Hublot Big Bang Unico Integral

Integralgleichung

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Hublot Big Bang
Hublot Big Bang Unico Integral Titanium

Von einem «Big Bang» sprach Jean-Claude Biver vor 15 Jahren, als man ihn nach seinem Rezept befragte, um die in eine Sackgasse geratene Kollektion der Prestigemarke Hublot aufzufrischen. Hublot-Inhaber Carlo Crocco hatte den charismatischen Uhren-Manager mit umfangreichen Vollmachten ausgestattet und ihm sein Lebenswerk anvertraut.

Als Crocco 25 Jahre zuvor seine Vision von einer Uhr «wie ein Bullauge» (frz.: «hublot») in matt gebürstetes Metall und ein mit Vanilleduft aromatisiertes Kautschukband umsetzte, nannte er sie «La Montre des Montres» – «die Uhr aller Uhren». Schlicht war Trumpf bei der Avantgarde der achtziger Jahre, und dank des demonstrativ zur Schau getragenen Nonkonformismus der Hublot-Uhr konnte man auch mit dem Thema Luxus unbeschwert umgehen. Aber die Zeiten hatten sich geändert: Inzwischen schrieb man das Jahr 2005.

Die neue «Hublot aller Hublots» hatte sich die technische Attitüde ihrer Ahnen bewahrt, ging bei der Wahl der Gestaltungsmittel jedoch weit über die Vorlage hinaus. Das Gehäuse der Big Bang ist in mehreren Schichten aus verschiedenen Hightech-Werkstoffen und Edelmetallen aufgebaut, was sowohl in der zerklüfteten Gehäuseform als auch in mitunter gewagten Farbkompositionen zum Ausdruck kommt. PVD-Beschichtungen in allen Schattierungen, Karbonfaser und Aluminium kontrastieren mit Rotgold, Platin, Titan und Keramik. Auch das einst ausschließlich in Schwarz und aus Kautschuk erhältliche Armband nimmt heute alle Farben des Regenbogens an. Und nun feiert das erste Hublot-Gliederband Premiere.

Stil- und Befestigungselement

Wie an anderer Stelle bereits mehrfach bemerkt, wirkt die neue Big Bang Integral wie eine alte Bekannte. Konzept und Design folgen der vor 15 Jahren aufgestellten Maxime des «Big Bang»: klare Konturen, scharfe Kanten, transparente Technik ohne Zifferblatt. Dazu der geschickte Einsatz von strichmattierten Flächen und polierten Fasen, um die eindrucksvolle Dimension des Gehäuses zu unterstreichen. Erst auf den zweiten Blick fällt dem Betrachter auf, dass hier ja gar kein weiches Armband aus Kautschuk, Silikon, Lackleder, Kevlargeflecht oder Jeansstoff, sondern ein stilistisch stimmig integriertes Gliederband zum Einsatz kommt! Die einzelnen Bandglieder sind nach demselben optischen Prinzip des Kontrasts zwischen polierten und strichgeschliffenen Flächen wie das Uhrengehäuse gestaltet, und so wirkt das Ensemble, als hätte es die Big Bang schon immer mit Gliederband gegeben. Hat es aber nicht.

Der seitliche Blick auf das Gehäuse zeigt, dass der Anschluss des Gliederbandes tief greifende Änderungen im «Schichtaufbau» des Big-Bang-Gehäuses erfordert hat. Bei der normalen Big Bang wirkt das Kautschuk-, Textil- oder Lederband wie eine optische Verlängerung der Gehäusemittelschicht, die traditionell aus Kunstharz gefertigt ist. Auch farblich ist das zwischen zwei Schichten aus Metall, Keramik oder Karbonfaser eingebettete Mittelteil auf das Bandmaterial abgestimmt, sodass die gesamte Uhr wie aus einem Guss anmutet: Das Band scheint sich durch die Uhr hindurch fortzusetzen.

Hublot Big Bang
Gelungene Integration: Das Gehäusemittelteil ist aus Metall und trägt die Bandanstöße.

