Hinter den Kulissen: Chopard Manufacture

Jubiläum: Gut gefügt

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November 2021 Vor 25 Jahren gründete Karl-Friedrich Scheufele Chopard Manufacture, eine Uhrenmanufaktur, deren Produkte heute im Konzert der ganz Großen mitspielen. Zudem ist die Manufaktur auch der Nukleus des Werkeherstellers Fleurier Ébauches.
Chopard Manufacture 25 Jahre
Chopard Manufacture liegt im Zentrum des Städtchens Fleurier, eingebettet ins idyllische Val-de-Travers.

Karl-Friedrich Scheufele lächelt zufrieden – und er hat allen Grund dazu. Aus dem zarten Pflänzchen, das er vor 25 Jahren in Fleurier gesetzt hat, ist längst ein stattlicher Baum geworden, der nicht nur kräftig blüht, sondern auch schon Ableger hervorgebracht hat, die ebenfalls gut gedeihen.

Uhrwerke von Chopard: Start-up im Unternehmen

Die ersten Menschen, die er von seiner Idee, eine Uhrenmanufaktur aufzubauen, überzeugen musste, waren der Familienrat, was bei Chopard gleichbedeutend mit der Unternehmensleitung ist. Denn in den 1990er Jahren saßen seine Eltern Karl und Karin Scheufele dem Unternehmen vor, seine Schwester Caroline und er waren Vizepräsidenten.

Chopard Karl-Friedrich Scheufele
Karl-Friedrich Scheufele ist Co-Präsident von Chopard.

Das Ziel war klar: «Mein Wunsch war es, dass Chopard zu seinen Wurzeln als Manufaktur zurückkehrt.» Schließlich machte sich das von Louis-Ulysse Chopard 1860 in Sonvillier gegründete Unternehmen durch Taschenchronometer einen Namen, die damals für ihre hervorragende Präzision bekannt waren.

Karl-Friedrich Scheufele, obgleich gelernter Juwelier, ist fasziniert von mechanischen Uhrwerken und startet – noch gegen die anfängliche Skepsis seines Vaters – mit dem Aufbau der eigenen Manufaktur. 1993 mietet er in Fleurier, einer im Schweizer Jura gelegenen Kleinstadt, Werkstätten in einem leer stehenden Gebäude an, das damals der Swatch Group gehört. Dort beginnt er mit einer Handvoll Spezialisten, darunter der heutige Entwicklungschef Daniel Bolognesi, das Konzept einer Uhrenmanufaktur zu entwerfen. «Wir begannen buchstäblich auf einem weißen Blatt Papier», erinnert sich Scheufele. «Wir wollten etwas von Grund auf Neues und Eigenes aufbauen.»

Chopard kehr zurück ins Val-de-Travers

Chopard Manufacture ist aus heutiger Sicht eine Erfolgsgeschichte und ein fester Bestandteil der Schweizer Haute Horlogerie, der Uhrmacherei auf höchstem Niveau. Fleurier ist neben dem Hauptsitz im Genfer Stadtteil Meyrin und der Niederlassung in Birkenfeld bei Pforzheim der dritte bedeutende Chopard-Standort.

Insgesamt werden in den Ateliers von Chopard Manufacture jährlich 4500 Uhren gefertigt, die alle die Initialen des Gründers tragen: L.U.C. Und wenn sie einen Sekundenzeiger besitzen, werden sie bei der Chronometerprüfstelle COSC auf ihre Ganggenauigkeit getestet. Das gilt sogar für die Tourbillons, was in der Branche eine absolute Ausnahme darstellt.

Große Bandbreite an Chopard-Manufakturwerken

Heute beherrscht Chopard Manufacture alle Spielarten mechanischer Uhrwerke. Gebaut werden Fliegende Tourbillons, schön klingende Minutenrepetitionen, aufwendige Chronographen und ausdauernde Handaufzugsuhren mit vier Federhäusern.

«Das wahrscheinlich wichtigste Uhrwerk in unserer Geschichte war wohl das L.U.C 1/96», sagt Scheufele heute. Es ist im Wortsinne das Erstlingswerk der Manufaktur, das in der Folge die eigenen Maßstäbe definiert hat.

In unmittelbarer Nachbarschaft von Chopard Manufacture – das komplette Gebäude gehört dem Unternehmen seit dem Jahr 2000 – ist eine weitere Unternehmenssäule gewachsen: die Uhrwerkefabrik Fleurier Ébauches, die aus den oberen Etagen der Manufaktur auch zu sehen ist. Mit diesem Betrieb gelang Chopard ein großer Schritt in Richtung Unabhängigkeit, denn hier können Uhrwerke in großen Stückzahlen hergestellt werden. Das ist wichtig, schließlich verkauft das Unternehmen pro Jahr rund 70.000 Uhren – inklusive der L.U.C-Modelle.

Chopard Manufacture Fleurier
Pure Ästhetik: Modell der Chopard Manufacture bei der Endkontrolle.

Inzwischen werden 80 bis 85 Prozent dieser Uhren mit Uhrwerken aus eigener Produktion angetrieben, übrigens auch viele Modelle aus der beliebten Damenuhrenkollektion Happy Sports. Darüber freut sich «KFS», denn dies war vor 25 Jahren nun wirklich nicht abzusehen. Zur Zeit der Manufakturgründung herrschte die gängige Meinung, dass Damenuhren am besten mit Quarzwerken auszustatten seien.

Geist der Gründungszeit

Fast noch mehr freut ihn die Wiederbelebung der Marke Ferdinand Berthoud, die eigene Ateliers innerhalb des Gebäudes von Chopard Manufacture belegt. Diese Marke ist erkennbar ein Herzensprojekt von Karl-Friedrich Scheufele, der damit einem der wichtigsten Uhrmacher seiner Epoche ein Denkmal setzt.

Berthoud (17271807) war ein Zeitgenosse von Abraham-Louis Breguet und stammte – natürlich – aus Fleurier. Die Stückzahlen sind mit 30 gebauten Uhren pro Jahr nicht riesig, dafür generiert die Marke jedoch große Achtung unter Kennern und Sammlern. So entwickelt sich das vor 25 Jahren sozusagen als Start-up innerhalb eines Familienunternehmens gegründete Projekt erfolgreich in alle Richtungen.

«Es hat sich gut gefügt», stellt Karl-Friedrich Scheufele zufrieden fest und ergänzt: «Ohne Chopard Manufacture hätte es kein Fleurier Ébauches und auch kein Ferdinand Berthoud gegeben.» Und wer weiß, was in Zukunft noch alles kommt? Immerhin hat Scheufele die Devise ausgegeben: «Wir müssen auch künftig unseren Geist aus der Gründungszeit beibehalten.»

Text/Bilder: Martin Häußermann

Lesen Sie mehr über die Chopard Manufacture


Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident von Chopard, im Interview


Uhren zum Jubiläum 25 Jahre Chopard Manufacture

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