Jaeger-LeCoultre Neuheiten 2026

Komplizierte Neuheiten

Jaeger-LeCoultre präsentiert drei bemerkenswerte Komplikationsuhren aus den Kollektionen «Hybris» und «Master Grande Tradition», mit denen die «Grande Maison» ihren Anspruch auf eine technische Vorrangstellung unterstreicht.
Jaeger-LeCoultre Hybris

Jaeger-LeCoultre hat bereits im Vorfeld der Watches and Wonders drei bemerkenswerte Komplikationsuhren aus den Kollektionen «Hybris » und «Master Grande Tradition» präsentiert, mit denen die «Grande Maison» im Vallée de Joux ihren Anspruch auf die technische Vorrangstellung unterstreicht. Mit einem Drei-Achsen-Tourbillon der nächsten Generation begründet Jaeger-LeCoultre die neue Linie Hybris Inventiva, die nach Hybris Mechanica (seit 2003) und Hybris Artistica (2014) die dritte Ausgestaltung der Spezialitäten-Kollektion darstellt.

Die Uhren der Hybris-Inventiva-Linie werden immer nur eine Komplikation aufweisen, aber in einer derart bahnbrechenden Umsetzung, dass sie den Gang der Geschichte der Manufaktur verändern werden. Diese Zeitmesser sind stets streng limitiert und wertvoll wie Prototypen. «Flying Gyrotourbillon à Stratosphère» heißt die neue Komplikationsuhr, deren Hemmung mit einem verschachtelten Dreifach-Drehgang mit jeweils um 90° zueinander verschränkten Achsen innerhalb von anderthalb Minuten alle nur denkbaren Unruh-Positionen einnimmt. Der kleinste Käfig dreht sich in 20 Sekunden um sich selbst, der ihn umgebende mittlere Käfig in 60 Sekunden und der große – fliegend gelagerte – Drehgang in 90 Sekunden.

Das filigrane, ungeheuer komplexe Gebilde ist aus 189 Einzelteilen (!) zusammengesetzt und bringt dennoch nur 0,78 Gramm auf die Briefwaage. Die Schwingfrequenz der zylindrischen Unruhspirale beträgt inzwischen 28.800 A/h (4 Hz), doch die Gangautonomie des Kalibers 178 bleibt mit 72 Stunden unverändert hoch. Die entsprechende Anzeige haben die Uhrmacher an die Werkseite verbannt, um die Symmetrie des mit großem Aufwand inszenierten Zifferblatts mit emaillierten Skalenfeldern nicht zu kompromittieren. Ein neues Beispiel aus der Linie Hybris Mechanica ist die ultraflache Minutenrepetition mit einem nur 4,7 mm hohen Automatikwerk, das aus 537 Einzelteilen aufgebaut ist.

Das neue Kaliber 362 hat einen recht großen Durchmesser, sodass es das 41-mm-Gehäuse komplett auszufüllen scheint. Doch in Wirklichkeit gehört der zifferblattseitig sichtbare Ringspalt allein dem nabenlos auf 36 Keramikkugeln um das Werk rotierenden Aufzugsrotor, und an der Werkseite sind hier die beiden Gongfedern des Schlagwerks untergebracht, die mit jeweils fast 300 Winkelgraden Länge das Uhrwerk komplett umfassen. Die zusätzliche Ausstattung der transparenten Saphirglas-Hauptplatine mit einem Fliegenden Minutentourbillon soll den hohen Preis von 760.000 Euro rechtfertigen.

Jaeger-LeCoultre Master Grande

Die dritte Neuheit von Jaeger-LeCoultre fällt in die Kategorie Master Grande Tradition und kombiniert ein klassisches Tourbillon unter einer filigranen Stabbrücke mit einem Datumszeiger, der zur Monatsmitte zwischen dem 15. und dem 16. in einer gleitenden Bewegung das komplette Tourbillon überspringt. Damit behält das hier in einer frischen Ästhetik und mit leicht modifizierter Architektur präsentierte Kaliber 978 sein charakteristisches Erkennungszeichen.

Text: Peter Braun

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