Wie aus einem Guss

Letztlich ist es nur logisch und konsequent, dass ein Gliederband aus Metall oder Keramik am Gehäuseanstoß ebenfalls auf Metall oder Keramik trifft. In der Tat besteht das Mittelteil des Integral-Gehäuses aus demselben Material wie die beiden «Sandwich-Scheiben» und die mit ihnen verschraubten Elemente Lünette und Boden. So entstand eine Big Bang wie ein Monolith. Ein bisschen Kunststoff bleibt dennoch im Spiel: Die Lünette ruht auf einem Kissen aus Verbund-Kunstharz, dessen seitliche «Ohren» die Form des darunterliegenden Mittelteils nachzeichnen.

Die deutlich weiter in Richtung Band gezogenen Gehäuseanstöße kompensieren die – im Vergleich zu einem Kautschukband – geringere Flexibilität des Gliederbandes und sorgen für eine steile «chute», wie der französische Uhrmacher den Abfallwinkel des Bandes vom Gehäuse nennt. So schmiegt sich die Integral trotz ihres Durchmessers von 42 mm eng ans Handgelenk und ist angenehm zu tragen. Das Gliederband der Integral ist nicht mit dem bewährten One-Click-Schnellwechselsystem ausgestattet, weil es ohnehin nicht an das Gehäuse der normalen Big Bang passen würde. Das neue Modell kommt zeitgleich in drei Materialvarianten – Gehäuse und Band jeweils identisch – in den Handel: in Titan (20.700 Euro), in «King Gold» (51.800 Euro) und limitiert auf 500 Exemplare in schwarzer Keramik (22.700 Euro). Die Faltschließen sind aus dem jeweiligen Bandmaterial gefertigt, mit Ausnahme der «All Black»-Keramikversion, bei der schwarz beschichtetes Titan zum Einsatz kommt.

Hublot Big Bang
Hublot Kaliber Unico 2 mit Automatikaufzug

Einzigartiger Chronograph

Technisch unterscheidet sich die Integral nicht sehr von anderen Big-Bang-Chronographenmodellen. Doch das «Unico 2» genannte Kaliber HUB 1280 ist gewissermaßen eine flachere Version des Ur-Unico mit der Kalibernummer HUB 1240, nur noch 6,75 statt 8,05 mm hoch und paradoxerweise aus 354 statt 330 Einzelteilen aufgebaut. Beide Werke verfügen über einen automatischen Aufzug und bieten dem Träger um die 70 Stunden Gangautonomie nach Vollaufzug.

Ebenfalls identisch sind die Flyback-Funktion, d. h. die Möglichkeit zu Nullstellung und Neustart einer laufenden Messung ohne vorheriges Stoppen, und die Steuerung der Chronographenfunktionen über ein Schaltrad. Dieses ist prominent an der Vorderseite des Uhrwerks angebracht, wo es – mangels eines Zifferblatts – über der «6» gut zu beobachten ist. Dieser Umstand verweist auf die Tatsache, dass es sich um eine modular aufgebaute Konstruktion handelt, bestehend aus einem Grundwerk mit Automatikaufzug und einem dünnen Räderwerk mit der Chronographenkadratur, die zifferblattseitig aufgelegt ist und über das Sekundentrieb des Grundwerks mit Kraft versorgt wird. Auch die vergleichsweise hohe Anzahl der Lagersteine (38 beim Unico, 43 beim Unico 2) belegt die «Sandwich-Konstruktion».

Die Werke sind je nach Gehäusematerial in Mattgrau oder Schwarz gehalten und sehr «technisch» finissiert, ohne Gravuren, Ziselierungen oder Zierschliffe, lediglich ein paar blanke Stahlteile sorgen für optische Highlights.

Hublot Big Bang
Das Gliederband an der Big Bang Unico Integral «All Black»

Neue alte Bekannte

Die stilistisch gelungene Integration eines Gliederbandes in das Konzept der markanten Big Bang erschließt Hublot zweifellos neue Käuferschichten, denen es auf ein paar Euro mehr oder weniger nicht ankommt. Dafür erhalten sie auch ein verbessertes Uhrwerk und ein hochwertigeres, schlankeres Gehäuse ohne Kunststoffkorpus. Dass die Big Bang Unico Integral auf den ersten Blick als Hublot erkennbar bleibt, ist für Marke und Fans gleichermaßen interessant.

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