Rendite beim Uhrensammeln

Kommt Zeit, kommt Geld?

Der Mai 2018 war ein guter Monat für Uhrenbesitzer, die sich von ihren Schätzchen trennen wollten: Bei den Genfer Uhrenauktionen von Phillips (in Association with Bacs & Russo) gab es gleich mehrere Verkaufsrekorde – zum Beispiel wurde noch nie an einem Wochenende eine solch hohe Summe mit Uhren umgesetzt.
Rolex Daytona Paul Newman verkauft vom Auktionshaus Phillips
Paul Newmans Rolex «Paul Newman» Daytona wurde im Oktober 2017 von Phillips für den Rekordpreis von 17,8 Millionen Dollar verkauft.

Insgesamt verkaufte das Auktionshaus Uhren im Wert von 37,84 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis trug bei, dass neun Armbanduhren die Millionen- Schweizer-Franken-Marke knackten.

Immer neue Rekordpreise

Schon im Oktober 2017 hatte Phillips Schlagzeilen gemacht: Die Rolex Daytona «Paul Newman » aus dem Erstbesitz von Paul Newman himself wurde von Phillips in New York für eine spektakuläre Summe verkauft. Der Startpreis lag bei einer Million Dollar, nach zwölf Minuten Auktion fiel der Hammer bei rund 17,8 Millionen Dollar. Ein neuer Rekord für eine Armbanduhr bei einer Auktion, der die bis dato teuerste Armbanduhr von Patek Philippe für 10,2 Millionen Euro ablöste.

Omega: Weißgolduhr von Elvis Presley, verkauft für einen Rekordpreis von Phillips
Die teuerste Uhr von Omega, die je bei einer Auktion verkauft wurde: Phillips versteigerte die Weißgolduhr aus dem Besitz von Elvis Presley im Mai 2018 für 1,5 Millionen Euro.

In diesem Stil ging es dann im Mai 2018 bei Phillips weiter – die Rekorde fielen gleich reihenweise. So erzielte eine Uhr von Elvis Presley den höchsten Preis, der je für ein Modell von Omega gezahlt wurde: Der weißgoldene Zeitmesser mit Diamantlünette, den der King of Rock ’n’ Roll 1961 als Geschenk von seiner Plattenfirma RCA Records erhalten hatte, wurde für 1,5 Millionen Euro zugeschlagen.

Auch eine Uhr von A. Lange & Söhne wechselte für einen neuen Höchstpreis den Besitzer: Die «1815 Hommage an Walter Lange» mit einem Zifferblatt aus schwarzer Emaille wurde für 713.627 Euro verkauft – Armbanduhren aus Edelstahl gibt es bei Lange nämlich eigentlich gar nicht.

Für Aurel Bacs, Senior Consultant des Auktionshauses Phillips, zeigen die jüngsten Rekorde, dass Sammler nach wie vor Qualität, Originalität und Seltenheit zu schätzen wissen – umso mehr, wenn dies mit einer exzellenten Herkunft einhergehe.

Gilt leider nicht für alle

Sind solche Renditen für den Normalverbraucher vorstellbar? Nein, sagen Experten, die davor warnen, dass der Uhrenmarkt nichts für schnelle Spekulanten sei und stattdessen profundes Wissen und unendliche Geduld erfordere.

Die Geduld muss man üben, das entsprechende Wissen vermittelt zum Beispiel der Blick auf die Auktionsergebnisse renommierter Uhren-Auktionshäuser. Dort sieht man, dass die teuersten Uhren der vergangenen Jahre keine «Youngtimer», sondern eher mehrere Jahrzehnte alt waren. Das passt zu den Beobachtungen des Vintage-Marktes: Tatsächliche Wertsteigerungen stellen sich hier zumeist nicht vor Ablauf von mindestens zehn Jahren ein. Und große Sprünge können auch 30 Jahre und mehr in Anspruch nehmen.

Text: Iris Wimmer-Olbort    

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