Neue Omega Speedmaster 38

Geschrumpfte Moonwatch

Omega lanciert neue Varianten der Speedmaster im reduzierten Durchmesser von 38 mm. Die neue Speedmaster 38 «Reduced» mit dem automatischen Co-Axial-Kaliber 3330 bzw. 3332 haben wir uns genau angeschaut. Im Video vergleichen wir sie außerdem mit der restlichen Kollektion!

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So ganz neu ist es nicht, was Omega uns hier in verkleinerter Form präsentiert, denn die Speedmaster mit 38 mm Durchmesser ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Kollektion. Mit der neuen Ausführung der Speedmaster Reduced erprobt Omega eher eine Annäherung an das Original, die Speedmaster Professional Moonwatch.

ÄNDERUNGEN AM GEHÄUSE

Die Ausbuchtung an der rechten flanke der kleinen Moonwatch schützt Krone und Drücker
Bisher war die Speedmaster 38 nicht mit der asymmetrischen Ausbuchtung am Gehäuse ausgestattet, welcher Krone und Drücker vor Stößen schützen soll.

Bisher war die kleinere Variante mit einem eigenen Gehäuse ausgestattet, das sich von der «Moonwatch» bei der Formgebung unterschied. Die neue Variante erhält jedoch wie ihre große Schwester den integrierten Kronenschutz auf der rechten Flanke, der dem Gehäuse ein asymmetrisches Erscheinungsbild verleiht. Bereits die Sonderedition zur Winter-Olympiade Milano Cortina wurde derart umgesetzt und diente damit sozusagen als Versuchsballon. Auch bei der Lünette, die je nach Version mit einer Einlage aus Aluminium oder Keramik ausgestattet ist, nähert sich Omega der «Moonwatch» an.

Dot-over-90
Der Dot-over-90 ist Fans der Speedmaster besonders wichtig.

Dabei wurde der breitere und gekerbte Rahmen für die Markierung der Tachymeterskala entfernt, wodurch sich die Modelle nun deutlich besser in die Kollektion einfügen. Ein kleiner Fan-Service ist die Platzierung des Punktes über der 90-km/h-Markierung. Der sogenannte «Dot over 90» war bei früheren Modellen der Speedmaster bis 1970 dort positioniert und stellt damit ein echtes Insider-Detail dar. Der Punkt wird übrigens seit einiger Zeit auch bei der großen «Moonwatch» wieder so aufgedruckt.

ZIFFERBLATT UND VARIANTEN

Speedmaster-Fans müssen bei der neuen Speedmaster 38 auf das typische Step-Dial des Vorbilds verzichten.

Die neue Speedmaster 38 erscheint in sieben verschiedenen Kombinationen aus Lünetten- und Zifferblattfarben und ist neben der reinen Stahlvariante auch in Bicolor erhältlich. Sogar diamantbesetzte Versionen werden angeboten. Gleich auf den ersten Blick fällt auch bei der Formgebung der Hilfszifferblätter auf, dass Omega bei der Speedmaster 38 die Designcodes des Originals hochhält. Statt die Totalisatoren wie zuletzt mit ovalen Umrandungen auszustatten, sind sie nun völlig rund ausgeführt.

Speedmaster 38 in Bicolor mit Gelbgold oder Rosegold und Stahl
Neben den Stahlversionen sind auch Bicolor-Optionen mit Elementen aus Gelb- oder Roségold erhältlich.

Sie sind in das Zifferblatt vertieft und ausgedreht, wodurch sie eine radiale Linienstruktur erhalten. Die Stundenmarker und das Omega-Logo sind auf das Zifferblatt aufgesetzt und entsprechen damit aktuellen Modellen wie der Reverse Panda oder der weißen «Moonwatch». Im Gegensatz zu den aufgedruckten Markern auf dem Zifferblatt des schwarzen Originals verleihen sie der Neuheit einen eleganteren Auftritt, sorgen allerdings für ein schlechteres Nachleuchtbild im Dunkeln.

Das Zifferblatt der schwarzen Version unterscheidet sich neben der fehlenden Datumsanzeige auch durch aufgedruckte Stundenmarker aus SuperLuminova von den anderen Modellen.
Aufgesetzte Stundenmarker verleihen einigen Versionen der neuen Speedmaster 38 ein eleganteres Erscheinungsbild.

Wer besonders nahe an das klassische Design der «Moonwatch» möchte, wählt die Version mit Zifferblatt in Schwarz, die auch als einzige Variante keine Datumsanzeige im unteren Totalisator trägt. Somit ist die schwarze Version auch mit einem anderen Uhrwerk ausgestattet, dem Omega Kaliber 3332. Dieses jedoch gleicht bis auf die entfernte Datumsanzeige dem Kaliber 3330, das in den anderen Versionen arbeitet.

AUTOMATIK SPEEDY

Omega-Speedmaster-38-Reduced-in-Schwarz
Omega überträgt das Design der Moonwatch auf die verkleinerte Version mit 38 mm Durchmesser.

