Tissot RockWatchEin Stück Schweiz
Tissot lanciert zum 40. Jubiläum der Rockwatch eine auf 999 Exemplare limitierte Edition mit zeitgemäßen 38 mm Gehäusedurchmesser.
Bei einem Besuch in der Manufaktur von Zenith in Le Locle entdeckt man sie in einem Treppenhaus: Hier hängen ein paar der Originalurkunden, die der Manufaktur bei den Chronometerwettbewerben des Observatoriums Neuchâtel verliehen wurden. Wollte man alle je gewonnenen Urkunden hier zeigen – der Platz würde nicht ausreichen. Denn insgesamt hat Zenith über 2330 Chronometriepreise erhalten.
Dabei gibt es ein Uhrwerk, das sich besonders hervorgetan hat: das Handaufzugskaliber 135-O. Das Kaliber wurde in den 1940er Jahren bei Zenith entwickelt; seine Kennzeichen: Es arbeitet mit 18.000 Halbschwingungen pro Stunde und verbindet die zentrale Stunden- und Minutenanzeige mit einer kleinen Sekunde bei der «6».
Von 1949 bis 1962 wurden etwa 11.000 dieser Uhrwerke hergestellt – davon der weitaus größte Teil als kommerzielle Version für den normalen Verkauf. Darüber hinaus wurde es als Kaliber 135-O speziell für die Chronometerwettbewerbe gefertigt und vorbereitet. Damals wurde über Monate hinweg jedes Detail des Werks bearbeitet und optimiert; trotz Tests mit drastischen Temperaturschwankungen und auch nach Erschütterungen - die Werke mussten ihre optimale Präzision bewahren.
Die konzentrierte Arbeit an den Kalibern lohnte sich: Das Kaliber 135-O wurde mit 230 Chronometriepreisen ausgezeichnet – kein anderes Werk war bei Chrononmeterwettbewerben erfolgreicher. Alleine in den Jahren 1950 bis 1954 gewann das Kaliber 135-O am Observatorium in Neuchâtel den Wettbewerb fünfmal in Folge. Doch alle Siegerwerke verschwanden danach in den Archiven von Zenith – aufbewahrt in Holzboxen. In Taschen- oder Armbanduhren kamen die Kaliber niemals zum Einsatz.
Zenith pflegt sein reiches Erbe unter anderem durch die Bewahrung des umfangreichen Archivs. Dort werden also auch die siegreichen Chronometerwerke aufbewahrt, die so oft erfolgreich waren. Zehn von ihnen kommen nun in einer exklusiven Serie von Armbanduhren zu neuen Ehren: Kaliber, die sogar aus den besonders erfolgreichen Jahren 1950 bis 1954 stammen und damals von den Zenith-Chronométriers Charles Fleck und René Gygax wettbewerbsreif reguliert worden waren.
Doch was tun mit Uhrwerken, die seit Jahrzehnten in einer Holzschatulle ruhten? Die Initiatoren des Projekts – Zenith-CEO Julien Tornare sowie der populäre Genfer Uhren-Auktionator Aurel Bacs vom Auktionshaus Phillips – entschieden, Kari Voutilainen mit der Restaurierung und Veredelung dieser historischen Uhrwerke zu beauftragen. Der gebürtige Finne lebt und arbeitet seit 1990 in der Schweiz, ist Mitglied der AHCI (Academie Horlogere des Createurs Independants) und bekannt für anspruchsvolle Uhrwerke als Unikate oder in Kleinserie.
Er überarbeitete und dekorierte die Kaliber 135-O mit seinem Team und bemühte sich dabei vor allem um die Bewahrung der originalen Regulierung und Feineinstellung der Kaliber, denn, so Voutilainen: «Die Präzision verschwindet auch nach 70 Jahren nicht.»
So zu neuem Leben erweckt, kommen die zehn Uhrwerke in neu gestaltete Armbanduhren zu Ehren: in der Calibre 135 Observatoire Limited Edition. Die Modelle beziehen sich optisch auf die 1950er Jahre: Mit einem 38 Millimeter großen Platingehäuse mit spitz zulaufenden Bandanstöße sowie einer markanten gekerbten Krone, die den modernen Zenith-Stern trägt.
Das leicht gewölbte schwarze Zifferblatt aus Sterlingsilber wurde im Atelier von Kari Voutilainen angefertigt und mit einer dekorativen Guillochierung versehen. Der übergroße Sekundenzähler bei 6 Uhr ist mit der Seriennummer des Uhrwerks signiert. Ein weiterer Hinweis auf die ungewöhnliche Herkunft der Uhrwerke ist der Schriftzug «Neuchâtel», da Zenith, Kari Voutilainen und das historische Observatorium, wo das Calibre 135-O während des goldenen Zeitalters der Chronometerwettbewerbe ausgezeichnet wurde, alle im Kanton Neuenburg ansässig sind.
Die limitierte Edition fasziniert Zenith-Fans und Uhrenliebhaber: Schon am Abend der Präsentation überstieg das Interesse die Zahl der verfügbaren Modelle bei weitem. Bleibt abzuwarten, wer eines der edlen Exemplare kaufen darf – für 132.900 Schweizer Franken.
Text: Iris Wimmer-Olbort




