Teil 2: Uhren im Vintage Style

Design-Experimente der Sechziger

Sie sind Kinder der 1960er Jahre: TAG Heuer und Oris gehen mit ihren Uhren in jenes Jahrzehnt zurück, das zu einer Dekade der Beschleunigung wurde.
Der Chronograph Autavia Calibre 02 von TAG Heuer und das Modell Chronoris Date von Oris sind gestalterisch Kinder der 1960er Jahre.
Der Chronograph Autavia Calibre 02 von TAG Heuer und das Modell Chronoris Date von Oris sind gestalterisch Kinder der 1960er Jahre.

Eine konservative Ära ging damals in eine Stimmung des Neuen und Revolutionären über, aus Wirtschaftswunder wurde Konsumgesellschaft, der Drang nach Freiheit zeigte sich in modischen und Design-Experimenten. Man wagte etwas – ein Geist, den Oris mit dem Modell Chronoris wiederaufleben lässt.

Oris Chronoris Date

Das Zifferblatt der Chronoris Date von Oris spiegelt den Look des Ursprungsjahrzehnts und verweist auf die Inspiration aus dem Motorsport.
Das Zifferblatt der Chronoris Date von Oris spiegelt den Look des Ursprungsjahrzehnts und verweist auf die Inspiration aus dem Motorsport.

Das Design entstand gegen Ende der 1960er Jahre und war vom Motorsport inspiriert, doch erst 1970 wurde das Modell präsentiert. Das Zifferblatt widerspiegelt den Look des Ursprungsjahrzehnts mit seinen farbig abgesetzten Kreisen, den balkenförmigen Indexen und Ziffern sowie den kontrastierenden Farben. Das machte schon damals Furore, und so war die Chronoris ein Meilenstein in der Geschichte des Hauses, außerdem der erste Chronograph von Oris mit einem hauseigenen Werk sowie mit Sekundenstopp und nach Auskunft der Marke so beliebt, dass Sammler regelmäßig danach gefragt hätten.

Deren Wünsche erfüllte Oris mit der neuen Chronoris, die zwar keine Chronographenfunktion, aber dennoch die Möglichkeit der Zeitnahme bietet. Optisch verkörpert das Modell in der hier präsentierten Uhren-Auswahl den derzeitigen Retro- Trend am deutlichsten, denn man ließ das schlanke Gehäuse, die orangefarbenen Akzente sowie das mehrfarbige Design des Zifferblatts wiederaufleben.

Beim Innenleben greift Oris heute auf ein zugeliefertes Basiswerk zurück: Das Automatikwerk Oris 733 wird auf der Grundlage des Sellita SW200-1 vollendet. Untergebracht ist es in einem 39 Millimeter großen Edelstahlgehäuse, das hinsichtlich der mutigen Zifferblattgestaltung und des aktuellen Trends zu stattlichen Gehäusen gern zwei oder drei Millimeter mehr im Durchmesser vertragen hätte. In der Form übernimmt es die Inspiration des Ursprungsmodells mit einem lang gezogenen, fast oval wirkenden Gehäuse, das direkt in das Band übergeht.

Auf dem Gehäuse fallen die zwei Kronen bei «2» und «4» ins Auge. Während die obere der üblichen Bedienung der Uhr dient, kann mit der Krone bei der «4» der innere Drehring der Lünette bewegt werden. Platziert man das orangefarbene Dreieck dieses Drehrings auf dem Sekunden-, Minuten- oder Stundenzeiger, lässt sich die verstrichene Zeit komfortabel ablesen.

Apropos Komfort: Für den sorgt beim Tragen ein feingliedriges Edelstahlarmband mit optisch effektvollen Mittelteilen, das mit einer Faltschließe versehen ist. Dieses Metallband steht der Chronoris gut zu Gesicht; doch auch mit dem hier gezeigten Raulederband oder einem grauen NATO Textilarmband kommt das Retro-Design wunderbar zur Geltung. Und Preise ab 1550 Euro machen das Modell zu einer Option mit erschwinglichem Preis-Leistungs- Verhältnis.

TAG Heuer Autavia Calibre 02

Autavia von TAG Heuer: Das schwarze Zifferblatt mit den weißen Chronographenzählern geht auf eine Uhrenversion zurück, die 1966 als Referenz 2446 Mk. III entwickelt und von Formel-1-Weltmeister Jochen Rindt getragen wurde.
Autavia von TAG Heuer: Das schwarze Zifferblatt mit den weißen Chronographenzählern geht auf eine Uhrenversion zurück, die 1966 als Referenz 2446 Mk. III entwickelt und von Formel-1-Weltmeister Jochen Rindt getragen wurde.

Bei Sammlern ebenfalls überaus beliebt ist die Autavia von TAG Heuer. Der Chronograph wurde 1962 für Autofahrer entwickelt und ist heute wieder in der Kollektion zu finden. TAG Heuer nennt das Modell eine «Neo-Retro-Neuauflage» und meint wohl damit, dass die Anleihen aus der Vergangenheit zugunsten eines aktuellen Looks interpretiert wurden. Zum Vorbild erkoren wurde nach einer Internetumfrage eine Uhrenversion, die 1966 als Referenz 2446 Mk. III entwickelt und damals von Formel-1-Rennfahrer Jochen Rindt getragen worden war.

Auf der Basis dieses Modells entwarf TAG Heuer die neue Autavia mit von 39 auf 42 Millimeter vergrößertem Durchmesser, feinerer Lünette, abgeschrägten Bandanstößen und einem schwarzen Zifferblatt mit drei weißen Chronographenzählern, balkenförmigen Zeigern und Stundenmarkern aus poliertem Stahl, die mit Leuchtstoff belegt sind.

Wie es bei hochwertigen Neuauflagen üblich ist, zeigen sich die Funktionen aktualisiert und auch aufgewertet: Uhrenglas und transparenter Gehäuseboden sind aus Saphirglas gefertigt, das Gehäuse bietet eine Wasserdichtheit bis 100 Meter und die Lünette aus schwarzem Aluminium ist drehbar und kann dank der 12er-Teilung zur Anzeige einer zweiten Zeitzone genutzt werden.

Im Inneren arbeitet das selbst konstruierte Chronographenkaliber Heuer 02, ein Automatikwerk mit stattlicher Gangreserve von 80 Stunden und Datumsanzeige. Die Steuerung der Chronographenfunktionen erfolgt über ein Schaltrad und eine vertikale Kupplung. Das Kaliber fügt sich mit Maßen von 31 Millimetern im Durchmesser und 6,5 Millimetern in der Höhe erstaunlich schlank in das Gehäuse ein. Die Verbindung von klassischem Sportuhren-Look und Manufakturkaliber ist für einen Preis von 4950 Euro ein Vergnügen zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Text: Iris Wimmer-Olbort

Bilder: Markus Heilscher/Hersteller        

 

Entdecken Sie weitere Favoriten:

Serienauftakt: Uhren im Vintage Style

TEIL 1 Chronographen in Manufaktur-Qualität: Tudor Heritage Black Bay Chrono und Jaeger-LeCoultre Polaris Chronograph

TEIL 3 Erben der 1970er Jahre: Glashütte Original Seventies Panoramadatum und Girard-Perregaux Laureato Automatic

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