Breitling Navitimer Cosmonaute

24 Stunden sind mehr als ein Tag

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Mai 2022. Nachdem Anfang des Jahres der neu gestaltete Navitimer auf den Markt kam, fragten wir uns natürlich: „Und was ist mit der Cosmonaute?“ Und wir mussten uns nicht lange gedulden: Ende Mai präsentierte Breitling Eine moderne Neuinterpretation des klassischen 24-Stunden-Chronographen.
Die historische Breitling Navitimer Cosmonaute und ihre limitierte Neuauflage (rechts).

Nun ja – so modern ist die neue Interpretation nun auch nicht, denn selbst eingefleischte Breitling-Kenner werden sich auf den ersten Blick schwertun, wesentliche Unterschiede gegenüber der Ur-Cosmonaute von 1962 und den danach produzierten Varianten aufzuzählen. Abgesehen von der auf 41 mm gewachsenen Gehäusegröße – was nach heutigen Maßstäben sogar als „zahm“ gilt – bleibt die Neue der alten Linie treu. „All the right things in all the right places“, sagen die Amerikaner, und das ist für ein gezielt auf 362 Exemplare limitiertes Remake auch eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg. Man muss kein Hellseher sein, um den zügigen Ab- und Durchverkauf der Bestände noch vor Ende des Monats vorherzusagen.

Drei Runden um die Erde

Die limitierte Edition der Cosmonaute wird nur 362 mal hergestellt.

Die Limitierungszahl bezieht sich auf die drei Erdumrundungen, die der US-Astronaut Scott Carpenter 1962 bei seinem Flug in der Aurora 7 im Rahmen der Mercury-Mission absolviert hat – mit der ersten „Cosmonaute“ am Arm. Das war am 24. Mai 1962, exakt 60 Jahre vor der Präsentation der Neuauflage.

Die neue Cosmonaute ist unverkennbar ein Navitimer und verfügt über alle typischen Merkmale, von der kreisförmigen Rechenschieberskala mit Drehlünette zur Durchführung mathematischer Berechnungen bis zum «Flügel»-Logo der AOPA (Aircraft Owners‘ and Pilots‘ Association). Was die Cosmonaute vom Rest ihrer Familie unterscheidet, war schon immer das 24-Stunden-Zifferblatt. Das Handaufzug-Manufakturkaliber Breitling B09 (bekannt aus der AVI 1953 Re-Edition) wurde speziell zu diesem Zweck mit einem mit halber Geschwindigkeit umlaufenden Stundenzeiger ausgestattet und mutierte dadurch zum Kaliber B02.

Auf den ersten Blick stellt die neue Cosmonaute eine genaue Nachbildung des Originals dar – ein zeitloses Design mit einem komplett schwarzen Zifferblatt und einem schwarzen Alligatorlederband oder einem siebenreihigen Edelstahlarmband. Schaut man aber genauer hin, ist die elegant proportionierte Uhr mit 41 mm Durchmesser vollgepackt mit neuen Features. Eines davon ist ihre Platinlünette – ein hochwertiges Element, das diese Edition zu einem besonders wertvollen (vulgo: teuren) Sammlerstück macht.

Begehrenswerte Sonderedition

Durch den Sichtboden zu sehen: Das Breitling-Manufakturkaliber B02.

Ein weiteres neues Element ist der Saphirglas-Gehäuseboden, der einen Blick auf die speziell gravierten Brücken des Kalibers B02 erlaubt, welche an den Anlass der Sonderedition erinnern sollen: «Carpenter», «Aurora 7» und «Mercury 7 – 3 orbits around the Earth». Auf dem Gehäuseboden ist das Datum von Carpenters Mission sowie die Inschriften «ONE OF 362» und «First Swiss wristwatch in space» eingraviert. (TAG) Heuer mag für sich die erste Schweizer Uhr im Weltall reklamieren, doch was Scott Glenn im Februar 1962 bei sich trug, war ein Taschenuhr-Chronograph. Und Omega war mit der Speedmaster am Arm von Walter Schirra an Bord der Sigma 7 ein paar Stunden später im All als Carpenter in der Aurora 7.

