Neuheiten IWC Schaffhausen 2026

Ewiger Kalender und ewige Weiten

Wer beim Korrigieren eines Ewigen Kalenders übers Ziel hinausschießt, der muss normalerweise warten, bis die Uhr stehen bleibt und nachregulieren. Bei der IWC lässt sich die Zeit inzwischen auch zurückdrehen und mit der Pilot Venturer Vertical Drive greift IWC nach den Sternen.

IWC Big Pilot's Watch Perpetual Calendar Pro-Set

Nach dem großen Coup mit dem «Eternal Calendar», dessen mechanische Genauigkeit bis ins Jahr 3999 vor zwei Jahren die Grenzen unserer Vorstellungskraft sprengte, investiert die IWC Schaffhausen heuer in die Praxistauglichkeit des «normalen» Ewigen Kalenders. Die Grundkonstruktion geht noch auf den legendären Meisteruhrmacher Kurt Klaus zurück, der schon vor 40 Jahren die Bedienung und Korrektur sämtlicher Kalenderanzeigen über die Krone vorsah.

Das ist auch bei dem neuen IWC-Manufakturkaliber 82665 nicht anders, mit dem Unterschied, dass die Anzeigen nun in beide Richtungen verstellt werden können. Das «ProSet» genannte System basiert auf einem epizyklischen Räderwerk, dessen drehende Teile sich in permanentem Eingriff befinden. Wo früher Klinken und Hebel ein Zurückdrehen gegen die Drehrichtung des Kalendermechanismus verhinderten, lassen sich beim neuen Big Pilot Perpetual Calendar ProSet sämtliche Zeiger – und auch die digitale Jahresziffer – nach Belieben vorwärts und rückwärts verstellen. Die Preise für die verschiedenen Modelle beginnen bei knapp unter 40.000 Euro.

IWC Pilot Venturer Vertical Drive

Längst wird das Rennen um die Erschließung des Weltraums nicht mehr nur zwischen Staaten ausgetragen. Unternehmen wie «Space X» oder «Blue Origin» wollen sich Teile der endlosen Weiten sichern und bieten Staaten, Unternehmen und sogar Privatleuten ihre Raketen und Dienstleistungen an.

Auch «Vast» ist eine solche Firma, die ihre Raumstation Haven-1 vermarktet und ab 2027 in den Orbit bringen möchte. In Kooperation mit IWC entstand im Vorfeld nun die Pilot Venturer Vertical Drive, die für die Anforderungen im Weltraum konstruiert und von Vast rigoros getestet wurde. Die Besonderheiten der 44-mm-Uhr mit Keramik- und Ceratanium-Gehäuse liegen unter anderem in der Bedienbarkeit über eine drehbare Lünette statt über eine Krone, um eine Benutzung mit Handschuhen zu ermöglichen. Auf dem Zifferblatt dient ein schrittweise verstellbarer 24-Stunden-Zeiger als Anzeige für die GMT-Zeit, die bei Weltraummissionen verwendet wird. Das neue IWC-Kaliber 32722 mit 120 Stunden Gangreserve zeigt also eine zweite Zeitzone an.

Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Ceralume

Beim Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Ceralume von IWC kommt zwar eines der wichtigsten Kaliber des Hauses zum Einsatz, im Vordergrund steht aber das Design der Uhr, besser gesagt ihr Material – Ceralume. Dabei handelt es sich um eine lumineszierende Keramik, die durch die Anreicherung von Keramik mit Super-LumiNova-Pigmenten entsteht. Das bringt das gesamte, 46,5 Millimeter große Gehäuse zum Leuchten – ein Effekt, der erstmals 2023 für eine Konzeptuhr verwendet wurde.

Nun erscheint das Material erstmals in einem Serienmodell – wenn auch in limitierter Auflage von 250 Stück. Neben dem Gehäuse sind auch Zifferblatt und Kautschukarmband mit Leuchtpigmenten versehen. Im Dunkeln leuchtet daher die gesamte Uhr bläulich, bei Licht gibt sie sich hingegen zurückhaltend in unterschiedlichen Weiß- und Grautönen. Das Ceralume-Gehäuse ist mit dem ewigen Kalender kombiniert, dem traditionellen Kaliber 52616. Das Automatikwerk bietet neben den Anzeigen des ewigen Kalenders eine präzise Mondphasenanzeige für beide Hemisphären. Aufgrund der Dimensionierung von Gehäuse und Werk ist es noch nicht das neu überarbeitete Kaliber des Ewigen Kalenders, das hier zum Einsatz kommt. Der Preis der Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Ceralume beträgt 77.400 Euro.

IWC Ingenieur SL

Auf 50 Jahre Tradition blickt die Ingenieur SL von IWC zurück, die von Gérald Genta entworfen wurde. Vor drei Jahren hat IWC die Linie neu aufgelegt und seither stetig erweitert. Zum Jubiläum kommen nun neue Varianten in 35 und 40 Millimetern sowie ein neuer Ewigen Kalender in Titan. Dank dieses Metalls, aus dem das 41-Millimeter-Gehäuse sowie das integrierte Armband gefertigt sind, handelt es sich bei dem neuen Ingenieur Perpetual Calendar um den leichtesten Ewigen Kalender, den IWC bisher gefertigt hat. Der graue Schimmer von Titan wird durch das Zifferblatt im gleichen Farbton mit Grid-Struktur betont. Im Inneren setzt man auf das bewährte Kaliber 82600 mit dem Ewigen-Kalender-Modul von Kurt Klaus.

Text: Peter Braun, Tobias Schaefer, Iris Wimmer-Olbort

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