Open Movement OM10

OPEN-SOURCE UHRMACHEREI

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April 2021. Die «Association openmovement» hat sich das Ziel gesetzt ein Uhrwerk als open-source Projekt zu entwickeln. Die 3D-Pläne des ersten Handaufzug-Kalibers OM10 können nun kostenlos heruntergeladen werden.

Open-Source bedeutet so viel, dass die Quellen offen sind und damit für jedermann einsehbar und benutzbar. Die Wortschöpfung kommt eigentlich aus dem Software Bereich und beschreibt Programme, deren Programmiercode (auch Quellcode genannt) von jedem kostenlos verwendet und verändert werden kann. Die einzige Bedingung ist oftmals, dass auch eine veränderte Version offen und frei zur Verfügung gestellt werden soll.

Die Vorbilder

Große Projekte wie der Webbrowser Mozilla Firefox, Wikipedia, das Betriebssystem Linux, auf dem auch Android basiert oder OpenOffice als kostenlose Alternative zu Microsoft Office sind prominente Beispiele für das Konzept. Der Erfolg vom Open-Source-Prinzip wird bedingt durch die Teilnahme von Nutzern, also Firmen und Privatpersonen, die bei der Weiterentwicklung mithelfen oder Gelder für die «Macher» zur Verfügung stellen.

Bei «openmovement» ist einer dieser Macher Roman Winiger, der als Selbständiger Uhrmacher im Schweizer La-Chaux-Fonds arbeitet. Dank einigen Sponsoren aus Forschung und Wirtschaft aber vor allem großen Eigeneinsatz haben er und seine Kollegen es geschafft, die Konstruktion des ersten openmovement-Uhrwerks, dem Kaliber OM10 mit Handaufzug fertigzustellen. Ganz im Geiste von Open-Source wurden die Pläne dafür jetzt öffentlich gemacht und können von jedem frei heruntergeladen werden.

Das ist nicht nur Interessant für Uhrmacher oder Hersteller, sondern auch für jeden Mechanikbegeisterten! Besonders wer einen 3D-Drucker hat kann sich freuen und das OM10 zum Beispiel vergrößert nachbauen.

Zukunftsperspektive

Schauen wir zu den großen Spielern in der Uhrwerkherstellung wie ETA oder Sellita wird deutlich, dass viele der Werke auf Plänen basieren, bei denen ein Patentschutz längst abgelaufen ist. Es besteht also teilweise die legale Möglichkeit, dass man ein solches Werk abmisst und eins zu eins nachbaut. Die große Leistung besteht oftmals in der praktischen Umsetzung, der präzisen Fertigung und Assemblage der Komponenten. Dafür möchte openmovement auf lange Sicht Hersteller vermitteln, um auch Teilekits anzubieten.

Trotzdem bleibt die Entwicklung eines eigenen Kalibers eine große Leistung, bei denen Angesichts des Trends zu jeweils eigenen Manufakturwerken und einer Unabhängigkeit von Herstellern von Serienwerken einige Uhrenmarken interessiert aufhorchen können. Das OM10 ist ein Handaufzugskaliber mit Datumsanzeige. Weitere Versionen und Kaliber, etwa mit automatischem Aufzug sind bereits in Planung.

Ganz aktuell jedoch sucht man noch Sponsoren, zur Finanzierung der ersten physischen Prototypen. Als Dankeschön ist es möglich, das Ergebnis (natürlich im selbst entworfenen Gehäuse) für das eigene Handgelenk zu bekommen.

Text: Tobias Schaefer

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