Gewinner des GPHG 2023Siegermodelle
Endlich ist es so weit: Die Sieger des Grand Prix d’Horlogerie de Genève (GPHG) 2023 stehen fest.
«Es ist die komplexeste Uhr, die jemals von Bulgari kreiert wurde.» Mit diesem Statement stellte die italienische Marke ihr Highlight bei den Geneva Watch Days vor: die Octo Roma Grande Sonnerie Tourbillon. Die weiteren Neuheiten, die die Zeit zum Klingen bringen, sind das Octo Roma Carillon Tourbillon sowie die Octo Finissimo Minute Repeater Carbon.
Bevor man einen Blick auf diese Modelle wirft, eine Begriffserklärung: Als Sonnerie bezeichnet man eine Uhr mit Selbstschlag, die also regelmäßig mit einem akustischen Signal die Zeit angeben – wie eine Kirchturmuhr. Dabei unterscheidet man die Grande und die Petite Sonnerie.
Beim Großen Schlagwerk werden nicht nur die vollen Stunde mit entsprechend vielen Schlägen angegeben, sondern auch die Viertelstunden mit vorhergehendem Stundenschlag. Anders bei der Petite Sonnerie, dem Kleinen Schlagwerk: Diese geben ebenfalls zur vollen Stunde ein Signal, manche auch zur Viertelstunde – allerdings ohne vorhergehenden Stundenschlag.
Im Gegensatz dazu verhält sich eine Minutenrepetition trotz des Verstreichens der Zeit still: Sie schlägt die Zeit ausschließlich auf Verlangen und kann sie sogar auf die Minute genau schlagen.
Während es bei der Sonnerie und der Minutenrepetition also darum geht, wann die Zeit geschlagen wird – selbsttätig oder auf Verlangen – bezieht sich der Begriff Carillon auf die Vielfalt der Klänge. Denn eine Schlagwerksuhr mit mehr als drei Tonfedern nennt man Carillon oder Glockenspiel.
Zurück zu Bulgari und der akustischen Inszenierung der Zeit. Die Bühne dafür sind die Modelle Octo Roma und Octo Finissimo – zwei unverwechselbare Linien. Kennzeichen der Octo Roma ist die Kombination eines runden Elements mit einem achteckigen Rahmen durch Gehäuse und Lünette. Die Octo Finissimo mit der ebenfalls achteckigen Lünette wirkt noch kantiger, da der Übergang von Gehäuse zum Band ausladender und stärker betont ist; die Octo Finissimo ist besonders flach und hält in diesem Bereich sogar mehrere Weltrekorde.
Als anspruchsvollste Uhr bezeichnet Bulgari die neue Octo Roma Grande Sonnerie mit einer Minutenrepetition. Hier geben vier Hämmer die Uhrzeit mit einer Melodie an, die von Dirigent Lorenzo Viotti komponiert wurde. Teil seiner Melodie ist der «Tritonus», ein Intervall der klassischen Musik – eine Premiere bei Uhren.
Durch das durchbrochene Zifferblatt kann man einen Blick auf die hochkomplexe Mechanik werfen; dieses Design gibt der insgesamt eher klassisch wirkenden Uhr eine moderne Anmutung. Dies unterstreicht das Format des Gehäuses: Es hat einen Durchmesser von 45 Millimetern und ist in Titan gefertigt. Es birgt das Handaufzugswerk BVV800 mit Grande und Petite Sonnerie, Minutenrepetition, einem vier-Hammer-Glockenspiel und Tourbillon. Der Preis für das edle Stück beträgt eine Million Euro.
Ein weiteres Glanzstück der klingenden Zeit ist das Octo Roma Carillon Tourbillon mit 44 Millimeter großem Roségoldgehäuse. Das Handaufzugskaliber BVL428 beherrscht die Minutenrepetition und gibt die Zeit auf einem 3-Hammer-Glockenspiel wider; außerdem wurde ein Tourbillon in das Werk integriert. Auch das Zifferblatt dieses Modells ist durchbrochen und gibt der Uhr einen modernen Touch, während das Roségoldgehäuse deutlich klassischer anmutet. Die anspruchsvolle Uhr kommt für 380.000 Euro in den Handel.
Form und Material machen den Octo Finissimo Minute Repeater Carbon zum auffälligsten Modell des Trios: Die Uhr mit dem 40-Millimeter-Carbongehäuse ist mit einer Höhe von 6,85 Millimeter besonders flach. Möglich macht dies das ultraflache Handaufzugswerk BVL362 mit Minutenrepetition. Der moderne Look des Carbongehäuses wird durch das Carbon-Zifferblatt betont. Das Armband ist ebenfalls in Carbon gefertigt. Der Preis: 255 000 Euro.
Text: Iris Wimmer-Olbort






