Omega Speedmaster «Silver Snoopy Award»

50 Jahre Snoopy-Speedy

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Vor 50 Jahren wurde der Schweizer Uhrenmarke Omega der «Silver Snoopy Award» von Astronauten der NASA verliehen. Den Preis erhalten Unternehmen oder Personen für einen besonderen Beitrag zum Erfolg einer Weltraummission. Wie Omega zu der Auszeichnung kam und warum Snoopy auf dem Zifferblatt einer Speedmaster mehr ist als «nur» eine Comic-Figur hat mit der dritten Mondlandemission der NASA, Apollo 13 zu tun.

Video: Omega zeigt die neue Snoopy Sonderedition

We have Lift-Off!

Auf dem Weg in den Weltraum gab es bei der Apollo 13 Mission vernachlässigbare Probleme mit den Antriebsstufen, die automatisch kompensiert werden konnten und die Mission nicht gefährdeten. Nach etwa 56 Stunden war der Großteil der Entfernung zum Mond circa 300.000 von 400.000 Kilometern zurückgelegt, doch die Explosion eines Sauerstofftanks an Bord des Kommandomoduls, begleitet vom Funkspruch: «Houston, we’ve had a Problem here» verhinderte den planmäßigen Missionsablauf. Am 11. April 1970 starteten die drei NASA-Astronauten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise im Kommandomodul «Odyssey», welches von einer Saturn-V-Rakete angetrieben wurde Richtung Mond. Die Mission namens «Apollo 13» war die dritte bemannte Raumfahrtmission zum Erdtrabanten und sollte weitere geologische Erkenntnisse bringen.

Foto: NASA
Apollo 13 steigt beim «Lift-Off» über dem Startturm des Kennedy Space Centers am Cape Canerveral in Florida auf.

Abgesehen von Versorgung der Astronauten mit Atemluft wird der Sauerstoff auch für die Strom und Wasserversorgung über Brennstoffzellen benötigt. Um das Überleben der Besatzung und die Versorgung sicherzustellen, war eine Landung auf dem Mond mit der dezimierten Reserve ausgeschlossen und ein Plan zum Abbruch der Mission wurde erarbeitet. Nach dem Umstieg in die als Rettungskapsel umfunktionierte Mondlandefähre «Aquarius» wurden alle elektronischen Systeme außer der Funkverbindung zur Mission Control in Houston abgeschaltet, um die Reserven zu schonen.

Swing-By-Manöver ohne Elektronik

Um auf die Erdumlaufbahn zurückzukehren musste die Apollo 13 Crew einen sogenannten «Swing-by» um den Mond durchführen. Dabei wird die Gravitation eines Himmelskörpers genutzt um das Raumschiff für den Weiterflug zu beschleunigen. Diese Technik wird auch bei unbemannten Raumsonden eingesetzt, wurde aber in der Apollo 13 Mission das erste Mal erprobt.

Um nicht in der Umlaufbahn des Mondes fest zu sitzen und auf direktem Weg Richtung Erde zurückzukehren musste ein gezielter und manuell ausgeführter Schub des Triebwerkes, nach vorher berechneten 14 Sekunden ausgelöst werden. Trotz geringem Toleranzspielraum gelang der Vorgang durch Einsatz der mechanischen Omega Speedmaster, am Handgelenk der Astronauten auch ohne elektronische Bordsysteme und die Besatzung konnte sicher im pazifischen Ozean landen.

NASA Auszeichnung
Der originale Snoopy Silver Award, verliehen durch die NASA an Omega im Oktober 1970.

1968 wurde der Peanuts Charakter «Snoopy» als Symbol für die Flugsicherheit der NASA Astronauten ausgewählt und wird seitdem in Form eines Ansteck-Pins aus 925er Silber an Unternehmen und Personen verliehen. Jeder Pin wurde auf einer Mission mitgenommen und war damit bereits im Weltraum. Als Motivationsprogramm für die Zivilgesellschaft, sich für die Raumfahrt zu engagieren erhielten insgesamt 15.000 Rezipienten den «Silver Snoopy Award» in den letzten 52 Jahren.

Im Oktober 1970 ehrten die Astronauten Omega mit dem Silver Snoopy Award für die Rolle der Speedmaster, die das Swing-By-Manöver perfekt abmaß. Seitdem haben die Schweizer zahlreiche Sondereditionen lanciert, die an die Rolle der Moonwatch bei der Apollo 13 Mission erinnern sollen.

Das blauweiße Zifferblatt wird bei der Kleinen Sekunde von Snoopy geziert.

