Omega Constellation Observatory: Präzise und Effizient

Chronometer ohne Sekundenzeiger?

Der Vintage-Look der neuen Constellation Observatory unterstreicht die lange Erfolgsgeschichte von Omega auf dem Gebiet der Chronometrie. Im Inneren arbeitet derweil ein modernes Manufakturwerk mit Master Chronometer Zertifikat, doch wo ist der Sekundenzeiger geblieben?
OMEGA_Constellation_Observatory Stahlmodelle
Omega lanciert die Constellation Observatory in einer Vielzahl von Farb- und Materialvarianten. Hier werden die Edelstahl-Modelle gezeigt.
OMEGA Constellation Observatory Neuheiten mit Gehäuse aus Gold (1)
Die Constellation Observatory erscheinen auch in einer Luxusvariante, mit Gehäuse und Automatikrotor (Kaliber 8915) aus Edelmetall (Gold und Platin).

Die jüngste Omega-Modellneuheit mit dem Namen Constellation Observatory sticht mit ihrem betont klassischen Look aus der gleichnamigen Kollektion des Hauses Omega hervor – wie schon seit über zehn Jahren die Globemaster, die 2015 als erster Master Chronometer Geschichte schrieb. Mit dem eleganten Gehäusedesign nach Motiven der vielfach preisgekrönten Omega-Chronometer aus den 1950er Jahren schlägt Omega wieder einmal eine optische und emotionale Brücke in die goldenen Zeiten der besonders präzise gefertigten und genau einregulierten Armbanduhren, mit denen sich Uhrenhersteller bei Observatoriums-Chronometerwettbewerben profilierten.

Klassische Zitate und moderne Technik

Historische Werbeanzeige von 1954 zur Constellation
Die gezeigte Werbeanzeige aus 1954 beweist, wie lange Omega sich bereits der Chronometrie widmet.

Bei der Ausstattung der am 26. März 2026 vorgestellten Constellation Observatory haben die Designer sich bei mehreren Modellgenerationen bedient, und so verwöhnt die neue Constellation Sammler mit einem facettierten «Pie Pan»-Zifferblatt mit «Kite»-Stundenmarkern, kantigen «Dog Leg»-Bandanstößen und einem klassischen Gliederband «à brique» aus kleinen Goldklötzchen. Nur auf die grob geriffelte Krone der frühen Constellation haben sie verzichtet, aus Gründen der Ergonomie, wie es heißt.

OMEGA Constellation Observatory Krone und Bandanstoß Platin
Das neue Modell zitiert historische Vorbilder.

Dabei spielt die Aufzugskrone bei der technisch höchst modern ausgerüsteten Constellation Observatory heute ohnehin nur noch eine Statistenrolle. Die neuen Co-Axial-Kaliber 8914 bzw. 8915 für die Luxusausführung verfügen über einen automatischen Aufzug und eine Gangautonomie von mindestens 60 Stunden, und die zertifizierte Ganggenauigkeit mit einer Abweichung von deutlich weniger als fünf Sekunden pro Tag macht den Griff zur Krone zu einem seltenen Ritual.

Technische Daten

OMEGA Constellation Observatory Master Chronometer (3)
Die Constellation Observatory bietet klassisches Design und ein besonders präzisem Uhrwerk.
Omega Constellation Observatory
Merkmal Details
Referenz: 140.13.39.21.02.001
Werk: Automatik, Omega Kaliber 8914; Ø 29 mm, Höhe 5,5 mm; 28 Steine; 25.200 A/h; Co-Axial-Hemmung, Silizium-Unruh und -Spirale, antimagnetisch bis 15.000 Gauß; Doppelfederhaus; Gangreserve 60 Std.; zertifizierter Chronometer (METAS)
Funktionen: Stunden, Minuten
Gehäuse: Edelstahl, Ø 39,4 mm, Höhe 12,23 mm; Saphirglas; Boden mit Sichtfenster; Krone verschraubbar; wasserdicht bis 3 bar
Band: Reptilleder, Doppelfaltschließe
Varianten: mit Keramikzifferblatt (€ 11.800,-); in Gelb- oder Roségold (ab € 36.700,-), in Platin (€ 56.000,-)
Preis: € 10.600,-

Omega Manufakturkaliber 8914 der Constellation Observatory
Das neue Manufakturkaliber 8914 wird mit der Omega Co-Axial-Hemmung, zwei Federhäusern und einer Master Chronometer Zertifizierung ausgeliefert.

