Uhren als Investment

«Lohnt» sich Sammeln überhaupt?

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Gestatten Sie mir an dieser Stelle eine allgemeine Bemerkung zur Wertentwicklung von Armbanduhren. Wie woanders schon zu lesen steht, kann man als Uhrenkäufer froh sein, wenn eine Uhr über einen gewissen Zeitraum ihren Wert mehr oder weniger behält. Ein Blick in die einschlägigen Verkaufsportale im Internet sorgt rasch für Ernüchterung:
Machte Bronze als Gehäusematerial populär: Panerai Luminor Submersible «Bronzo» von 2010.

Die überwiegende Mehrzahl der hochwertigen Uhren ist offenbar schon kurz nach dem Kauf kaum mehr die Hälfte wert und somit kein Investment.

Hinter solchen Angeboten können tragische Schicksale stehen, oder unfeine Geschäfte mit billig verschobener Lagerware. Aber im Grunde ist es ganz einfach: Wenn so viele Uhren produziert werden wie in den letzten zehn Jahren und ständig neue Modelle auf den Markt geworfen werden, hat der Käufer die freie Auswahl ‒ und er bestimmt den Preis. Wo ein Überangebot herrscht, kann sich keine gesunde Nachfrage entwickeln.

Wirklich Geld verdienen lässt sich auf dem Gebrauchtuhrenmarkt seit jeher nur mit seltenen oder schwer zu beschaffenden Modellen – wirklich strenge Limitierungen zählen dazu, oder die aufgrund einer restriktiven Modellpolitik begrenzte Verfügbarkeit. Ebenfalls ein Glücksfall für Anleger ist es, wenn eine Marke ständig ihre Preise erhöht, die Modellpalette jedoch nur wenig verändert. Aber natürlich muss die Marke stimmen – große Namen können sich offenbar alles erlauben, aber wer sich überschätzt, macht sich lächerlich.

Wenn folglich eine große, renommierte Marke zu ihrem 100. Jubiläum eine technisch interessante, optisch ansprechende, auf 100 Exemplare limitierte Uhr zu einem halbwegs realistischen Preis herausbringt, kann man sich leicht an zehn Fingern ausrechnen, dass solch ein Stück seinen Wert behalten wird. Da sollte man zuschlagen. Wo ist der nächste Konzessionär?

Genau hier liegt aber der Hase im Pfeffer: Bevor Sie die Ladentür aufreißen, überlegen Sie mal, wann Sie das letzte Mal hier waren. Wie viel Geld hat der Juwelier Ihres Vertrauens in den letzten zwölf Monaten mit Ihnen umgesetzt? Oder gibt es einen anderen guten Grund, warum er Ihnen eine limitierte Edition verkaufen sollte – und nicht einem seiner «besten Kunden», die auf so ein Teil natürlich auch scharf sind? Bei 100 Exemplaren für den Weltmarkt fallen je nach Marke fünf bis zehn Uhren für Deutschland ab, und Ihr Konzessionär bekommt vielleicht, möglicherweise, mit viel Glück – eine.

Seien Sie nicht traurig, wenn es diesmal nicht geklappt hat. Liefern Sie Ihrem Juwelier lieber ein paar gute Gründe, bei der nächsten Sonderedition auch einmal an Sie zu denken!

Text: Peter Braun

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