Most Wanted: Tudor Black Bay 58

Bordeauxrot

August 2025. Bei einer guten Idee dauert es bisweilen, bis ihre Zeit gekommen ist. Im Fall der Black Bay 58 von Tudor waren es rund 3 Jahrzehnte, denn das Modell geht auf einen Prototyp aus den 1990er Jahren zurück.

Als «Stil der Extreme» bezeichnet ein Fashionmagazin die Mode der 1990er Jahre, als Hip-Hop, Rave und Techno auf eine betont minimalistische Ästhetik trafen. Das Nebeneinander von Einfachheit und Exzentrik zeigte sich auch in den Farben, die von knalligen bis hin zu neutralen Tönen reichten. Bei Tudor hat man sich damals offenbar von einem eher exaltierteren Stil inspirieren lassen und Mitte der 1990er Jahre eine Designstudie für die Submariner Referenz 79190 erstellt, die durch glänzendes Bordeauxrot für Zifferblatt und Lünette auffiel.

Realisiert wurde diese Idee nicht – stattdessen landete der Prototyp in der Schublade. Vielleicht erschien er den Entscheidern damals doch zu gewagt. Nun erlebt die Uhr eine späte Premiere: Auf der Watches and Wonders wurde die Black Bay 58 in besagtem Bordeauxrot vorgestellt.

Die Neuheit besitzt den Original-Durchmesser von 39 Millimetern und weist viele Kennzeichen der Kollektion auf, etwa die einseitig drehbare Lünette und den Sekundenzeiger im «Lollipop»-Design, der schon bei frühen Taucheruhren von Tudor über das Zifferblatt kreiste. Auch die Krone bezieht sich auf historische Tudor-Kronen, die bündig am Gehäusemittelteil angebracht sind. Hier zeigt sich einer der Unterschiede der neuen bordeauxroten Uhr zu ihrer Vorgängerin: Die in den 1990er Jahren entworfene Uhr hatte eine Kronenschutzvorrichtung, wie sie erstmals 1959 in der Linie Tudor Oyster Prince Submariner aufgetaucht war. Auf diese verzichtet die aktuelle Black Bay 58.

Ein weiterer Unterschied: Der 30 Jahre alte Prototyp zeigt die Stunden mit einem Zeiger im Submariner-Stil, der an einen Mercedes-Stern erinnert. Dieses Design kennt man heute von der Tudor-Schwestermarke Rolex und deren Modellen Sea-Dweller, Submariner und Deepsea. Bei Tudor hingegen findet sich der «Snowflake»-Zeiger, der erstmals 1969 eingeführt wurde und (wie auch der Mercedes-Zeiger) den Vorteil einer größeren Fläche und somit bessere Sichtbarkeit besitzt.

Solche Details stehen für die Weiterentwicklung der Tudor-Taucheruhren im Laufe ihrer Geschichte. Diese begann 1954 mit der ersten Taucheruhr, der Oyster Prince Submariner Referenz 7922. Als 1958 ihre Wasserdichtheit von 100 auf 200 Meter verdoppelt wurde, entstand mit der Referenz 7924 das Vorbild für die heutige Black Bay 58.

1969 folgten eine Überarbeitung des Designs und der Umstieg auf ETA-Kaliber. Zudem gab es 1969 mit der Tudor Prince Oysterdate Submariner 7021 erstmals ein Modell mit Datumsanzeige. 1989 wurde schließlich die Referenz 79090 vorgestellt – mit Mercedes-Zeiger und Datumsanzeige. 1995 erschien dann die Tudor Prince Date Submariner 79190 im Katalog, ausgestattet mit dem ETA Automatikkaliber 2824-2 und erhältlich mit blauem oder schwarzem Zifferblatt. Dieses Modell wurde zur Grundlage des bordeauxroten Prototyps, der übrigens niemals mit einem Uhrwerk ausgestattet wurde. Insgesamt wurden von 1969 bis 1999 mehr als 20 verschiedene Referenzen der Submariner von Tudor in zahlreichen Versionen hergestellt.

Nun kehrt das Bordeauxrot in der Black Bay 58 zurück, die in all ihren Details den Anforderungen an eine moderne Uhr entspricht: Dazu zählt das Automatikkaliber MT5400-U mit Silizium-Spirale und einer Gangautonomie von 65 Stunden. Es wird von Tudor beziehungsweise dem hauseigenen Werkehersteller Kenissi gefertigt. Die «Master Chronometer»- Zertifizierung weist auf die Ganggenauigkeit der Uhr und die vom Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) getestete Magnetfeldresistenz hin.

Beim Armband hat man so viele Auswahlmöglichkeiten wie noch nie: Die Black Bay 58 ist mit einem dreireihigen Edelstahlband oder einem Kautschukband erhältlich; erstmals gibt es auch ein fünfreihiges Edelstahlband für die Taucheruhr. Gemeinsam ist allen Bandvarianten die «T-fit»-Schließe zum schnellen Anpassen der Länge. Je nach Bandversion ist die bordeauxrote Black Bay 58 für 4260 Euro mit Kautschukband, für 4470 Euro mit dreireihigem Edelstahlband und für 4580 Euro mit fünfreihigem Edelstahlband zu bekommen.

Text: Iris Wimmer-Olbort


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