Die Breitling Navitimer Cosmonaute Limited Edition kann für 10.200 Euro am Lederband bzw. 10.550 Euro am Gliederband vorbestellt werden. Es ist Eile geboten!

Blick in die Geschichte: Carpenters Cosmonaute

Im Rahmen der Vorstellung der neuen, limitierten Edition präsentierte Breitling die originale «Cosmonaute» zum ersten Mal seit 1962 einem breiten Publikum und erzählte die unglaubliche Geschichte der Uhr.

In den 1960er-Jahren war der Breitling Navitimer eine der beliebtesten Fliegeruhren und mithin der einzige Zeitmesser mit Zusatzfunktionen wie Chronograph und Rechenschieber-Drehlünette. Doch die weltweite Aufmerksamkeit verlagerte sich von der zivilen Luftfahrt hin zur Raumfahrt, und natürlich wollte jeder Uhrenhersteller als Erster eine Uhr am Handgelenk eines Astronauten ins Weltall bringen. Ab dem 24. Mai 1962 durfte Breitling offiziell den Titel «Erste Schweizer Armbanduhr im Weltraum» für sich beanspruchen, nachdem der amerikanische Astronaut Scott Carpenter die Erde im Rahmen der Mercury-Atlas-7-Mission drei Mal umrundet hatte. An seinem Handgelenk trug einen Navitimer Cosmonaute, der laut Breitling-Firmenarchiv auf Carpenters Anregung angefertigt wurde. Es handelte sich um eine Variation des Fliegerchronographen, mit dem er bereits während seiner Zeit als Pilot Bekanntschaft gemacht hatte. Die «Cosmonaute» zeigte die Uhrzeit auf einem 24-Stunden- Zifferblatt an, um im Weltall den Tag von der Nacht unterscheiden zu können.

Foto: NASA
Scott Carpenter bei einer Einsatz-Übung im Meer.

Am 24. Mai 1962 landete die Raumkapsel Aurora 7 fünf Stunden nach dem Start sicher im Atlantik. Als die Astronauten drei Stunden später aus der Kapsel geborgen werden konnten, war Carpenters «Cosmonaute» bereits zu lange dem Meerwasser ausgesetzt gewesen und irreparabel beschädigt. Breitling ersetzte Carpenters defekte Uhr sofort durch eine neue, doch das korrodierte Stück Weltraumgeschichte blieb im Archiv der Familie Breitling, unrestauriert und lange Zeit so gut wie unbekannt.

Die originale, von Scott Carpenter getragene Cosmonaute befindet sich unrestauriert im Firmenarchiv von Breitling.
Foto: NASA
Scott Carpenter bei einer simulierten Mission auf der Langley Air Force Base in Virginia.

Am 24. Mai 2022, exakt 60 Jahre nach dem historischen Flug ins All, wurde dieses Stück Zeitgeschichte zum ersten Mal einigen ausgewählten Uhrenliebhabern. Bei einem Event zum Thema Raumfahrt moderierten Georges Kern und der frühere NASA-Astronaut Scott Kelly in Zürich eine Veranstaltung mit Vorträgen von Angehörigen der Familie Carpenter, Gregory Breitling sowie dem Historiker und Sammler Fred Mandelbaum. Die Podiumsteilnehmer sprachen über die Entstehung der «Cosmonaute», die Bedeutung von Carpenters Mission und darüber, wie beides in den Kontext des damaligen Raumfahrtprogramms eingebettet war. Ebenfalls ausgestellt wurde eine «Cosmonaute», die einst Astronaut John Glenn gehörte und die 2019 von Gregory Breitling ersteigert wurde.

Text: Peter Braun

Mehr über Breitling


Most Wanted: Navitimer Cosmonaute


Breitling Navitimer B01


Interview mit Georges Kern, Breitling CEO

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