Neue Omega Seamaster Planet Ocean 2025

Scharfes neues Design

Omega lanciert neue Modelle der Seamaster Planet Ocean mit 42 mm Durchmesser und einem Edelstahlgehäuse ohne Heliumventil (HEV). Das gesamte Design der neuen Professional-Taucheruhr wurde dabei überarbeitet.

Geschichte der Planet Ocean

Planet Ocean mit 42 mm Durchmesser und ohne Heliumventil
Zum Auftakt erscheint die neue Planet Ocean in drei Farbvarianten.

Laut eigenen Angaben hat Omega 1932 die weltweit erste Armbanduhr für zivile Taucher hergestellt. Die «Marine» hatte vom Aussehen allerdings keine Ähnlichkeiten mit der modernen Seamaster-Reihe. Erstmals verwendet wurde der Name im Jahr 1948, doch erst 8 Jahre später im Jahr 1956 erschien die erste Seamaster 300 (Professional) – übrigens gemeinsam mit den Modellen Speedmaster und Railmaster – auf deren Design mit Drehlünette sich noch die heutigen Modelle der Seamaster beziehen.

Einige Elemente wie die Zeiger mit Pfeilspitze, die Ziffern bei 3, 6, 9 und 12 sowie das besonders kontrastreiche Zifferblatt und die Tauchskala auf der Lünette sind bis heute feste Bestandteile der Omega Taucheruhren.

Frühe-Seamaster-300
Die erste Seamaster 300 war Teil der Professional Reihe und wurde 1956 vorgestellt.

Die Planet Ocean wurde erstmals 2005 vorgestellt und erweiterte die Seamaster Professional Diver 300M um Varianten mit 42 mm und 45,5 mm Gehäusedurchmesser sowie einer verbesserten Wasserdichtheit von 60 bar (600 Metern). Damit feiert die Linie in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum und macht damit nur einen kleinen Teil der Seamaster-Geschichte aus.

Bis zuletzt ist die Planet Ocean besonders durch ihre leicht rundliche Formgebung, auch beim Gliederband fest in der Kollektion verankert und trägt, wie auch die Seamaster Professional 300M das typische, manuelle Heliumventil (HEV) in Form einer zweiten Krone auf der 10-Uhr-Position. Die Gehäusegröße war bei aktuellen Varianten mit 43,5 mm etwas größer als bei der 300M. Das ändert sich bei den Neuheiten, denn diese messen nun ebenfalls wieder 42 mm im Durchmesser.

Kein Heliumventil mehr

Heliumventil der Omega Taucheruhr bis 600M wurde entfernt
An der linken Gehäuseflanke fehlt das bis dahin ikonische Heliumventil.

Direkt auf den ersten Blick fällt bei der neuen Omega Taucheruhr auf, dass an der linken Gehäuseflanke das Heliumventil als formgebendes Element gänzlich fehlt. Dieses ist bei vielen Fans ein umstrittenes Ausstattungsmerkmal. Zwar hat es für ein professionelles Tauchinstrument durchaus eine Daseinsberechtigung, wird aber von den meisten Trägern einer Taucheruhr, selbst wenn diese damit am Arm tatsächlich Tauchen gehen, wohl kaum benötigt werden.

Der Anwendungsfall, das Sättigungstauchen ist professionellen Tauchern vorbehalten, die deutlich tiefer und länger unter Wasser sind als die meisten Sporttaucher. Bei ihnen wird der Atemluft statt Stickstoff das inerte Edelgas Helium hinzugefügt, um eine sogenannte Stickstoffnarkose zu verhindern. Die besonders kleinen Heliummoleküle können bei hohem Druck selbst in stark abgedichtete Uhrengehäuse eindringen. Beim Wiederaufstieg und einem nachlassendem Außendruck breitet es sich aus und kann dann nicht wieder schnell genug entweichen, was zum Bersten des Gehäuses führen kann.

omega seamaster planet ocean
Rekordhalter: Omega Seamaster Planet Ocean UltraDeep, wasserdicht bis 6000 Meter

Das Gehäuse der neuen Planet Ocean ist trotzdem bis zu einem Druck von 60 bar, wie auch die Vorgängermodelle wasserdicht. Auch bei den 2019 vorgestellten Planet Ocean Ultra Deep Modellen verzichtet Omega auf das Heliumventil, da es bei der theoretischen Tauchtiefe von bis zu 6000 Metern, bei diesen Modellen als zusätzliche Schwachstelle problematisch wäre.

Stattdessen setzt Omega bei ihnen auf eine komplett gasdichte Gehäusekonstruktion mit innenliegendem Titanring, die u.a. das Eindringen von Helium von vorneherein verhindern soll. Diese Technologie kommt nun auch bei der Planet Ocean 600M zum Einsatz, was das Heliumventil überflüssig macht. Eine ähnliche Entscheidung traf Omega auch bei der neuen Railmaster, deren Alleinstellungsmerkmal seit jeher ein verbauter Weicheisenkäfig war, der allerdings auf Grund moderner Uhrwerkskonstruktion ebenfalls weggelassen und durch einen Sichtboden ersetzt werden konnte.

