Louis Vuitton TambourTrommelwirbel
21 Jahre gehen nicht spurlos an einem Uhrendesign vorüber – schon gar nicht, wenn es sich um eine so markante Skulptur wie die Tambour handelt.
Die beiden transparenten Kreationen sind wahre Meisterleistungen des technischen und künstlerischen «Savoir-faire» und die Ersten ihrer Art in der Geschichte der Uhrmacherei, die das Genfer Siegel tragen. Sie sind eine Ergänzung der Linie Tambour Moon Flying Tourbillon «Poinçon de Genève», die es bereits mit glasklarem, hellblauem und rosafarbenem Gehäuse aus Saphirkristall gibt.
Dieses reine und kostbare Mineral wird durch Erhitzen von Aluminiumoxid auf Temperaturen von etwa 2000° Celsius gewonnen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts nutzt die Uhrenindustrie das von dem französischen Chemiker Auguste Victor Louis Verneuil (1856-1913) erfundene Verfahren zur Herstellung von synthetischen Lagerrubinen für mechanische Uhrwerke. In den 1980er Jahren gelang es der Industrie, die ersten Saphirgläser für Sportuhren herzustellen, und bereits ein Jahrzehnt später gab es die ersten kompletten Uhrengehäuse aus transparentem Saphir.
La Fabrique du Temps hat das Potenzial des hochfesten, extrem harten und praktisch unzerstörbaren Materials sofort erkannt und verwendet Saphir als robuste Verpackung für das delikate Kaliber LV90 mit Fliegendem Tourbillon. Die extravaganten Farbtöne der beiden Neuheiten sind das Ergebnis systematischer Forschung an Metalloxiden – und zweifellos auch einiger glücklicher Zufälle.
Um Gehäusemittelteil, Gehäuseboden und den Rohling des LV-Logos in einer für jede Uhr identischen Farbe zu erhalten, wird ein Zylinder mit einem Durchmesser von 50 mm und einer Länge von 150 mm aus einem fast 200 kg schweren Block aus durchgefärbtem japanischem Saphir herausgeschnitten. Für jedes Gehäuse sind 420 Maschinenstunden auf digital gesteuerten Bearbeitungszentren mit Diamantwerkzeugen erforderlich. Allein für den 10 mm dicken Block, der Gehäusemittelteil, Lünette und Glas umfasst, müssen 100 Stunden für das Fräsen und 150 Stunden für das Polieren aufgewendet werden. Der Gehäuseboden benötigt 50 Stunden maschinelle Bearbeitung und 60 Stunden manuelle Nachbearbeitung. Die transparente Brücke mit dem LV-Logo schließlich erfordert 20 Stunden Schneiden und 40 Stunden manuelle Nachbearbeitung.
Während des gesamten Herstellungsprozesses wird jedes Detail mit größter Sorgfalt behandelt. Auf der Außenseite des konkaven Gehäusemittels der Tambour Moon sind die 12 Buchstaben des Markenschriftzugs Louis Vuitton eingraviert, ebenso wie die Indexe, die bei der grünen Version weiß und bei der gelben Version schwarz lackiert sind. Die beiden Bandanstöße aus schwarzem, PVD-beschichtetem Titan sind verschraubt. 42,5 mm lang und 9,9 mm dick ist das Gehäuse, das eine Wasserdichtigkeit bis zu 30 Metern garantiert.
Das lichtdurchflutete Gehäuse lenkt den Blick des Betrachters auf die auf das Notwendigste reduzierte Architektur des Handaufzugkalibers LV90, das über eine Gangreserve von 80 Stunden verfügt. Und das wie erwähnt die strengen Anforderungen an die Vergabe des Genfer Siegels («Poinçon de Genève») erfüllt. Der immense Aufwand hat natürlich seinen Preis: 480.000 Euro kostet die Tambour Moon Flying Tourbillon «Poinçon de Genève». Und man darf es nicht eilig haben, denn die Produktion der gelben und grünen Versionen ist eben erst angelaufen.
Text: Peter Braun


