Patek Philippe 50 Jahre NautilusJubiläum
Ein halbes Jahrhundert Nautilus, das muss auf der Watches and Wonders 2026 gefeiert werden.
Für die Minutenrepetition hat bei Patek Philippe ein neues Zeitalter begonnen. Der Bruch mit der Vergangenheit zeigt sich bereits im Look der neuen Uhr, deren zweiteiliges Zifferblatt an ein Drahtspeichenrad erinnert, Ausstattungsmerkmal aller großen Sportwagen der Nachkriegszeit. Selbst die Kleine Sekunde ist im Kreuzspeichendesign gehalten, und auch der Mikrorotor, der an der Werkseite zu sehen ist, trägt dieses Muster. «Wahrscheinlich hätte mein Vater vor zehn Jahren einem solchen Dekor nicht zugestimmt», räumt Patek-Philippe-Präsident Thierry Stern ein. «Aber diese Uhr ist etwas ganz Neues, und sie verdient auch ein ganz neues Design.»
Die in der hauseigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung Advanced Research gebaute Minutenrepetition basiert technisch auf dem Kaliber R 27 PS wie schon das aktuelle Modell mit der Referenz 5178 und profitiert von einem extraflachen Werkaufbau mit automatischem Aufzug. Der erwähnte verzierte Mikrorotor der neuen Uhr ist flacher und aus Platin gefertigt, um genügend Schwungmasse aufzubauen. Dass das Uhrwerk dennoch einen Millimeter höher geriet als das der 5178 (6,05 statt knapp 5 mm) liegt an einem neuartigen Schallübertragungssystem mit Saphirglasmembran an der Werkseite.
Die wie bei anderen Repetitionsuhren von Patek Philippe doppelt um den Werkumfang gewundenen Tonfedern sind in einem Block befestigt, von dem aus ein langer Arm diagonal über das Uhrwerk ragt, der mit seiner Spitze im Zentrum einer hauchdünnen (0,2 mm starken) Saphirglasscheibe verschraubt ist. Das Ensemble – Tonfedern, Block, Arm und Glasmembran – ist beweglich an einem Titanring zwischen Gehäusemittelteil und Boden befestigt. Dieser Ring hat vier spaltförmige Öffnungen (bei «12», «3», «6» und «9») nach draußen, die mit einem dünnen Nylongewebefilter gegen eindringenden Staub und Feuchtigkeit verschlossen sind.
Durchlässig ist das Filtervlies hingegen für die Schallschwingungen, die von den Tonfedern auf den Auslegerarm und die Glasmembran übertragen und dabei vehement verstärkt werden – um das Sechsfache gegenüber einer herkömmlichen Minutenrepetition, bei der die Tonfedern direkt im Gehäuse und im Uhrwerk verankert sind. Beim neuen „Fortissimo“ genannten Klangsystem von Patek Philippe übernehmen weder Uhrwerk noch Gehäuse Aufgaben bei der Schallübertragung. Deshalb konnte man auch das vergleichsweise zähe Gehäusematerial Platin nutzen, das bei Repetitionsuhren nur selten zum Einsatz kommt. Und tatsächlich klingt die Referenz 5750P am besten und harmonischsten, wenn sie am Handgelenk getragen wird.
Mit dem Klangbild ist Thierry Stern noch nicht ganz zufrieden, weil die Akustik des Fortissimo-Systems die mittleren und tieferen Frequenzen verstärkt und im Diagramm bei den Obertönen noch Defizite aufweist. Gleichwohl wird das neue System von Advanced Research über kurz oder lang in die aktuelle Kollektion Einzug halten. Vorerst werden nur 15 Exemplare an Sammler der AR-Premierenmodelle – seit 2005 hauptsächlich zur Vorstellung neuer Bauteile aus Silizium immer wieder in limitierter Auflage produziert – verkauft, zum Stückpreis von 590.000 Schweizer Franken zuzüglich ortsüblicher Steuern.
Text: Peter Braun



