Glashütte Original Senator Excellence Ewiger Kalender

Auf ewig exzellent

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Mit einem Ewigen Kalender setzt Glashütte Original der Linie Senator Excellence buchstäblich die Krone auf. Wir haben den edlen Langzeitmesser mit 100 Stunden Gangreserve einige Tage ausprobiert.
Glashütte Original Senator Excellence Ewiger Kalender mit Panoramadatum und Mondphase

Senatoren – und wir meinen hier nicht die Vielflieger der Lufthansa – sind Menschen, die hohe innere Werte verkörpern. Sie sind zurückhaltend im Auftritt, jedoch bestimmt im Inhalt ihres Tuns. Deshalb ist Senator auch der passende Name für eine Uhrenlinie, die feinste Manufakturmechanik mit dezentem Design kombiniert. So jedenfalls denkt man bei Glashütte Original. Und weil sich das Rad beständig weiterdreht und Entwicklungen voranschreiten, entschlossen sich die Sachsen, diese Linie nach oben zu erweitern – mit der Senator Excellence, die im vergangenen Jahr vorgestellt wurde.

Technisch durchdacht

Für diese Toplinie entwickelten die Konstrukteure und Uhrmacher das Automatikwerk Kaliber 36, das sich durch eine ganze Reihe technischer Spezialitäten auszeichnet.

So gelang es, mit einem einzigen Federhaus eine Gangreserve von 100 Stunden zu erreichen – das sind mehr als vier Tage. Dazu trug die Swatch-Group-Konzernschwester Nivarox ihren Teil bei, indem sie das neue Zugfedermaterial Elinflex beisteuerte. Auch das hochwertige Schwingsystem ist an der hohen Effizienz beteiligt.

Die Schraubenunruh mit Silizium-Spirale schwingt mit einer Frequenz von 4 Hz oder 28.800 A/h, anhand der Schwanenhals-Feinregulierung wird der Gang reguliert. In diesem System bleibt die Amplitude der Unruh über die komplette Gangdauer sehr stabil, weshalb sich die Gangwerte stets innerhalb der Chronometernorm bewegen.

Das hört sich kompliziert an und war es in der Entwicklungs- und Konstruktionsphase sicherlich auch. Doch war man dort auch bestrebt, das gesamte System so einfach wie möglich zu konstruieren und Dinge wegzulassen, wenn dadurch kein funktioneller Nachteil entsteht.

In der Folge wurde der Automatikaufzug so konstruiert, dass er ohne zusätzliches Gesperr auskommt: Die letzten Übertragungsräder blockieren sich in Gegenrichtung gegenseitig.

Technische Funktionen wurden in Baugruppen konzentriert, die sich zu Servicezwecken einfach und vor allem auch einzeln demontieren lassen. Schließlich wird das ganze Uhrwerk sorgfältig und sicher im Gehäuse verankert: Ein Bajonettverschluss – vergleichbar mit dem eines Kameraobjektivs – sorgt dafür, dass das Kaliber sicher und an einer exakt definierten Position in der Schale sitzt.

Das neu konstruierte Kaliber 36 verfügt über eine markante Zahnradkaskade im Aufzug des einzelnen Federhauses.

Exzellenz verpflichtet

Konstruktiv ist also schon viel dafür getan, dass die Uhr ihrem Namen alle Ehre macht. Doch Exzellenz sollte man auch beweisen können. Glashütte Original tut dies, indem alle Uhrwerke – sowie die kompletten Uhren – einem ausgiebigen hauseigenen Testverfahren unterzogen werden. Jede einzelne Uhr durchläuft ein 24 Tage dauerndes Testprogramm, dessen Ergebnisse dokumentiert und in Form eines Prüfzertifikats dem Kunden zugänglich gemacht werden.

Weiterhin hat der Kunde die Möglichkeit, sich online in einem eigens dafür geschaffenen Portal in aller Ausführlichkeit über die Werte seiner Uhr zu informieren. Sichtbares Zeichen für die bestandene Tortur ist eine spezielle Bodengravur in Form eines stilisierten Q. Dieser Buchstabe bezeichnete schon zu Zeiten des VEB Glashütter Uhrenbetrieb die speziellen Chronometerqualitäten.

Das Kaliber 36 ist nicht nur ausdauernd, sondern auch drehmomentstark und damit prädestiniert für darauf aufbauende Komplikationen. Das Höchste der Gefühle war in dieser Linie schon immer der ewige Kalender.