Sportlicheres und kantigeres Design

Die neue Seamaster Planet Ocean gibt es unter anderem auch am Kautschukband.
Ausgestattet mit einem stählernem Bandanstoß wirkt die neue Seamaster Planet Ocean am Kautschukband fast so als hätte Sie ein integriertes Armband.

Insgesamt wirkt das Planet Ocean Design 2025 stark überarbeitet und deutlicher abfallend beziehungsweise angewinkelt. Und auch das Gliederband weist nicht mehr die typisch abgerundete Form der vorherigen Planet Ocean auf, sondern ist deutlich kantiger und verjüngt sich zur Schließe mit Feinverstellung. Polierte Mittelglieder und Flächen auf der Schließe geben den Uhren zudem ein etwas eleganteres Erscheinungsbild, was man von einer Toolwatch nicht unbedingt erwarten würde.

Ein metallenes Verbindungsstück an den zugehörigen Kautschukbändern ist eine weitere Veränderung. Mit ihm oder dem neuen Gliederband wirkt die Planet Ocean fast so, als hätte sie ein integriertes Banddesign – auch weil das Anstoßstück in seiner Form perfekt in die Bandhörner übergeht. Wie bei der Speedmaster kam bei der Seamaster Planet Ocean bisher ein asymmetrisches Gehäuse zum Einsatz, welches auf der rechten Gehäuseflanke für einen subtilen Schutz der Krone sorgt. Bei der neuen Variante wurde das durch zusätzliche Auswölbungen deutlich verstärkt.

SuperLuminova
Im Dunkeln leuchten die Zeiger und Stundenmarker mit Leuchtmittelauflage nach.

Außerdem modifiziert wurden die Proportionen, besonders bezogen auf die Breite der Lünette und der Größe des Zifferblatts. Die neue Lünette – ebenfalls ausgestattet mit einer Keramikeinlage (ZrO2) und weißer Emaille für Ziffern und Teilstriche ist verhältnismäßig breiter als beim Vorgängermodell und die hervorgehobenen Marker für die ersten bzw. letzten 15 Minuten vor dem Auftauchen wurden bei der neuen Variante angepasst.

Besonders die Farbgebung im leuchtenden Orange bedeutete einen besonderen Aufwand bei Forschung und Entwicklung: Bis 2014 wurden aus diesem Grund alle orangefarbenen Lünetten bei Omega aus Aluminium gefertigt. Erst danach gelang die Umsetzung des typischen Farbtons, der bereits seit 2005 fest in der Kollektion Planet Ocean verankert war, in der besonders kratzfesten Keramik.

Auch durch die mehrteilige Gehäusekonstruktion der Seamaster Diver mit Innenring aus Titan konnte neben dem auf 42 mm verringertem Durchmesser auch die Bauhöhe der bis dato sehr hohen Planet Ocean (16,1 mm) deutlich verringert werden, ohne Abstriche bei der Druckfestigkeit zu riskieren. Das leichte Metall Titan ist deutlich härter und Zugfester als Edelstahl und macht die neue Seamaster Planet Ocean besonders robust. Das Ergebnis: Die Neuheit ist um ganze 2,31 mm flacher und misst damit nur noch 13,79 mm in der Höhe, trotz dem verbauten, gewölbten Saphirboxglas.

Zifferblatt ohne Datumsanzeige

Planet Ocean Seamaster Zifferblatt Referenz 217.32.42.21.01.004
Das leicht aufgeraute Zifferblatt der neuen Planet Ocean greift Designelemente des Vorgängers auf.

Bisher war die Seamaster Planet Ocean zudem mit einer Datumsanzeige bei 3 Uhr ausgestattet. Auch hier sind die Meinungen der Uhrenfreunde stets leidenschaftlich gespalten. Bei der neuen Modellreihe wird auf die Zusatzkomplikation, wie schon bei den letzten Seamaster-300M-Varianten mit Lünetteneinlage aus Aluminium komplett verzichtet.

Plastische Stundenziffern ergänzen die aufgesetzten Stundenmarker mit SuperLuminova-Einlage.
Plastische Stundenziffern ergänzen die aufgesetzten Stundenmarker mit SuperLuminova-Einlage.

An ihrer Stelle findet sich nun eine Stundenziffer, die sich nahtlos in den Rest des Zifferblatts einfügt, welches auch bei 12, 9 und 6 mit entsprechenden Ziffern versehen ist. Damit und der zusätzlichen Skalierung und den dazwischen liegenden, aufgesetzten Stundenmarkern entspricht das Zifferblatt dem Vorbild. Auch die Zeiger mit Pfeilspitzen bei Stunden und Minuten, sowie die Form des Sekundenzeigers bleiben wie gehabt und zweifarbiges SuperLuminova in Blau und Grün verbessert die Ablesbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen, zum Beispiel unter Wasser.

