Breguet: Das «Jahr des Tourbillons»

1801–2021

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Oktober 2021. Dieses Jahr feiert eine der berühmtesten Komplikationen ihren 220. Geburtstag: das Tourbillon. Der geniale Mechanismus von unvergleichlicher Komplexität stand im Mittelpunkt eines wahren menschlichen Abenteuers und trug maßgeblich zur Bekanntheit seines Erfinders Abraham-Louis Breguet bei.
Breguet-Savonette-Tourbillon
Das Tourbillon mit der Seriennummer 2567, das am 21. März 1812 für die stolze Summe von 1800 Franc an Monsieur Armand-Pierre Le Bigot verkauft wurde.

Die Maison Breguet nimmt dieses besondere Jubiläum zum Anlass, um an die geniale Idee ihres Gründers und an die abenteuerliche Geschichte des Tourbillons im Rahmen verschiedener Veranstaltungen zu erinnern und es in diesem Jahr am 26. Juni mit einer Neuheit zu feiern. An diesem Tag im Jahr 1801 – laut dem republikanischen Kalender im postrevolutionären Frankreich dem «7. Messidor des Jahres IX» – erhielt Breguet das Patent zugesprochen.

Um seine Erfindung 1801 in einem Frankreich, das (schon damals) von einer eher schwerfälligen und mächtigen Bürokratie geprägt war, patentieren zu lassen, musste Breguet zunächst die Hürde der Antragsstellung nehmen. Hierfür war ein Dossier mit einer kolorierten Zeichnung und einem Schreiben an den Innenminister zu erstellen:

Die Bauzeit der 61 mm großen Gold-Savonnette-Uhr betrug bis zur Fertigstellung volle drei Jahre.

Herr Minister,

ich habe die Ehre, Ihnen eine Dissertation vorzustellen, in der eine neue Erfindung für den Gebrauch in Zeitmessgeräten beschrieben wird. Ich bezeichne diesen Mechanismus als «Tourbillon-Regler» (...) Mittels dieser Erfindung ist es mir gelungen, die Anomalien, welche durch die verschiedenen Positionen der Schwerpunkte des Uhrwerks ausgelöst werden, auszugleichen. Es ist mir außerdem gelungen, die Reibung gleichmäßig auf die Umlauffläche der Zapfen des Gangreglers und der Lager, in denen sich diese drehen, zu verteilen. Dies wird sichergestellt, indem die Schmierung der Reibungsflächen trotz der Koagulation der Öle gleichbleibt. Schließlich habe ich zahlreiche weitere Fehlerquellen beseitigt, die sich auf die Genauigkeit des Uhrwerks auswirken (...) In Anbetracht all dieser Vorteile, der fortschrittlichen Produktionsmittel, die mir zur Verfügung stehen, und der beträchtlichen Ausgaben, die ich für die Erstehung derselben tätigen musste, habe ich mich entschlossen, das Recht auf Feststellung des Datums meiner Erfindung in Anspruch zu nehmen und somit eine Entschädigung meiner Opfer zu sichern.

Hochachtungsvoll BREGUET

Text: Peter Braun


Auf den Spuren des Meisters

Breguet: Manufakturbesuch in L’Orient

Zu Montres Breguet


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