Dauerläufer für die Ewigkeit

Hoher Tragekomfort dank weichem Alligatorlederband und weit öffnender Faltschließe.

Deshalb war es nur folgerichtig, dass Glashütte Original auf der BASELWORLD 2017 erstmals die Senator Excellence Ewiger Kalender vorstellte. Und obwohl es sich hierbei um eine komplett neue Uhr handelt, kommt sie uns vor wie eine gute alte Bekannte.

Das liegt maßgeblich daran, dass die Konstrukteure das Layout des Kalendermoduls im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht maßgeblich verändert haben, das in Kombination mit dem Kaliber 100 arbeitete.

Wesentliche Unterschiede sind der um 90 Grad nach links gedrehte Ausschnitt für die Mondphasenanzeige sowie die Schaltjahresanzeige unterhalb der «12». Diese ist jetzt mit einem Zeiger versehen, der sich gegen den Uhrzeigersinn über eine Skala von 1 bis 4 (= Schaltjahr) bewegt, sodass man genau ablesen kann, wann das nächste Schaltjahr folgt. Beim Vorgänger arbeitete hier eine farbcodierte Scheibe unter dem Zifferblatt, die durch einen kleinen kreisförmigen Ausschnitt zu sehen war: Ein roter Punkt indizierte ein Schaltjahr, der Rest war schwarz. Wochentag und Monat werden über zwei kleine Fenster bei der «10» und der «2» angezeigt, das für Glashütte Original typische Panoramadatum bei der «4».

Das grainierte Zifferblatt stammt aus der hauseigenen Zifferblattmanufaktur in Pforzheim und ist ein Leckerbissen in Sachen Ästhetik und Verarbeitung. Die Ausschnitte für die erwähnten Anzeigen sind alle leicht vertieft und wirken daher wie Passepartouts. «Eisenbahn»-Minuterie, Indexstriche sowie die römischen Ziffern VI und XII sind ins Zifferblatt eingelasert und wurden anschließend schwarz galvanisiert. So wirkt das Gesicht der Uhr leicht und aufgeräumt.

Viel Information auf einen Blick: Übersichtlich arrangiert präsentieren sich die Fensteranzeigen des ewigen Kalenders auf dem Zifferblatt. Das Panoramadatumsfenster hat keinen Mittelsteg.

Stets das richtige Datum

Dahinter verbirgt sich die komplexe Mechanik des Kalendermoduls. In diesem dreht sich ein Kulissenrad, in das die verschiedenen Monatslängen einprogrammiert sind. Außerdem verfügt der Ewige Kalender über einen Mechanismus zur Berücksichtigung der komplizierten Schaltjahreslogik des gregorianischen Kalenders. Einmal richtig eingestellt, werden Datum, Wochentag, Monat und Schaltjahr durchgehend in der richtigen Konstellation angezeigt – bis zum Säkularjahr 2100, in dem dann eine manuelle Korrektur fällig wird.

Letztere ist in ihrer Bedienung nicht besonders komplex: In das Gehäuse eingelassene Korrektoren ermöglichen die Anpassung von Wochentag, Monat und Mondphase mit einem feinen Stift, welcher der Uhr beigelegt ist. Praktisch: Mit dem Summenkorrektor können Tag, Datum und Monat gleichzeitig geschaltet werden, wenn die Uhr tatsächlich einmal stehen bleiben sollte. Doch dank der außerordentlichen Gangreserve von 100 Stunden wird das wohl eher selten der Fall sein.

Wir hatten die Gelegenheit, die Edelstahlversion einige Tage zu tragen, und waren vom Tragekomfort sehr angetan. Die Faltschließe am Alligatorlederband ermöglicht eine exakte Längenanpassung, sodass die Uhr fest am Handgelenk sitzt, ohne es einzuschnüren. Das 42-Millimeter-Gehäuse ist auf höchstem Niveau verarbeitet, da gibt es nichts zu deuteln. Edelstahl ist hier das Material der Wahl für Menschen, die auf die inneren Werte einer Uhr Wert legen und sich gern in Understatement üben.

Die Senator ist keine Uhr für Angeber, denn man erkennt ihren Wert nicht auf Anhieb. Connaisseure ziehen bei ihrem Anblick anerkennend die Augenbrauen hoch, der Rest der Welt findet sie unprätentiös und schlicht. Aber Senatoren lassen an ihrem Dienstwagen schließlich auch keine breiten Alufelgen montieren.

Text: Martin Häußermann
Bilder: Jörg Hajt

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