Manufakturkaliber unter Massivboden

Rückseite mit Massivboden
Unter dem Massivboden mit Seepferdchen-Gravur arbeitet das Manufakturkaliber 8912.

Während die bisherige Planet Ocean vorne und hinten mit Saphirglas ausgestattet ist, verzichtet die neue Omega Toolwatch auf einen Sichtboden. Stattdessen kommt ein massiver Gehäuseboden aus besonders robustem Titan zum Einsatz. Natürlich mit eingraviertem Seepferdchen-Motiv – eines der Markenzeichen von Omega. Vermutlich dank der sogenannten NAIAD-Lock-Technologie, bei der statt eines gewöhnlichen Gewindes ein Bajonett-Verschluss angewendet wird, ist das Motiv perfekt und gerade ausgerichtet.

Omega Manufakturkaliber 8912 Master Chronometer
Das Kaliber 8912 von Omega ist mit der markeneigenen Co-Axial-Hemmung ausgestattet und, bescheinigt durch die Master Chronometer Zertifizierung besonders präzise.

Darunter, und das lässt sich schon auf dem Zifferblatt ablesen, arbeitet ein Manufakturwerk mit Master Chronometer Zertifizierung. In diesem Fall handelt es sich um das Kaliber 8912 mit Co-Axial-Hemmung, welches wir auch aus einigen Modellen der Seamaster 300 und den Modellen der Ultra Deep kennen. Neben einer besonders präzisen Gangleistung innerhalb der strengen Master Chronometer Richtlinien kann man von ihm eine Gangreserve von 60 Stunden bei automatischem, beidseitigem Aufzug und eine besonders hohe Magnetfeldresistenz erwarten. Letztere ist eine der wichtigsten Eigenschaften zum Erreichen der Zertifizierung des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (METAS).

Woher kommt das Seepferdchen?

Hippokamp Omega Seamaster
Hippokampen an den Seiten einer Gondel in Venedig.

Das «Seepferdchen» ist eigentlich ein Hippokamp, ein Fabeltier aus der griechischen Mythologie. Es vereint das Vorderteil eines Pferds mit einem Fischschwanz und war Vorbild für den zoologischen Gattungsbegriff des gemeinen Seepferdchens (Hippocampus). In der Markenphilosophie von Omega bezieht es sich vor allem auf die Wasserdichtheit der verzierten Uhren und kann seit 1958 unter anderem auf den Gehäusen der Seamaster-Modellreihe gefunden werden. Laut verschiedenen Quellen hat Omega das Symbol dem Designer eines Zulieferers zu verdanken, der das Wassertier bei einer Reise nach Venedig auf vielen der zahlreichen Gondeln in den Kanälen der geschichtsträchtigen Stadt entdeckt hat.

Dort erinnert es an die griechische bzw. römische Mythologie, genauer gesagt an Poseidon oder Neptun. Der Gott des Meeres mit seinem Dreizack wird in antiken Darstellungen auf einem Streitwagen dargestellt, der von mehreren Hippokampen gezogen wird. Auch deswegen wird das «Seepferdchen» bei Omega immer auch mit Zaumzeug dargestellt. Angebracht an den Seiten der Gondeln sollen sie diese und ihre Insassen beschützen. Zum Beispiel bei der Seamaster Planet Ocean Ultra Deep ist auf der Rückseite eine Darstellung von Poseidon auf einem solchen Streitwagen dargestellt.


Verfügbar in verschiedenen Varianten

Bandvarianten der Omega Seamaster Planet Ocean 42 mm
Die verschiedenen Bandauswahlmöglichkeiten am Beispiel der Version mit orangefarbenen Details.

Die neue Seamaster Planet Ocean 42 mm erscheint zum Start in drei Varianten. Neben einer besonders auffälligen und für die Kollektion typischen Version mit orangefarbener Lünette und Ziffern erscheinen außerdem Versionen mit Lünette in Dunkelblau oder Schwarz, jeweils ebenfalls mit schwarzem Zifferblatt.

Am Kautschukband mit Metallanstoß und Faltschließe kostet die neue Planet Ocean je nach Farbauswahl 8300 bis 8600 Euro. Natürlich ist die Taucheruhr am massiven Gliederband mit Schnellverstellung in der Schließe mit zusätzlicher Tauchverlängerung etwas teurer und kostet 9000 bzw. 9200 Euro. Die orangefarbenen Varianten sind dabei jeweils die teureren Modelle. Dass man bei der neuen Omega Planet Ocean 600M auf ein Heliumventil verzichtet, könnte bedeuten, dass es diesem bei der ikonischen Seamaster Professional 300M bald ebenfalls an den Kragen gehen könnte – ob das wohl eine gute Idee wäre?

Text: Tobias Schaefer

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