Tue Gutes und sprich darüber!

Der Umwelt zuliebe

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Gefühlt jedes Unternehmen wirbt inzwischen mit seiner Umwelt-Bilanz. Teilweise mit fragwürdigen Aussagen wie «biologisch abbaubar» bei Waschmitteln oder «nachhaltig produziert» für modische Kleidung aus Sweatshops in der Dritten Welt.

Dass es auch anders und vor allem besser geht, zeigen verschiedene Uhrenmarken, die sich schon seit Jahren für den Umweltschutz engagieren. Wobei eine hochwertige mechanische Uhr schon per se relativ nachhaltig ist – schließlich funktioniert sie ohne industrielle Energiezufuhr für mehrere Jahrzehnte. Damit hat sie gegenüber Konsumartikeln wie Smartwatches und Mode-Accessoires ohnehin schon einen riesigen Vorteil.

Austern retten in New York

Dass man pro verkaufte Armbanduhr einen Teil der Gewinnmarge für einen guten Zweck spendet, ist in der Branche gang und gäbe. Beispiel für eine Uhrenmarke, die das schon lange so handhabt, ist Oris, deren Auswahl von Projekten sehr durchdacht ist.

Das limitierte Editionsmodell New York Harbor unterstützt das «Billion Oyster Project» von Murray Fisher und Pete Malinowski, bei dem eine Milliarde Austern im New Yorker Hafen wiederangesiedelt werden sollen. Im Bereich des Hafens gab es einst riesige sogenannte Austernbänke, die jedoch durch Abwässer der Metropole ausgestorben sind. Ein Teufelskreis, denn der Zustand des Wassers leidet dadurch weiter, denn jede Auster kann bis zu 190 Liter Meerwasser am Tag filtern und trägt damit zu einer besseren Wasserqualität und Artenvielfalt bei.

Oris – und nicht etwa Rolex! – unterstützt das «Billion Oyster Project» von über 11.000 Freiwilligen und 8000 Studierenden mit einem Teil des Gewinns der 2000 Exemplare der neuen Oris-Aquis-Variante. Sie hebt sich durch ein grünes Perlmuttzifferblatt und den geprägten Gehäuseboden mit Nummerierung und Austernmotiv vom Kollektionsmodell ab und kostet 2400 Euro, inklusive Gliederarmband und eines grünen Kautschukbands.

Oris finanziert mit dem Editionsmodell New York Harbor die Neuansiedlung von einer Milliarde Austern im Hafenbecken der Metropole. Die auf 2000 Exemplare limitierte Uhr mit grünem Perlmuttzifferblatt kostet 2400 Euro.

Oris kompensiert CO2 -Emissionen über das Einsammeln von Plastikabfällen im Meer und möchte durch den Einsatz von neuen Technologien und erneuerbaren Energieträgern die eigenen Emissionen jedes Jahr um 10 Prozent senken.

Die Schildkröte im Logo

Auch Certina lancierte dieses Jahr eine Sonderedition zum Spendensammeln. Passend zum Logo der Marke soll die DS Super PH500M der Meeresschildkröte zu Hilfe eilen. Ein Teil der Erlöse der Taucheruhr geht an die Non-Profit-Organisation Sea Turtle Conservancy.

Diese setzt sich schon seit 1959 für den Erhalt der Reptilien ein, denn schwindende Populationen sind größtenteils auf den Einfluss des Menschen auf Meer und Strände zurückzuführen. Laut WWF ist die Zahl der Tiere in den letzten 20 Jahren um ca. 90 Prozent zurückgegangen.

Neben der Fischerei schadet besonders Plastikmüll den Schildkröten, weil diese ihn mit Futter verwechseln und daraufhin qualvoll verenden. Während Certina auf ein beständiges Gehäuse aus Edelstahl setzt, verwendet die Marke für das Textilband Garn aus #tide ocean material, also Plastik, das aus dem Meer gefischt und recycelt wurde.

Certina unterstützt mit einer speziellen Version der DS Super PH500M die Hilfsorganisation Sea Turtle Conservancy, deren Logo auf dem Boden der Uhr graviert ist. Die Variante kostet mit 895 Euro genauso viel wie das Standardmodell – Certina zweigt die Spende vom eigenen Profit ab.

Darüber freuen sich neben Schildkröten auch andere Meerestiere. Mit 895 Euro ist das unlimitierte Modell mit 50 bar Wasserdichtheit und königsblauem Zifferblatt genauso teuer wie die Standardversion – die Kosten fürs Engagement werden folglich nicht an die Kunden weitergegeben.

