Nachhaltigkeit: Faires Gold

Luxus mit Gewissen

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Ökologisch, nachhaltig, umweltverträglich – Schlagwörter, die eine immer wichtigere Rolle spielen. Sie bewegen auch die Uhrenbranche, in der es um «saubere» Rohstoffe geht. Zu diesen hat sich Chopard als erste große Marke verpflichtet.
Goldschmelzerei von Chopard, Herstellung von Legierungen
Chopard verarbeitet das Gold in der hauseigenen Schmelzerei. Aus dort erzeugten Legierungen werden Uhrgehäuse und Schmuck gefertigt.

Luxus soll Freude bringen – aber er macht auch Probleme. Denn was in der Auslage beim Juwelier so ansprechend schimmert oder glitzert, hat einen weiten Weg hinter sich. Und an dessen Beginn steht oft wenig Positives: Die Gewinnung von Gold und Edelsteinen geht häufig mit der Zerstörung der Umwelt einher. Ein weiteres Problem sind Kinderarbeit oder sklavengleiche Arbeitsbedingungen.

Ob Blut an Luxusprodukten klebt oder ob Gold für Uhren unter schädlichen Sozial- und Umweltbedingungen gewonnen wurde, sieht man den Produkten nicht an. Daher machen sich immer mehr Menschen stark für nachweislich saubere Rohstoffe.

Bei Diamanten gibt es bereits seit 2003 den «Kimberley-Prozess». Dieses Verfahren reguliert über staatliche Herkunftszertifikate den Rohdiamanten-Handel. So soll der Verkauf von «Konfliktdiamanten » verhindert werden.

Luxusuhren gehen nach

L.U.C XPS Fairmined aus ökologischem Gold von Chopard
Eine der ersten Uhren mit einem Gehäuse aus Fairmined Gold war 2017 die ultraflache L.U.C XPS Twist QF Fairmined von Chopard mit automatischem Manufakturwerk.

In der Schmuckbranche wird das Thema bereits diskutiert. Das zeigt unter anderem die Arbeit der Organisation Responsible Jewellery Council (RJC), deren Mitglieder sich zu verantwortungsvollem Einkauf von Edelsteinen und -metallen verpflichten.

Dass bei Uhrenherstellern immerhin die Sensibilität wächst, zeigt ein Blick in die Liste der zertifizierten Mitglieder des Responsible Jewellery Council. Dort finden sich auch einige große Uhrenmarken, zum Beispiel A. Lange & Söhne, Bulgari, Cartier, Girard-Perregaux, Hublot, Jaeger-LeCoultre, Piaget, TAG Heuer und Zenith. Die gleichen Ziele vertritt die Schweizer Organisation Swiss Better Gold Association (SBGA), zu deren Mitgliedern unter anderem die Gruppen Richemont und Swatch gehören.

So weit wie Chopard ist bislang aber keine andere Firma gegangen: Seit Mitte 2018 verarbeitet das Genfer Familienunternehmen nur noch Edelmetall, das aus verantwortungsbewussten Quellen stammt und als «ethisches Gold» bezeichnet wird.

Laut Chopard werden bei der Förderung und Weiterverarbeitung dieses Edelmetalls nachweislich internationale Umwelt- und Sozialstandards eingehalten. Außerdem verarbeitet Chopard Fairmined Gold. Dieses wird ausschließlich für Haute-Joaillerie-Kollektionen sowie für L.U.C-Uhren verwendet. 2014 gab es die erste Golduhr aus dem zertifizierten Edelmetall, das Modell L.U.C QF Fairmined Tourbillon. Seinen Ursprung hat Fairmined Gold in kleinen südamerikanischen Minen, die der unabhängigen Organisation Alliance for Re- sponsible Mining (ARM) angehören.

Das Ziel von Chopard ist laut Co-Präsidentin Caroline Scheufele, die ganze Branche umzukrempeln: «Wir treten für mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Lieferkette ein. Zudem arbeiten wir daran, dass der Verbraucher stärker auf dieses Thema aufmerksam wird.»

Gold in und aus Deutschland

Recyceltes Gold hat nach Angaben der Website gold.de einen Anteil von etwa einem Drittel am Goldangebot. Langfristig nehme die Bedeutung sogar zu. Das Recyceln von Gold wird auch «Urban Mining » genannt.

Es gibt auch in Deutschland gewonnenes Gold: Seit 2007 wird durch ein mechanisches Trennverfahren Gold aus Kies gewonnen, der aus dem Rhein stammt. Das Edelmetall wird unter dem klingenden Namen «Rheingold» vermarktet und ist zum Beispiel für Trauringe beliebt. Mittlerweile findet das von der Technischen Hochschule in Aachen entwickelte Trennverfahren auch an anderen Orten Anwendung: Nach Auskunft von Jutta Werling, die das Rheingold an Goldschmiede und Juweliere verkauft, gibt es seit ca. einem halben Jahr auch Gold aus Donau und Isar.

Text: Iris Wimmer-Olbort

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