HYT kehrt zurück

Flüssige Zeit

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November 2021. Die Uhrenfirma HYT hat einen neuen Besitzer und will im Januar mit überarbeiteten Modellen und geschärftem Markenimage einen Neustart wagen.

Mit einem Mal war es ganz still geworden um die Uhrenmarke, deren USP eine mit farbiger Flüssigkeit gefüllte Kapillare ist, die quasi als Stundenzeiger fungiert. Die Flüssigkeit wird von zwei winzigen Faltenbälgen hin und her gepumpt und ermöglicht den Designern interessante Zifferblatt-Konzepte. Nun hat die Kairos Technology Switzerland SA (KTS) die in Konkurs gegangene HYT SA übernommen und plant einen Neustart mit ganz neuen Modellen und einem neuen Markenimage.

Als CEO fungiert Davide Cerrato, der auf eine erfolgreiche Laufbahn als Produktentwickler bei Panerai, Tudor und Montblanc zurückblickt. Ins zweite Glied zurückgetreten ist hingegen Vincent Perriard, der HYT seit Gründung der Firma geführt hatte. Nun wirkt Perriard als Vorstandsvorsitzender von KTS im Hintergrund.

Die Flüssigkeitsanzeige

Wasseruhren, sogenannte Klepsydren, zählen zu den frühesten Stundenmessern. Im antiken Griechenland ließ man Wasser durch eine genau bemessene Öffnung von einem Behälter in einen anderen fließen und las die verstrichene Zeit an einer zuvor geeichten Skala ab. Den drei Gründern von HYT gefiel die Vorstellung, das Verstreichen der Zeit durch die Bewegung einer Flüssigkeit darzustellen, und sie beschäftigten sich mit der Frage, wie man den Einfluss von Lage und Schwerkraft eliminieren könne.

Sie entwickelten ein geschlossenes System mit Flüssigkeit in einer Röhre und zwei Tanks an den beiden Enden, in welche die Flüssigkeit hinein- bzw. herausgepumpt werden konnte. Die zur Zeitanzeige genutzte Kapillarröhre wurde wie ein Kreis um das Zifferblatt gelegt, mit den beiden Öffnungen bei der «6». Dort befinden sich auch die beiden Tanks, die gleichzeitig als Pumpen fungieren und die Flüssigkeitssäule in kontrollierte Bewegung versetzen. Es handelt sich streng genommen um zwei verschieden eingefärbte Flüssigkeiten, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften nicht vermischen und so eine messerscharfe Grenzlinie bilden, die als Zeiger eingesetzt werden kann.

Die beiden Pumpe-Tank-Einheiten nutzen modernste Feinwerktechnik, wie sie auch die NASA einsetzt, zum Beispiel bei Messfühlern. Die Faltenbälge bestehen aus hauchdünnem Material, das der Verformung entlang der gefalteten Kanten nur wenig Widerstand entgegensetzt, in der Fläche dabei aber völlig stabil bleibt. Dadurch lässt sich das vom einen in den anderen Balg gepumpte Flüssigkeitsvolumen sehr exakt dosieren, was bei HYT über ein mechanisches Uhrwerk anhand einer speziellen Nockensteuerung erfolgt. Diese treibt anstelle des Stundenzeigers über zwei langhubige Kolben die beiden Faltenbälge an. Bei der Gestaltung der «Zifferblätter» sind den Designern kaum Grenzen gesetzt, und mit immer neuen Modellen lotet HYT inzwischen auch sämtliche Möglichkeiten aus.

Text: Peter Braun

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