemessen werden. Außerdem lässt sich aus der kombinierten opto-akustischen Messung auch der exakte Hebewinkel ermitteln.

Für Profis und ambitionierte Uhrenfans

Das Wisioscope S ist ein Profigerät, das seinen Einsatz vorwiegend in der Industrie oder bei Uhrmachern findet und rund 9000 Euro kostet. Die Bedeutung, die dieses Gerät für die Uhrenbranche hat, wird durch den Award unterstrichen, den Witschi bei der alljährlich in der Schweiz stattfindenden Fachmesse der Hochpräzisionsbranche (EPHJ-EPMT-SMT) erhalten hat.

Aber Witschi hat auch ein Herz für ambitionierte Uhrensammler, das sich beispielsweise im Chrono-Cube, einem schicken Tischmessgerät, zeigt, das Witschi in seinem Online-Shop für umgerechnet ca. 1350 Euro verkauft. Brandneu ist die Linie Chronomaster: Die komplette Messelektronik ist in einem kompakten Messkopf enthalten, der per USB-Verbindung an einen PC angeschlossen werden kann. Ergänzend liefert Witschi eine Software für die Darstellung der gemessenen Daten auf dem Bildschirm.

Die Basisvariante, die ausschließlich Gang und Amplitude misst, kostet umgerechnet knapp 1800 Euro. Die Pro-Variante kostet rund 500 Euro mehr, es ist aber auch ein späteres Pro-Upgrade (ca. 600 Euro) zu bekommen. Der Chronomaster ist im Fachhandel erhältlich.

Das System Chronomaster bestehtaus einem Messmikrofon und der darauf abgestimmten Computer-Software.

Text: Martin Häußermann
Bilder: Witschi, Martin Häußermann

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