Vacheron Constantin Twin Beat

Zwei Monate Reserve

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Zunächst hielten wir die Nachricht von einer umschaltbaren Unruhfrequenz für einen Scherz, dann für Quatsch und schließlich für genial: Der neue Traditionnelle Twin Beat Ewiger Kalender von Vacheron Constantin läuft im Ruhemodus zwei Monate ohne fremde Hilfe.

Traditionnelle Twin Beat Perpetual Calendar

Die Überlegung zeugt von großem Einfühlungsvermögen in den Alltag eines Uhrensammlers. Ewige Kalender werden normalerweise nicht täglich getragen, sondern nur zu besonderen Gelegenheiten aus dem Safe geholt. Dort laufen sie, auf einen Uhrenbeweger oder Aufzugsmechanismus gespannt, in der Dunkelheit vor sich hin, damit der Besitzer sie nicht jedes Mal neu stellen muss, wenn er sie umlegt. In der Nachttischschublade funktioniert der Trick nicht: Jeder «Quantième Perpétuel» aus aktueller Produktion bleibt nach wenigen Tagen ohne Bewegung stehen.

Auf dem SIHH stellte Vacheron Constantin einen Zeitmesser vor, der sich den Bedürfnissen des Trägers anpasst: Am Arm getragen, schlägt das mechanische Herz des Traditionnelle Twin Beat mit der recht hohen Frequenz von 5 Hertz, d. h. 36.000 A/h. Der Ewige Kalender zeigt Stunden, Minuten, Datum, Monat, Schaltjahr und Gangreserve auf dem Zifferblatt an. Wird die Uhr nicht getragen, kann die Frequenz des von Vacheron Constantin neu entwickelten Kalibers 3610 auf 1,2 Hertz (8640 A/h) verlangsamt werden, was zu einer verlängerten Gangreserve von mindestens 65 Tagen führt. Das sind mehr als zwei Monate!

Das Uhrwerk ist mit zwei Unruhen bestückt, und über einen Drücker bei der «8» kann der Träger den Kraftfluss vom Doppelfederhaus entweder auf die eine oder die andere Hemmung umschalten. Die hohe Schwingfrequenz im Aktiv-Modus macht den Gang der Uhr relativ unempfindlich gegen Erschütterungen und Lageänderungen. Dagegen sollte die Uhr im Ruhe- bzw. Standby-Modus nicht bewegt werden, damit sie mit gewohnter Präzision funktioniert: Die extrem langsam schwingende zweite Unruh lässt sich leicht aus dem Rhythmus bringen. Flach auf dem Rücken liegend, ist der Kraftaufwand zum Drehen der Unruh in ihren Lagerspitzen am geringsten, und so verspricht Vacheron Constantin recht genaue Gangwerte.

Das Twin Beat genannte System erlaubt den Wechsel zwischen den beiden Schwingsystemen im Bruchteil einer Sekunde. Der Schalter arbeitet nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip und lässt nur jeweils eine der beiden Unruhen schwingen; niemals stehen beide Systeme gleichzeitig im Kraftfluss. Ein Differenzial sorgt dafür, dass sich die Zeiger unabhängig von der Eingangsdrehzahl stets mit der richtigen Geschwindigkeit drehen.

Natürlich wurde das Zeigerwerk des Ewigen Kalenders in zahlreichen Punkten optimiert, um im Standby-Modus möglichst wenig von der kostbaren Energie zu verbrauchen. Vacheron Constantin hat ein neues Vorspannsystem zur springenden Schaltung der Kalenderanzeigen, das viermal weniger Drehmoment verbraucht als eine herkömmliche Schaltung, zum Patent angemeldet. Trotz seiner enormen Komplexität ist das Kaliber 3610 mit seinen 480 Einzelteilen nur 6 mm hoch und hat einen Durchmesser von lediglich 32 mm.

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