Aus Liebe zum Hai

Stellen Sie sich vor, Sie gehen surfen und ein Hai beißt Ihnen das Bein ab! Würden Sie auf die Idee kommen, es sich zum Ziel zu setzen, etwas für den Schutz von Haien zu unternehmen? Genau das war die Reaktion von Ulysse-Nardin-Markenbotschafter Mike Coots.

Ulysse Nardin beweist mit dem Diver Chronograph Great White ein Herz für Tiere, die zu lieben manchem schwerfällt.

Obwohl er seit einem Hai-Angriff mit einer Beinprothese lebt, wollte der damals 18-Jährige wieder so schnell wie möglich zurück aufs Surfbrett und ins Wasser. Für ihn ist klar: «Wenn mir das nicht passiert wäre, hätte ich niemals die Chance gehabt, mit den Leuten zu sprechen, die die Macht haben, etwas zu ändern.» Heute, mit 43 Jahren, kann Coots auf eine Vielzahl von Unterstützern blicken, zu denen nun auch Ulysse Nardin gehört.

Mit dem Diver Chronograph Great White unterstützt die Uhrenmarke aus Le Locle die Arbeit des Umweltaktivisten, der gegen die Fischerei von Haien kämpft. Zudem spendet das Unternehmen einen Teil der Verkaufserlöse an die Organisationen Shark Trust und 1 % for the Planet.

Das Hai-Symbol am Armband ist ebenso mit Nachleuchtmasse belegt wie die Stundenmarker und Zeiger auf dem Zifferblatt der Great White.

Das strukturierte Zifferblatt und das satinierte Titangehäuse des Chronographen erinnern an die raue Haifischhaut. Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber UN-150 mit automatischem Aufzug.

Die 300 Exemplare der limitierten Edition sind ab 12.600 Schweizer Franken erhältlich. Auch für Ulysse Nardin handelt es sich dabei nicht um das erste Projekt dieser Art: Bereits eine Vielzahl von Sondereditionen kam vor allem den verschiedenen Hai-Arten zugute.

Achtung! Sperrgebiet!

Bereits seit fast 20 Jahren sponsert Blancpain verschiedene Initiativen, welche die Ozeane schützen sollen. Dabei hat sich die SwatchGroup-Tochter vor allem auf die Einrichtung von geschützten Meeresgebieten (Marine protected areas, MPAs) konzentriert.

Die Fifty Fathoms Bathyscaphe steht im Mittelpunkt zahlreicher Projekte zum Erhalt der Meere. Als passionierter Taucher hat Blancpain-Präsident Marc Hayek ein offenes Ohr für die Bedürfnisse von Hilfsorganisationen.

Dort werden menschliche Aktivitäten aller Art verboten oder zumindest stark eingeschränkt. Auf diese Weise können sich Korallen und Fischbestände in den Gebieten erholen. Bereits vor zwei Jahren haben wir das Projekt vorgestellt: Ziel der Vereinten Nationen war es nämlich, im Jahr 2020 bereits 10 Prozent der globalen Meeresfläche derart zu schützen.

Damals wie heute ist die Prozentzahl des tatsächlich Erreichten allerdings bei mageren 3,7 Prozent hängen geblieben. Dieses Jahr jedoch kündigt Blancpain Unterstützung für eine neue Initiative, das «Sea Academy Project» der Sulubaaï Foundation, an.

Neu ist die Bathyscaphe Quantième Complet mit Vollkalender in Rotgold mit blauem Zifferblatt.

Auf der Insel Pangatalan, die zu den Philippinen gehört, setzt sich das Projekt für die Schaffung von MPAs ein und fördert die Renaturierung der betroffenen Meeres- und Küstenabschnitte. Bereits 80.000 Bäume und Mangroven, 2500 Korallen und 250 künstliche Riffs konnten verwirklicht werden – jeweils in direkter Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Das Projekt, bei dem es um insgesamt 1,5 Quadratkilometer geht, soll in der Zukunft Pate für weitere derartige Initiativen stehen.

Nur ein Überblick

Die vorgestellten Beispiele sind nur ein Überblick. Viel mehr Marken setzen sich für den Umweltschutz und die Bewahrung unserer Meere ein. Darunter befinden sich auch die Branchengrößen Rolex, Omega, Breitling oder Panerai, Alpina, Carl F. Bucherer und viele mehr.

Unabhängig davon, ob man darin nur ein cleveres Marketing mit Blick auf ein return on investment sieht oder nicht: Einige Millionen für den Umweltschutz und die Forschung dürften über die letzten Jahre in der gesamten Branche schon zusammengekommen sein. Und das kann ja nicht schaden.

Text: Tobias Schaefer


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