Nach nun 50 Jahren hat man sich bei Omega eine ausgefallene Sonderedition einfallen lassen. Das weiße Zifferblatt der OMEGA Speedmaster Silver Snoopy Award 50th Anniversary besteht, wie der Award selbst aus 925er Silber und wird von Snoopy auf dem linken Totalisator geziert, der genauso posiert wie beim originalen Pin. Zweifellos befindet sich Snoopy auf der Kleinen Sekunde, um auf die Messung der 14 Sekunden, die für das Swing-By-Manöver abgemessen wurden mussten, anzuspielen.

Co-Axial Omega
Peanuts' Snoopy zieht im Omega-Himmel seine Bahnen.

Die Erde als rotierende Scheibe

Hilfszifferblätter und Lünette in blau entsprechen in der Aufteilung bei dieser Sonderedition den anderen Speedmaster Professional Modellen. Die große Überraschung befindet sich auf der Rückseite der Armbanduhr, wo sich hinter dem Sichtboden nicht etwa das verbaute Master Chronometer Manufakturkaliber 3861 mit Co-Axial Hemmung präsentiert, sondern die Kraterlandschaft des Mondes auf der unteren linken Seite und eine rotierende Erde auf der rechten Seite. Die Erde dreht sich einmal pro Minute um sich selbst und befindet sich auf Höhe der Kleinen Sekunde des Zifferblatts, an die sie angeschlossen wurde. Ein Blick auf das Kaliber mit Handaufzug zeigt, dass keine Bauteile den Weg zum Sekundenrad versperren und das ein Anschluss der Erden-Drehscheibe kein großes Problem darstellt.

Snoopy im Kommandomodul

Während beim Start des Chronographen auf der Vorderseite die vergangene Zeit gezählt wird, taucht hinter der Mondkulisse und vor der Erde ein kleines Raumschiff (befestigt an einem durchsichtigen Zeiger) auf, welches mit Snoopy besetzt ist. Das kleine Kommandomodul umkreist die Rückseite der Speedmaster einmal pro Minute in einem zentralen «Orbit», angeschlossen an die Chronographen-Sekunde. Bei der Rückstellung des Chronographen verschwindet der raumfahrende Comic-Hund hinter dem Mondbildnis, welches auf das Saphirglas des Sichtbodens aufgebracht ist.

«Es wurden keine größeren Modifikationen am Werk vorgenommen, lediglich eine Verlängerung der beiden Zeigerachsen durch das Werk hindurch.»

Erfuhren wir auf Anfrage bei Omega

Omega Kaliber 3861
In das Kaliber 3861 wurde die Co-Axial-Hemmung von Omega mitsamt Silizium-Spirale integriert.

Ganz ohne Modifikationen kam das Kaliber mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde bereits in den Jubiläumsmodellen zu 50 Jahre Mondlandung zum Einsatz. Auf der ledernen Unterseite des Textil-Armbands ist die Flugbahn der Aquarius mit dem entscheidenden Swing-By-Manöver eingeprägt. Anders als bei der letzten Version zum 45. Jubiläum ist die aktuelle Snoopy Edition übrigens nicht limitiert, sondern Teil der regulären Speedmaster Kollektion.

Raumfahrt bei Omega

Omega ist mit der Auswahl für die Ausstattung der bemannten Raumfahrt (durch die NASA) ein Marketing-Wunder gelungen, von dem andere Marken nur träumen können und von dem die Bieler Uhrenmarke noch lange zehren wird. Sicherlich hätten auch andere Chronographen Mondlandungen überstanden und 14 Sekunden zielgenau abgemessen, aber es war nun mal eine Speedmaster, die von der NASA ausgewählt wurde. Eine tolle Geschichte, zu der man die Marke beglückwünschen darf. Der Originale Pin des Snoopy Silver Award ist übrigens im Bieler Omega Museum ausgestellt.

Die Edition zu 50 Jahren Snoopy Award kostet 9160 Euro und ist ab Ende Oktober 2020 erhältlich. Ihr Preis entspricht damit ungefähr dem, der letztjährigen stählernen Sonderedition zu 50 Jahre Mondlandung, die (allerdings am Gliederarmband) für 9000 Euro vertrieben wurde.

Text: Tobias Schaefer

Fotos, Video: Omega, NASA


Weiterführende Links zu Omega

Omega Speedmaster Apollo 11

Die Geschichte der Speedmaster

Omega Speedmaster Moonwatch 321

Omega: Neues Museum

Bildergalerie
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