Sammleruhren IWC Ingenieur

Most Wanted

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Juni 2021. Die 1950er Jahre waren von einem starken Fortschrittsglauben geprägt, mit Ingenieuren, Chemikern und Technikern in der Heldenrolle. Für sie baute IWC Schaffhausen die Ingenieur: einen robusten Zeitmesser, der allen Widrigkeiten des beruflichen Alltags trotzen konnte.
Die erste Ingenieur, mit der Referenz 666 wurde besonders robust gebaut um den Alltag von Technikern, Ärzten und Ingenieuren mitzumachen.

Die herausragende Besonderheit der Ingenieur war die ins Gehäuse eingelegte Weicheisenkalotte, die das Uhrwerk wie ein faradayscher Käfig abschirmte und es resistent gegenüber Magnetfeldern machte. Eine Technik, die IWC von der Fliegeruhr Mark 11 für die Royal Air Force übernommen hatte und die mit der Ingenieur erstmals in eine zivile Uhr übertragen wurde. In der ersten Auflage von 1955 war die Ingenieur (Ref. 666) eine Automatikuhr mit Datumsanzeige. Durch ihre robuste Gehäusekonstruktion mit 36,5 mm Durchmesser, einer Magnetfeldresistenz von bis zu 80.000 A/m bzw. 1000 Gauß und einer Wasserdichtheit bis 10 bar ist sie auch heute noch gut im Alltag tragbar.

Die Modelle aus der Ingenieur-Reihe sind bei IWC seit 1955 durchgängig im Programm, haben allerdings auch einige Änderungen durchlebt: 1967 erschien die Referenz 866 mit abgewandeltem Gehäuse, Zifferblatt und Zeigern. Der Kurator des IWC-Museums, Dr. David Seyffer, sieht in ihr einen Geheimtipp für Sammler: «Man muss sich schon ein bisschen auskennen, damit man die 866 gut findet, die hat nicht jeder auf dem Schirm.»

Die Ingenieur 866 brachte neue Zifferblätter, ein neues Gehäuse und neue Zeiger mit sich. Heute ist die Referenz ein Geheimtipp!

Bei der Ingenieur haben viele das 1975 erschienene Modell «Jumbo» (Ref. 1832) vor Augen, das von Gérald Genta, dem Designer der Royal Oak von Audemars Piguet und der Nautilus von Patek Philippe, entworfen wurde. Zum Leidwesen der IWC war sie ein kommerzieller Flop, die Uhr wurde nicht gut angenommen. Ihr Gehäuse war mit 40 mm offenbar zu groß – geradezu aus der Zeit gefallen, in der eben kleinere Uhren «en vogue» waren. Wenig Erfolg führte zu geringen Produktionszahlen, und heutzutage wird die seltene Jumbo für Preise um 20.000 Euro gehandelt. Damit reiht auch sie sich in die astronomische Preisentwicklung der anderen Genta-Designs ein.

Uhren nach einem Entwurf von Gérald Genta, wie die IWC-Referenz 1832, sind heute gefragter denn je.

Von diesem Modell leitete sich die Ingenieur SL ab, in deren Gehäuse auch Quarzwerke verbaut wurden und die es zudem mit Diamanten besetzt gab. Ein herausragendes Modell aus den Achtzigern ist allerdings die Automatikuhr mit der Referenz 3506, die von Sammlern «Skinny» genannt wird. Ausgestattet mit einem Zifferblatt in Millimeterpapier-Optik, war sie besonders flach (8,8 mm) und hatte nur noch einen Durchmesser von 34 mm.

1985 folgte mit der Referenz 3506 («Skinny») eine verkleinerte Version der Genta-Ingenieur.

In den 1980er Jahren hat IWC die antimagnetische Uhr übrigens noch weiterentwickelt. Teile der Ingenieur 500.000 A/m wurden aus antimagnetischen Materialien wie einer Legierung aus den Elementen Niob und Zirkonium gefertigt. Die Uhr brauchte keinen Weicheisenkäfig mehr, wurde im Kernspintomografen getestet und hielt in der Praxis sogar einem Magnetfeld von 3.700.000 A/m stand.

Die Ingenieur 500.000 A/m brauchte keinen Weicheisenkäfig mehr, um antimagnetisch zu sein.

Das letzte Mal wurde die Ingenieur im Jahr 2017 überarbeitet. Das Design orientiert sich wieder an den Pre-Genta-Modellen, der Durchmesser liegt bei 40 mm.

Text: Tobias Schaefer

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