Ganz im Gegensatz zu ihrem historisierenden Gewand ist das technische Innenleben der Constellation Observatory mehr als jemals zuvor ein Produkt der uhrmacherischen Neuzeit. Die Co-Axial-Hemmung mit Silizium-Anker und -Unruh und ihren antimagnetischen Komponenten zum Magnetfeldschutz bis 15.000 Gauß sowie die strenge Gangprüfung nach den Vorgaben zum «Master Chronometer» werden in der neuen Werkegeneration nämlich durch ein weiterentwickeltes Prüfverfahren ergänzt, für das Omega am Produktionsstandort Villeret im Nivarox-Gebäude eine eigene Abteilung eingerichtet hat.

Laboratoire de Précision – History meets Big Data

Omega_Laboratoire_Preceision_Villeret_Low_Res_11
Das Laboratoire de Précision in Villeret hat bereits 200.000 Uhrwerke als Chronometer geprüft.

In den letzten zwei Jahren wurde das «Präzisionslabor» im laufenden Betrieb optimiert und nach über 200.000 geprüften Uhrwerken mit der Vorstellung der Constellation Observatory nun offiziell in Betrieb genommen.

Herzstück der neuen Prüfabteilung ist das Dual Metric System bzw. die in-house entwickelten Transponderboxen für 10 Uhrwerke oder 10 Uhrgehäuse mit eingeschalten Werken. Jede der zirka 30 Zentimeter großen Boxen ist mit zehn untereinander schallisolierten Mikrofonen ausgestattet, die permanent die «Tick-Tack»-Impulse an den Zentralrechner übertragen – drahtlos natürlich.

Omega Laboratoire Preceision
Der Prüfzyklus läuft völlig automatisiert und deckt Lageveränderungen ebenso wie Temperaturunterschiede ab.

Um die Datenflut zu verringern werden Neben- und Hintergrundgeräusche herausgefiltert und die Impulse in Echtzeit aufgezeichnet. Das hat den Vorteil, dass bei der mehrtägigen Gangprüfung eines Uhrwerks nicht wie bisher nur einmal am Tag ein Referenzfoto aufgenommen wird und am Ende die errechneten Durchschnittswerte über die Zuteilung des Chronometerzertifikats entscheiden. Im kontinuierlichen Datenaufzeichnungssystem können neben Lageabweichungen auch Temperatureinflüsse nachgewiesen werden, was insbesondere bei einer eventuellen Fehlersuche äußerst hilfreich ist.

Omega Chronometrie Master Chronometer Prüfung
Innerhalb der Transponderboxen können bis zu zehn Uhrwerke mittels Mikrofonen geprüft werden.

Der Prüfzyklus dauert wie im Anforderungsprofil des Master Chronometer vorgeschrieben 15 Tage, doch die gleichzeitig Prüfung von zehn Uhrwerken und das während zehn Tagen völlig automatisierte Handling der Transponderboxen (inklusive Lagenwechsel und tägliches Aufziehen der Werke) sorgt für einen erheblich höheren Durchsatz als mit dem beispielweise bei der COSC praktizierten manuellen Beschicken und Umsetzen möglich wäre.

Die eidgenössische Chronometerprüfstelle ist beim Dual Metric System übrigens inzwischen völlig außen vor, denn das Laboratoire de Précision ist von der Schweizer Eichbehörde METAS für den Master Chronometer zertifiziert und von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS als Prüflabor zugelassen. Somit darf sie den Begriff «Chronometer» nutzen, ohne bei der COSC um Erlaubnis zu fragen.

Wo ist der Sekundenzeiger geblieben?

OMEGA Constellation Observatory Master Chronometer ohne Sekundenzeiger
Ein Chronometer brauchte bisher einen Sekundenzeiger um als solcher zertifiziert zu werden. Bei der Constellation Observatory geht das nun auch ohne.

Zwar werden nach wie vor zwei Vergleichsfotos zur Kontrolle der Zeigerstellung im Abstand von 108 Stunden gemacht, doch dienen diese eher der Dokumentation, dass das Zeigerwerk ordnungsgemäß funktioniert. Für den Prüfbericht hat die Zeigerstellung im Dual Metric System aber keine Relevanz, weswegen die Omega Constellation Observatory auch ohne Sekundenzeiger den Titel Master Chronometer tragen darf.

OMEGA Constellation Observatory Neuheiten mit Gehäuse aus Gold (2)
Je nach Materialvariante unterscheidet sich auch die Ausführung des Rotors, um farblich zum Gehäuse zu passen. Das Kaliber 8915 ist die Luxusvariante des 8914.

Ein subtiles Argument für die Werbung, doch für Chronometerfreunde eher eine Enttäuschung: Man will doch schließlich jederzeit kontrollieren können, wie genau der Chronometer am Arm geht. Das Versprechen eines digitalen Zertifikats ist da nur ein schwacher Trost.

Text: Peter Braun

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