Technische Daten

Omega Speedmaster 38

Referenz: 324.30.38.50.01.002
Werk: Automatik, Omega Kaliber 3332 (Basis ETA A08.L01); Ø 30 mm, Höhe 7,9 mm; 31 Steine; 28.800 A/h; Co-Axial-Hemmung; Silizium-Spirale; Gangreserve 52 Std.
Funktionen: Stunden, Minuten, Kleine Sekunde; Chronograph
Gehäuse: Edelstahl, Ø 38 mm, Höhe 15 mm; Saphirglas; wasserdicht bis 10 bar
Band: Massivband aus Edelstahl, Faltschließe mit Feinverstellung
Preis: € 6300,-
Varianten: mit Datum (€ 6500,-); in Stahl / Gold (€ 11.300,–)

Es ist das Innenleben unter dem Massivboden mit Hippocampus-Gravur, das die Uhr von der Speedmaster Professional unterscheidet. Nicht nur ist das Werk mit einem kugelgelagerten Automatik- statt Handaufzug, sondern auch noch mit einer vertikalen Kupplung und einer Schaltradsteuerung für die Chronographenfunktionen ausgestattet. Das aktuelle Moonwatch-Kaliber 3861 und auch sein Vorgänger 1861 bzw. die Grundlage Lemania 1873 sind dagegen mit einer Kulissenschaltung versehen.

Unter dem Seepferdchen auf dem massiven Gehäuseboden steckt, je nach Version das Kaliber 3330 oder 3332, mit oder ohne Datumsanzeige.

Dennoch ist auch das Kaliber 3330 bzw. 3332 ein alter Bekannter in der Kollektion von Omega. Es basiert auf dem Longines Kaliber L688.2, das wiederum eng mit dem Valjoux 7753 verwandt ist. Die Besonderheit in der Version von Omega ist die Integration der markeneigenen Co-Axial-Hemmung in das robuste Werk, die zudem mit einer Silizium-Spirale ausgestattet ist.

Das Kaliber 3330 bietet eine Datumsanzeige im unteren Totalisator
Alle Varianten, bis auf die schwarze Version sind mit einer Datumsanzeige im unteren Totalisator ausgestattet.

Einen Hinweis auf das 7753 gibt das Fehlen einer Kronen-Rastposition für die Schnellverstellung des Datums. Bei der Konstruktion des Uhrwerks wurde die Position der Totalisatoren verändert, um ein Layout im Tricompax-Stil zu erreichen. Dadurch blieb auf der Seite der Krone kein Platz mehr für die große Winkelhebefeder, die für die zusätzliche Kronenposition notwendig ist. Das Datum wird stattdessen über einen Korrekturdrücker bei der 10-Uhr-Position justiert. Durch den höheren Werkaufbau mit Schwungmasse für den automatischen Aufzug ist das Gehäuse der Speedmaster 38 etwa zwei Millimeter höher als bei den 42-mm-Modellen mit Handaufzug.

FÜR ALLTAGS-ASTRONAUTEN

kleinere Speedmaster mit Zifferblatt in Weiß
Vorder- und Rückansicht der Variante mit Zifferblatt in Weiß.

Das Design des Gliederbands passt Omega ebenfalls an aktuelle «Moonwatch»-Versionen an. Es läuft zur Schließe hin schmaler zu; diese erhält überdies auch die Feinjustierung auf Knopfdruck an der Innenseite, die bei der neuen Co-Axial-Moonwatch im Nachhinein noch eingeführt wurde. Bei den Bicolor-Versionen wird das Band um schmale Ringe aus Gold ergänzt. Für Puristen mag weiterhin kein Weg an der originalen «Moonwatch» mit 42 mm Durchmesser oder den ebenfalls kleineren FOIS und '57 mit 40 mm Durchmesser vorbeiführen.

Mit 38 mm im Durchmesser passt die neue Omega auch an schmalere Handgelenke
Der Lug-to-Lug-Abstand beträgt bei der Speedmaster 38 etwa 45 mm.
Schließe mit Feinverstellung wie bei der Moonwatch
Die massive Schließe des Gliederbands bietet eine Schnellverstellung auf Knopfdruck.

Das neue kleinere Modell bietet sich aber abgesehen von seiner Eignung für schmalere Handgelenke auch für jene an, die einen Automatikaufzug dem Handaufzug der klassischen Speedmaster-Modelle vorziehen. Die verbesserte Wasserdichtheit von 10 bar gegenüber 5 bar der Professional spricht außerdem für eine höhere Alltagstauglichkeit. Der Klassiker in Schwarz kostet 6300 Euro und ist damit 200 Euro günstiger als die abgebildete Variante in Weiß und mit Datumsanzeige. Bei den Bicolor-Varianten werden 11.300 Euro fällig. Ganz schön üppig, doch auch eine Hesalit-Moonwatch gibt es inzwischen nicht mehr unter 7600 Euro am Stahlarmband.

Text, Aufnahmen: Tobias Schaefer

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