Cartier Tank Américaine und Crash Squelette

Skelettierte Feinheiten

Anhand der edlen Versionen von Tank Américaine Squelette und Privé Crash Squelette beweisen die Uhrmacher von Cartier ihr Wissen über Formwerke, die sie jeweils sogar bis aufs Nötigste skelettieren.

Privé Crash Squelette

Cartier Privé Crash Squelette

Die Crash Watch ist eine Ikone der Swinging Sixties, als die Modewelt ihren Nabel in London hatte. Auch wenn das Wort «disruptiv» noch nicht in aller Munde war: Hier wurden Trends gemacht, die sich keinen Deut um etablierte Geschmäcker scherten. Designer Rupert Emmerson schuf die «Crash» auf der Basis der elegant-langweiligen Baignoire und landete einen großen Erfolg. Wenn auch keinen kommerziellen, denn dafür waren die Stückzahlen zu klein.

Cartier Cartier Prive_Crash Squelette ©Cartier ©Valentin Abad

Freunde von Marke und Modell wurden in den letzten sechzig Jahren daher immer wieder mit Sondereditionen getröstet – zuletzt in der Kollektion Cartier Privé mit einer Platinversion, ausgestattet mit einem skelettierten Handaufzugswerk (Kaliber 1967 MC, nach dem Debütjahr der Crash) mit filigran gehämmerten Oberflächen. Leider wieder einmal streng limitiert auf 150 Exemplare und über 100.000 Euro teuer.

Tank Américaine Squelette

Cartier Tank Americaine Squelette Gold

Vergleichbar raffiniert und doch völlig anders präsentiert sich die neue Version der Tank Américaine mit skelettiertem Uhrwerk. Die Ururversion der «Tank» ist gar noch älter als die Baignoire, doch streng genommen beruft sich die neue Skelettversion auf die Tank Américaine, die erst 1988 präsentiert wurde und mit ihrer klaren, scharfkantigen Linienführung seinerzeit ein mutiges Signal setzte. Nun füllt den Raum zwischen den beiden spannend gebogenen Gehäuseflanken ein völlig neu konzipiertes Skelettuhrwerk vom Kaliber 1988 MC (auch hier: das Jahr der ersten Präsentation), das mit einem herkömmlichen Handaufzugswerk bestenfalls den Rädersatz gemeinsam hat.

Der Rest des Uhrwerks ist nämlich konsequent nach der Form des Gehäuses gestaltet und reiht das Räderwerk fein säuberlich in einer Linie zwischen der «12» und der «6» auf. Elf dünne Brücken anstelle der Stundenmarker stellen die Verbindung zum Werkhaltering her. Das Gehäuse ist schmal (24,4 mm), aber lang (44,4 mm) und wölbt sich in Platin oder in Gelbgold um das Handgelenk. Die Preise beginnen bei 55.000 Euro.

Text: Peter Braun

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Cartier Privé

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