Vacheron Constantin Overseas Ultraflach

Ultra flach und teuer

September 2026. Vacheron Constantin lanciert ein neues Kaliber. Das Werk mit der Typbezeichnung 2550 ist der Nachfolger des legendären Kalibers 1120. Verpackt ist die Neuheit in einer Overseas aus Platin mit lachsfarbenem Zifferblatt.

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Auch wenn die neue Vacheron Constantin Overseas wirklich schlank geworden ist, müssen wir zuallererst auf den Elefanten im Raum eingehen. 117.000 Euro, in Worten: hundertsiebzehntausend, verlangt Vacheron Constantin für den Platinlachs. Die zahlungsfreudige Kundschaft steht Schlange und nimmt jeglicher Preisdiskussion die Substanz. Auf den einschlägigen Portalen im Internet werden von Dritten bereits mindestens 40.000 Euro mehr für eines der 255 Exemplare verlangt, zuzüglich Steuern …

Glänzendes Gewand

Wohl nicht zuletzt, weil die Uhr bereits oberflächlich betrachtet wirklich prächtig geworden ist. Das Gehäuse der neuen Overseas Ultraflach besteht aus einer 950er-Platin-Legierung und ist mit seinem Durchmesser von 39,5 mm und der Höhe von 7,35 mm ausgewogen dimensioniert. Fachkundige werden auch dieses Modell sofort als Overseas wiedererkennen, besonders aufgrund der Lünette mit den sechs breiten Zähnen. Sie ist genau wie die Gehäuseflanken poliert, im Gegensatz zum Rest der Oberflächen, die einen kontrastierenden Strichschliff erhalten. Diese Oberflächenbearbeitung setzt sich auch gekonnt auf dem integrierten Gliederband aus massivem Platin fort und endet auf der Unterseite in einer Doppelfaltschließe mit vertiefter Malteserkreuz-Gravur.

Besonders elegant ist das Zifferblatt mit seinem Sonnenschliff und der lachsfarbenen Tönung, die durch ein aufwendiges Lackierverfahren erreicht wird. Die applizierten Stundenmarker und Zeiger bestehen aus 18-karätigem Weißgold, und die Minuterie wird auf dem Höhenring mit zusätzlicher 60erSkalierung gedoppelt.

Genfer Punze

Wahre Schönheit kommt, so sagt man, von innen. Und tatsächlich bildet auch die Overseas Ultraflach hier keine Ausnahme. Ein Blick durch den Sichtboden auf der Rückseite offenbart das völlig neu konstruierte Automatikkaliber 2550 mit einem Mikrorotor aus Platin und einer frei schwingenden Unruh, die statt über einen Rücker per Exzenterschrauben feinreguliert wird. Brücken und Platinen sind besonders fein von Hand finissiert, und das auch dort, wo man es nicht sehen kann. Das Genfer Siegel garantiert dabei nicht nur die technische Qualität des Uhrwerks, sondern auch die Einhaltung strenger Vorgaben für dessen Finissierung. Der traditionelle Genfer Streifenschliff, manuelle Grainage auf dem Rotor mit Windrosen-Relief und anglierte, hochglanzpolierte Kanten zeugen von stundenlangem Arbeitsaufwand in der Manufaktur. Auch ohne Chronometer-Zertifikat dürfte das Kaliber 2550 besonders genau gehen, denn auch das wird im Rahmen der Qualitätsprüfung sichergestellt, die für die Kennzeichnung mit dem «Poinçon de Genève» verlangt wird.

Ultraflach

Innerhalb der Kollektion von Vacheron Constantin löst das neue Kaliber 2550 einen legendären Vorgänger, das Kaliber 1120, ab. Dieses Werk wurde vor 59 Jahren von Jaeger-LeCoultre entwickelt und kam unter verschiedenen Kaliberbezeichnungen in berühmten Armbanduhren von der Audemars Piguet Royal Oak über die Patek Philippe Nautilus bis hin zur 222 von Vacheron Constantin zum Einsatz.

Mit 2,4 mm in der Höhe ist der Nachfolger des Kalibers 1120 sogar 0,05 mm flacher geworden, was unter anderem an der intelligenten Konstruktion mit einem bidirektional aufziehenden Mikrorotor liegt, der in die Werkplatine eingelassen werden konnte. Nicht nur aus ästhetischen Gründen besteht dieser wie das Gehäuse aus massivem Platin: Das Edelmetall ist mit seiner hohen Dichte besonders schwer und verbessert damit die Aufzugsleistung.

Gespeichert wird die gewonnene Energie in einem schwebenden Doppelfederhaus. Zusammen mit dem neu entwickelten Räderwerk mit optimierten Zahnprofilen ermöglicht es eine gegenüber dem Vorgänger verdoppelte Gangreserve von 80 Stunden.

In Zukunft Stahl?

Da die Overseas Automatik Ultraflach als Debütstück für das neue Kaliber 2550 dient und überdies noch streng auf 255 Exemplare limitiert ist, darf man wohl annehmen, dass in Zukunft weitere Modelle mit dem neuen Uhrwerk folgen werden. Irgendwann vielleicht auch mit einem Gehäuse aus einem preiswerteren Material.

Text, Bilder: Tobias Schaefer

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