Sammleruhren Panerai Luminor

Most Wanted

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März 2021 Die historischen Uhren von Panerai sind so selten, dass jede einzelne eine exklusive Rarität ist. Deshalb sind alte Luminor-Modelle überaus gesucht – was Rekordpreise bestätigen.
Panerai Luminor
Das aus zwei Platten bestehende Sandwich-Zifferblatt gab es bei Panerai schon in den 1940er Jahren: oben sind die Ziffern und Markierungen ausgefräst, darunter die Leuchtmasse aufgebracht.

Panerai hat eine solide Fangemeinde. «Paneristi» nennen sich die Uhrenfans, deren Herz am höchsten für die markanten Zeitmesser schlägt. Eine recht junge Liebe, denn erst seit 1993 kann jeder, der möchte, eine Uhr von Panerai kaufen. Gefertigt werden Zeitmesser zwar schon seit den 1930er Jahren, doch in den ersten 60 Jahren waren sie einem kleinen Personenkreis vorbehalten: Panerai verkaufte Taucheruhren ausschließlich an das Militär, vor allem an die italienische Marine.

Panerai Luminor
Spuren der Zeit auf der historischen Uhr aus den späten 1940er Jahren

Das änderte sich, als in den 1990er Jahren der damalige Inhaber des Unternehmens, Dino Zei, beschloss, die Marine-Klassiker auch an ganz normale Kunden zu verkaufen. Im September 1993 präsentierte er als limitierte Serie die Modelle Luminor und Luminor Marina Militare – optisch ganz nahe dran an den Uhren von früher, die bis heute überaus rar sind. Denn insgesamt, so führte Angelo Bonati einmal aus, seien seit den 1930er Jahren für das Militär wohl nur rund 300 Armbanduhren hergestellt worden.

Die große Popularität von Panerai begann um die Jahrtausendwende: 1997 kaufte die Richemont-Gruppe die Marke und machte Angelo Bonati von 2000 bis 2017 zum CEO. Unter seiner Ägide setzte sich die Formensprache der alten Panerai-Uhren fort, schließlich ergänzt durch eigene Manufakturwerke.

Schritt für Schritt

Und was wurde aus den «alten» Panerai? Die frühen Varianten, die ausschließlich für das Militär gefertigt wurden, sind überaus selten und zeichnen die technischen Fortschritte ihrer Zeit nach.

Das beginnt bei den ersten Armbanduhren für die Marine, auf deren Zifferblätter fluoreszierende Leuchtmasse für eine gute Ablesbarkeit sorgte. Diese trug die Bezeichnung «Radiomir», was den Uhrenmodellen den entsprechenden Namen gab.

Das Uhrenmodell Radiomir wurde in den 1940er Jahren zur Luminor weiterentwickelt, in der eine neue Leuchtmasse auf Tritiumbasis – von Panerai unter dem Namen Luminor patentiert – für gute Sichtbarkeit sorgte.

Die Uhren wurden in Details stetig weiterentwickelt. So wichen die recht zarten Bandanstöße der frühen Radiomir-Uhren einer Konstruktion, bei der die Bandanstöße mitsamt Gehäuse aus einem Stahlblock gefräst wurden.

Optische Weiterentwicklung

Ein weiterer Meilenstein war die Entwicklung der Kronenschutzbrücke: Statt einer verschraubten Krone entwickelte man eine Stahlbrücke, die über die Krone gespannt wurde. Ein Kipphebel drückt die Krone sicher gegen das Gehäuse, sodass kein Wasser ins Innere der Uhr gelangt.

In zahlreichen der historischen Luminor- Modelle arbeiten von Rolex gelieferte Uhrwerke, die auf der Basis des 16-linigen Cortébert-Taschenuhrkalibers 620 bei Rolex überarbeitet und signiert wurden. Zudem verwendete Panerai Achttagewerke von Angelus.

Panerai Luminor
Das Auktionshaus Phillips verkaufte die Luminor PAM5218-201/A von Sylvester Stallone.

Teuer und gefragt

Bei rund 300 historischen Uhren, die weltweit von Panerai im Umlauf sind, kommt immer mal wieder ein Exemplar auf den Markt. Das Auktionshaus Phillips hat 2020 sieben historische Panerai-Modelle verkauft. Am teuersten war eine Luminor aus den 1960er Jahren, die in Hongkong 1,638 Millionen Hongkong-Dollar – umgerechnet rund 17.500 Euro – erlöste.

Auch die Modelle, die 1993 vorgestellt wurden, sind begehrt – Paneristi nennen sie «Pre-Vendôme-Uhren», da sie vor der Übernahme durch den Richemont-Konzern entstanden. Das Auktionshaus Phillips versteigerte im Dezember 2020 in New York die Luminor PAM5218-201/A, die Sylvester Stallone im Film Daylight trug und Panerai damit bekannt machte. Statt der erwarteten 80.000 US-Dollar fiel der Hammer nach fünf Minuten bei stattlichen 214.200 US-Dollar.

Text: Iris Wimmer-Olbort

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