Uhrenwissen: Leuchtstoffe Teil 2

Ganz schön erhellend!

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Ohne Strom, ohne Batterie und ganz ohne Pause: «Trigalights» bringen Licht auf Zifferblätter. Die selbstleuchtenden Röhrchen werden von der Schweizer Firma mb-microtec hergestellt – ein weiterer Weltmarktführer des Lichts.
Trigalight von mb microtec
Angeregt durch das Tritium, leuchten die Glasröhrchen ohne weitere Energiezufuhr. Sie werden per Laser in viele kleine Leuchtelemente geschnitten.

Winzig kleine Glasröhrchen, die Licht auf Zeiger und Zifferblätter bringen: Das Selbstleuchten der «Trigalights» beruht auf einer chemischen Reaktion, für die man in der Schweizer Firma mb-microtec in Niederwangen in Bern sorgt. Das vor 51 Jahren gegründete Unternehmen ist auf Tritium-Gaslichtquellen spezialisiert.

Dabei handelt es sich um luftdicht verschlossene Glasröhrchen, die sogar so fein wie ein menschliches Haar sein können. Sie sind von innen mit Zinksulfid beschichtet und mit gasförmigem Tritium gefüllt. Die Elektronen des Tritiumgases aktivieren das Zinksulfid so lange, bis sich das Tritium abgebaut hat. Da der Stoff eine Halbwertszeit von zwölf Jahren hat, garantiert mb-microtec das Leuchten der Trigalights für zehn Jahre.

Tritium ist ein radioaktives Isotop des Wasserstoffs, mit dem besonders sorgfältig gearbeitet werden muss. Bei mb-microtec garantiert auch die moderne Technik des neuen Firmengebäudes den kundigen Umgang.

Falsche Vorurteile

Trigalight von mb-microtec
Nach dem Einfüllen von Tritum in Glaskapillaren, an denen von innen Zinksulfid-Pulver haftet, werden die Glasröhrchen mit einer Flamme verschlossen.

Allerdings lässt die Verwendung des radioaktiven Tritiums manche Vorurteile entstehen. Ängste sind nach Angaben von mbmicrotec indes völlig unangebracht: Allein das Glas der Röhrchen sorge für genügend Abschirmung, und sollte dieses zerbrechen, wird weniger Radioaktivität freigesetzt als in der Kabine eines Passagierflugzeugs.

Dafür bieten die Trigalights einige Vorteile: Während andere Leuchtstoffe mit Licht quasi «aufgeladen» werden müssen, bedürfen die Trigalights keiner Aktivierung. Zudem leuchten sie heller als andere Leuchtstoffe.

Blick in die Herstellung

Die Fertigung beginnt mit der Außenhaut, also dem Glas. Es wird in filigrane Röhrchen gezogen, sogenannte Kapillaren, die an einer Seite verschlossen sind. Frisch gewaschen, werden sie innen durch eine Säure aufgeraut, sodass pulverförmiges Zinksulfid eingefüllt und von innen anhaften kann.

Nun werden die Kapillaren in einer speziellen Maschine mit gasförmigem Tritium befüllt. Durch das Erzeugen eines Vakuums strömt das Gas in die Kapillaren. Zuletzt wird das Glas auf der noch offenen Seite mit einer Flamme angeschmolzen und die bereits leuchtenden Kapillaren verschlossen.

Aus einem langen Stück gilt es nun, in von mb-microtec entwickelten Automaten viele kleine Leuchtelemente zu schneiden. Die Automaten drehen die eingelegten Kapillaren, und ein Laser schneidet Lichter in der gewünschten Länge ab; durch den heißen Schnitt wird das Glas wieder angeschmolzen, sodass die Lichter gleichzeitig auch verschlossen werden.

Die fertigen Lichter werden gewaschen, optisch sortiert und auf ihre Dichtigkeit hin überprüft. Danach sind sie bereit für den Einsatz auf dem Zifferblatt oder auf Zeigern. Dort werden kleine Klebefolien aufgebracht, auf die von Hand die winzig kleinen Lichter mit der Pinzette aufgesetzt werden und die Zeit erhellen.

Text: Iris Wimmer-Olbort

Lesen Sie in Teil 1 alles über die bekannteste Leuchtfarbe der Welt:

Swiss Super-LumiNova ist Marktführer bei Leuchtstoffen

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