Materialentwicklung bei Hublot

Die Zukunft der Uhren

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November 2021 Neues schaffen und mit der Zeit gehen: In der Uhrenbranche wird ehrgeizig an neuen Materialien und deren neue Möglichkeiten geforscht. Ein Blick in die Versuchslabors von Hublot.
Research and Development Hublot
Mathias Buttet (im Bild rechts) leitet die Abteilung Research and Development bei Hublot.

Ein Uhrengehäuse, dessen Material hautverträglich ist, das gut am Arm liegt und das Uhrwerk schützt. Was will man mehr? Eigentlich kann man doch zufrieden sein, wenn diese ergonomischen und funktionalen Anforderungen erfüllt sind. Und doch streben Uhrenmarken ehrgeizig nach Neuem – denn ohne Willen zur Weiterentwicklung gibt es ja keinen Fortschritt.

Material als Statement

So wurde die Materialauswahl bei Uhren in den vergangenen Jahrzehnten stetig vergrößert – immer mit dem Ziel, sich von anderen abzuheben oder neue Möglichkeiten zu bieten. Bei der Optik geht es um einen avantgardistischen, unverwechselbaren Eindruck – siehe Karbonfaser. Bei den Eigenschaften um Belastbarkeit, Leichtigkeit oder Kratzfestigkeit – hier kann man an Titan oder Keramik denken. Bei Uhrenmarken auf Luxusniveau geht es zudem darum, sich mit einem außergewöhnlichen Material als Alleinstellungsmerkmal von der Konkurrenz abzuheben.

In dieser Hinsicht engagiert sich Hublot bereits seit Jahren und es gelang immer wieder, mit ungewöhnlichen Legierungen und Materialien aufhorchen zu lassen. Laut Hublot sind «Materialien das Herzstück des Hublot-Universums». Das zeigen Innovationen wie das kratzfeste Magic Gold sowie Verbundwerkstoffe, Keramik und Saphirglas in verschiedenen Farbnuancen.

Spirit of Big Bang Gold Crystal von Hublot
Spirit of Big Bang Gold Crystal von Hublot mit kristallisiertem Gold auf dem Zifferblatt.

«Kunst der Fusion» nennt man das bei Hublot.  Eine Kunst, die nicht ohne Ehrgeiz zu erreichen ist: Hublot unterhält am Stammsitz in Nyon ein eigenes Metallurgie- und Werkstofflabor, das eng mit der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zusammenarbeitet. Eine eigene Gießerei sorgt dafür, dass viele Arbeitsschritte im eigenen Hause möglich sind. Dort werden viele Materialien selbst hergestellt – oft mit Technologien und Maschinen, die von Hublot selbst entwickelt, konstruiert und gebaut wurden.

Herr über all diese Arbeitsprozesse ist Mathias Buttet, Research and Development Director bei Hublot. Er ist derjenige, bei dem von der Idee über die Forschung bis hin zum Ergebnis alle Fäden zusammenlaufen. Dass es dabei nicht nur um neue Mechanismen im Uhrwerk, sondern oft auch um die Ausstattung geht, erklärt Buttet so: «Ich bin davon überzeugt, dass neue Materialien die Zukunft der Uhrenindustrie sind. Denn echte Innovation ist bei mechanischen Armbanduhren nur im Bereich von neuen Materialien möglich.

Forscherdrang

Bei Hublot forscht man daher stets an Neuem. So hatte man auf der Suche nach Keramik in kräftigen Farben selbst geforscht. Das Problem: Bei der Herstellung von Keramik muss pulverförmiges Zirkonoxid bei 1700 Grad gebrannt werden. Um farbige Keramik zu erhalten, werden Metalloxide hinzugefügt. «Diese verbrennen allerdings bereits bei sehr viel niedrigeren Temperaturen, wodurch sich ein schwarzer Schatten auf die Farbe legt. Gelb wird dann zu Braun und Rot sieht wie ein verbranntes Orange aus», beschreibt Buttet.

Dieses Problem hat Hublot nach zahllosen Versuchen mithilfe eines neuen Verfahrens gelöst, bei dem eine hohe Temperatur mit der Energie von hohem Druck kombiniert wird. Nach einem Jahr Forschungsarbeit gelang der Durchbruch.

Big Bang Unico Yellow Magic von Hublot
Big Bang Unico Yellow Magic von Hublot ist auf 250 Stück limitiert und kostet 25.900 Euro.

Und doch dauerte es insgesamt fünf Jahre, bis 2018 mit der Big Bang Unico Red Magic eine Uhr aus leuchtend roter Keramik vorgestellt wurde. Mittlerweile folgte ein Modell in strahlendem Gelb. Und es wird weiter an Keramik geforscht: «Dabei sammeln wir noch immer jede Woche neue Erkenntnisse und lernen sehr viel. Die wissenschaftliche Dimension dieses Projekts ist sehr groß», berichtet Buttet. Eine wichtige Erkenntnis hat man laut Buttet ebenfalls gewonnen: «Wir sehen, dass wir dank der neuen Fertigungsmethode auch andere Produkte als Uhren herstellen können. Und dafür gibt es schon konkrete Pläne. Denn wir haben eine Tür in eine komplett neue Welt geöffnet.»

Text: Iris Wimmer-Olbort

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