Marc Newson und De Bethune

Sanduhr für blaue Stunden

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Juni 2022. Zwei faszinierende Elementaruhren im ikonischen Design von Marc Newson, belebt und animiert durch das handwerkliche Geschick von Denis Flageollet, dem Gründer der Genfer Uhrenmarke De Bethune.

Video: Die Sanduhren von Marc Newson und De Bethune haben eine faszinierende Ästhetik.

Die Farbe Blau spielt eine wichtige Rolle im Oeuvre des Designers Marc Newson. Und für die Uhrenmarke De Bethune ist sie so etwas wie die Hausfarbe. Wer die Geistesgegenwart besaß, doch einfach einmal bei Denis Flageollet, dem Gründer und Meisteruhrmacher von De Bethune, anzurufen und zu fragen, ist nicht überliefert. Tatsache ist jedoch, dass sich die Kunsthandwerker von HG Timepiece – eine Schweizer Firma, die sich ausschließlich mit der Entwicklung und den Vertrieb von Zeitmess-Objekten des Designers Marc Newson befasst – schon mehrere Jahre vergeblich an der Einfärbung der Nanokügelchen in Newsons ikonischer Sanduhr versuchen. Leuchtend blau sollten sie sein, die winzigen Kügelchen von nur 0,6 mm Durchmesser, und dem Verlauf der Zeit eine glänzende, schillernde, funkelnde Qualität verleihen.

Die blauen Kügelchen in den beiden Sanduhren besitzen jeweils nur einen Durchmesser von 0,6 mm.

Da es kein völlig durchgefärbtes blaues Metall gibt, experimentierten die Tüftler mit galvanischen Beschichtungen und Lacken, nur um immer wieder Schwierigkeiten mit der Oberflächengüte, der Farbtreue oder mit der Abriebfestigkeit zu bekommen. Da erinnerte sich einer Ingenieure an die Blaufärbung von Stahl durch gezieltes Erhitzen und Abkühlen, wie sie die Uhrmacher seit Jahrhunderten einsetzen, um Schrauben oder Zeiger korrosionsfest zu machen. Und dabei fiel der Name De Bethune.

Meisteruhrmacher Denis Flageollet nahm die Herausforderung an und zog sich in seine Schmiedewerkstatt zurück. Er hat in der Tat große Erfahrung im thermischen Bläuen von Metallen, hauptsächlich Stahl, aber auch Titan. Seine Versuche mit den Präzisions-Mikrokügelchen zogen sich über Wochen hin, doch am Ende hatte er die perfekten Zeiten und Temperaturen ermittelt, um die harte Metalllegierung «auf den Punkt» zu erhitzen, an dem sie schlagartig die Farbe wechseln. Die Produktion der 127 Millionen (!) gleichfarbigen Kügelchen zog sich dennoch über mehrere Monate hin, doch am Ende hatte man genügend Material zusammen. Mehr werde es auch nicht geben, beteuert Denis Flageollet lachend.

In zwei Größen und nur limitiert erhältlich messen die Sanduhren entweder 10 oder 60 Minuten.

Erfahrene Glasbläser stellten insgesamt 36 Sanduhrkolben her, 24 kleine und 12 große. Sie wurden mit jeweils 1,3 Millionen bzw. knapp 8 Millionen gebläuten Stahlkügelchen befüllt und an der Engstelle über der Flamme «kalibriert» für eine Durchlaufzeit von 10 Minuten oder 60 Minuten. Über den Preis der Sammlerstücke schweigen sich alle Parteien noch aus …

Text: Peter Braun

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