Oris Big Crown Bronze Pointer Date

Eine Alte Bekannte

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Das Konzept der Oris Big Crown Pointer Date hat schon mehr als 80 Jahre auf dem Buckel. Dennoch wirkt die Neuauflage in Bronze keineswegs aus der Zeit gefallen, sondern eben wie eine liebenswürdige alte Bekannte.
Bronze Armbanduhr
Foto: Martin Häußermann
Materialwahl, Design und Typografie werden bei der Big Crown Pointer Date zu einem harmonischen Ganzen vereint, das den Charme der guten alten Zeit verströmt.

Erdgeschichtlich betrachtet ist die Bronzezeit in Mitteleuropa schon rund 3000 Jahre vorbei, doch in der Uhrenbranche feierte sie vor knapp zehn Jahren fröhliche Urständ. 2011 präsentierte Angelo Bonati, seinerzeit Chef von Panerai, die erste Luminor in Bronze. «Bronzo», so wurde die Uhr von den Paneristi getauft, wurde zum Schlagwort der Branche, und die auf 1000 Exemplare limitierte Sonderserie war ruckzuck vergriffen. Panerai hatte die zweite Bronzezeit eingeläutet.

Zum Gehäusematerial

Auch Oris erkannte die Sinnlichkeit dieses Materials, das sich beständig verändert und so durch den Träger buchstäblich individualisiert wird. Bronze ist eine Kupfer-Zinn-Legierung, die auf äußere Einflüsse wie Luft, Feuchtigkeit oder Hitze reagiert. Auf diese Weise entwickelt sich eine Patina, eine feine graue Schicht, die sich über den ursprünglich warmen Farbton des Ausgangsmaterials legt und mitunter sogar Grünspan ansetzt. So wie bei der privaten Diver Sixty-Five «Carl Brashear» von Oris-Chef Rolf Studer, der dem Material sowohl als Privatmensch wie auch als Geschäftsmann viel abgewinnen kann. Nach dem überwältigenden Verkaufserfolg der 2016 präsentierten Dreizeigeruhr schob er im Folgejahr den Chronographen in Bronze nach, der ebenfalls längst ausverkauft ist.

Wer eine neue Oris in Bronze sucht, wählt zumeist die im vergangenen Jahr erschienene Big Crown Pointer Date, die zunächst mit trendig grün lackiertem Zifferblatt angeboten wurde. Nun haben die Hölsteiner das Rad noch ein Stückchen weitergedreht und bieten diese Uhr seit Kurzem auch mit einem Bronze-Zifferblatt an.

Foto: Martin Häußermann
Der Boden ist aus Edelstahl gefertigt und mit einem großen Schaufenster versehen, dahinter arbeitet ein maßvoll modifiziertes Sellita-Automatikwerk.

GEBREMSTE PATINA

Wer die Passage über die Eigenschaften von Bronze aufmerksam gelesen hat, kommt nun möglicherweise ins Grübeln und stellt sich die Frage: Läuft denn das Zifferblatt ebenfalls an? Die Antwort lautet: Nein. Denn diese Frage stellten sich auch die Produktverantwortlichen und testeten diverse Materialmuster. «Den Verfärbungsprozess können wir nicht kontrollieren, es bestand die Gefahr, dass das Zifferblatt unleserlich wird», erklärte uns Rolf Studer bei der Präsentation der Uhr im Dezember 2019. Das wollte man nicht riskieren. Aus diesem Grunde entschied man sich, das Bronze-Zifferblatt zunächst galvanisch zu behandeln, damit es einen schokoladenbraunen Farbton erhält, und diesen dann durch einen Klarlacküberzug zu konservieren.

Ton in Ton

Ehrlich gesagt gefällt uns diese Kombination noch ein bisschen besser als die Pointer Date mit grünem Blatt, denn bei der Neuen ist alles Ton in Ton. Passenderweise wurde ihr ein braunes Rindlederband spendiert, dessen Oberfläche leicht angeraut ist. Selbstverständlich ist auch die Stiftschließe aus Bronze gefertigt. Nur der Boden, dessen Sichtfenster den Blick auf ein modifiziertes Sellita SW200-1 mit automatischem Aufzug freigibt, besteht aus Edelstahl. Schließlich ist der Boden ständig in Kontakt mit der Haut – der Hautschweiß würde Bronze schnell oxidieren lassen, was nicht nur lästige Farbflecken auf dem Arm zurücklassen würde, sondern möglicherweise auch gesundheitlich bedenklich ist. So aber trägt sich die Big Crown Bronze Pointer Date äußerst angenehm und hinterlässt am Arm keinerlei Rückstände, wie wir nach drei Wochen Tragezeit bestätigen können.

Objekte, die ihre eigene Geschichte erzählen

Außerdem stellen wir fest, dass das Design dieser Uhr, deren historische Vorlage schon mehr als 80 Jahre alt ist, keineswegs als altmodisch angesehen wird. Uhrenfans im Freundeskreis, denen wir diese Uhr gezeigt haben, stimmen mit Dr. Rolf Portmann überein. Der Mann, der Oris 1982 kaufte und so vor dem Untergang rettete, meint: «In einer Welt klinischer Perfektion und zunehmender Digitalisierung mögen Menschen Objekte, die ihre eigene Geschichte erzählen.» Dem ist nichts hinzuzufügen.

Text und Bilder: Martin Häußermann

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