A. Lange und Söhne Richard Lange und 1815 Tourbillon

Komplizierte Hemmungen

September 2025. Mit der Richard Lange Springende Sekunde und dem 1815 Tourbillon lanciert die Glashütter Exzellenzmarke A. Lange und Söhne zwei neue Armbanduhren, die die Anzeige der Sekunden in den Mittelpunkt rücken und sich durch ihre besonders fein dekorierten Handaufzugskaliber auszeichnen.
A. Lange und Söhne

Richard Lange Springende Sekunde

Ein springender Sekundenzeiger ist für mechanische Armbanduhren eine eher ungewöhnliche Funktion. Was bei Quarzuhren zur Verringerung des Energiebedarfs zum Einsatz kommt, verlangt bei mechanischen Uhrwerken nach einer anspruchsvollen Konstruktion, um die eigentlich viel schnelleren Impulse der Hemmung umzuwandeln.

Die Richard Lange Springende Sekunde wurde bereits vor neun Jahren zum ersten Mal vorgestellt. Ihr Handaufzugskaliber L094.1 zeichnet sich durch besondere technische Finessen, wie einem Nachspannwerk, das für eine kontinuierliche Energieübertragung und einen besonders präzisen Gang sorgt und dem Zero-Reset-Mechanismus, der den Sekundenzeiger bei Herausziehen der Krone nicht nur anhält, sondern auch augenblicklich auf die Nullposition zurückschnellen lässt.

A. Lange und Söhne Rihard lange1

Wie bei A. Lange und Söhne üblich wird das Handaufzugskaliber vor dem Einschalen im Gehäuse der «Richard Lange Springende Sekunde» zweifach montiert, um eine höchstmögliche Qualität zu garantieren. Das Manufakturkaliber mit 390 Komponenten wird, inklusive der eigenen Antriebspirale des Nachspannwerks und der Unruhspirale vor Ort in der Manufaktur gefertigt und arbeitet mit einer Frequenz von 21.600 Amplituden pro Stunde.

Die feine Finissage des Kalibers, inklusive per Hand graviertem Unruhkloben, lässt sich auf der Rückseite der neuen Version mit Gehäuse aus 750er Weißgold durch einen Sichtboden aus Saphirglas einsehen. Auf der Vorderseite der Uhr mit 39,9 mm Durchmesser und einer Höhe von 10,6 mm zeigt sich ein Zifferblatt aus 750er Rotgold, welches die Zeitangaben dezentralisiert auf jeweils eigenen Hilfszifferblättern darstellt.

Regulator mit Gangreserveanzeige

Richard Lange Regulator

Dieses Regulator-Zifferblatt stellt die springende Sekunde vergrößert im oberen Drittel des Zifferblatts dar, während links unten die Stunden – markiert von römischen Ziffern – und rechts die Minuten angezeigt werden. Eine dreieckige Anzeige zwischen den sich überschneidenden Hilfszifferblättern wechselt 10 Stunden vor Ablauf der 42-stündingen Gangreserve auf Rot und zeigt damit an, wenn die Uhr aufgezogen werden sollte.

Die neue Richard Lange Springende Sekunde erscheint in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren und wird am dunkelbraunen Alligatorlederband mit Dornschließe aus Weißgold ausgeliefert. Ein Preis ist nicht bekannt.

Wie eine «springende Sekunde» funktioniert, erklären wir in diesem Video.

1815 Tourbillon

ALS Tourbillon

Auch das Tourbillon wandelt die Energie der Antriebsfeder in einer besonderen Form um. Die Erfindung geht auf den französischen Uhrmacher Abraham Louis Breguet zurück und war dafür gedacht die Effekte der Schwerkraft auszugleichen, indem der gesamte Käfig der Hemmung sich beim Hemmungsimpuls mit dreht. In der Ausführung als Minutentourbillon, wie es auch in der neuen 1815 Tourbillon zum Einsatz kommt, rotiert der sogenannte Käfig ein Mal pro Minute. Ein angeschlossener Zeiger kann also die Sekunden anzeigen.

Bei Armbanduhren ist die Effektivität eines Tourbillons auf die Ganggenauigkeit eigentlich nicht gegeben, da sich die Lage des Uhrwerks am Handgelenk stetig verändert und nicht wie eine Taschenuhr vertikal in der Westentasche «steht». Auch Ferdinand Adolph Lange hatte entsprechende Taschenuhren gebaut und viele Designdetails der 1815 Tourbillon gehen auf diese zurück.

Heute ist das Tourbillon ein Zeichen für herausragende Handwerkskunst und wird bei A. Lange und Söhne sogar mit einem Sekundenstopp und demselben Zero-Reset-Mechanismus wie bei der zuvor besprochenen Richard Lange Springende Sekunde ausgestattet, wodurch ein präzises Einstellen deutlich komfortabler wird.

Beidseitige Werkschau

ALS Tourbillon

Die 1815 Tourbillon ermöglicht dabei Einblicke in die filigrane Mechanik: Auf der Rückseite durch einen Saphirglasboden und auf der Vorderseite durch einen Ausschnitt im Zifferblatt, durch den das hypnotisierende Tourbillon beim Drehen seiner Runden beobachtet werden kann. Auch das hier verbaute Manufakturkaliber L102.1 wird per Handaufzug mit Energie versorgt und arbeitet mit einer Schwingfrequenz von 21.600 A/h.

Auch die 262 Komponenten dieses Kalibers durchlaufen ihre Montierung zweifach und sind entsprechend der hohen Qualitätskriterien von A. Lange und Söhne dekoriert. Überraschend, dass das Tourbillon-Kaliber mit deutlich weniger Komponenten als das L094.1 der Richard Lange auskommt.

Das Gehäuse der 1815 Tourbillon besteht aus einer 950er-Platin-Legierung und misst 39,5 mm im Durchmesser und 11,3 mm in der Höhe. Besondere Handwerkskunst kommt auch beim Zifferblatt mit Basis aus 750er-Weißgold zum Einsatz. Es wird aufwendig, schwarz emailliert und mit weißen arabischen Ziffern und Skalen bedruckt.

Passend zur tiefschwarz glänzenden Oberfläche des Zifferblatts wird die 1815 Tourbillon an einem schwarzen Alligatorlederband – hier ausgestattet mit einer Faltschließe aus Platin – getragen.

Text: Tobias Schaefer

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