Breitling Super Chronomat

Supercharged

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Juni 2021. Eine «Supercharged All-Purpose Sports Watch» nannte Breitling-CEO Georges Kern den neuen Super Chronomat bei der Präsentation der Modell-Neuheit im Livestream und befreite das Erfolgsmodell damit endgültig von den Fesseln der Fliegerei.
Breitling Super Chronomat B01 mit UTC-Modul

Das Vorbild des modernen Chronomat war einst nämlich eine Sonderedition für die italienische Kunstflugstaffel Frecce Tricolori 1983, seinerzeit eine betont detailreiche, vom Ideal des Fliegerchronographen himmelweit entfernte Männerschmuckuhr mit Ecken und Kanten, Zierschrauben und Zwiebelkrone. Die Modellbezeichnung Chronomat, zusammengesetzt aus «Chronograph» und «Mathematik», hatte es schon lange zuvor gegeben, doch die moderne Variante verzichtete ab 1984 auf die integrierte Rechenschieberfunktion, die im Navitimer überlebte.

Goldene Reiter

Vor Jahresfrist stellte Breitling eine neue Generation des Chronomat mit einem Durchmesser von 42 mm vor, und nun folgt die noch einmal deutlich maskulinere und im Profil geschärfte Variante mit 44 mm. Dabei werden Erinnerungen an die Urversion wach.

Charakteristisches Merkmal sowohl des Chronomat von 1984 als auch des neuen Super Chronomat sind die auf der Lünette aufgesetzten Reiter bei den Ziffern 0, 15, 30 und 45, die nicht nur die Griffigkeit erhöhen und das Saphirglas schützen, sondern auch die Funktionalität des Drehrings bestimmen. Sie sind einzeln verschraubt, und wenn man die Reiter von 15 und 45 gegeneinander austauscht, unterstützt die Drehlünette entweder eine Countdown-Funktion oder die Sicherheitsberechnung der Atemluftreserve für Taucher.

Die nur gegen den Uhrzeigersinn drehbare Super-Chronomat-Lünette ist eine komplexe Konstruktion aus über 20 Einzelteilen. Zu den zwölf Schrauben, die zum Teil der Befestigung des metallenen Drehrings dienen, und der darunter verborgenen Rastmechanik addieren sich eine Keramikeinlage mit Indexbalken sowie vier Keramikplaketten mit Leuchtziffern bzw. Indexpunkt. In der Edelmetallversion des Super Chronomat sind diese Reiter sogar in Gold gefasst.

Die Drücker haben sich ein Stück weit vom Vorbild emanzipiert, doch noch immer schmiegt sich die verschraubte, abgerundete Krone tief zwischen zwei Schutzflanken. Die Bandhörner des gegenüber dem normalen Chronomat um zwei Millimeter gewachsenen Gehäuses sind etwas weiter nach unten gezogen, um auch an schmaleren Handgelenken Halt zu finden.

Breitling Super Chronomat B01 44 mit UTC-Modul

Bänder und Module

Erste Wahl bei den zur Verfügung stehenden Armbändern ist sicherlich das im letzten Jahr neu entwickelte Rouleaux-Gliederband, das sich aus knapp 100 unterschiedlichen Einzelteilen zu einer im höchsten Maße beweglichen und anschmiegsamen Kette zusammenfügt. Neu im Programm ist ein Kautschukband, das sich optisch an das Rouleaux-Motiv anpasst und ebenfalls mit einer Faltschließe ausgestattet ist.

Der besondere Clou des Super Chronomat ist indes das UTC-Modul, ein zwischen Rouleaux-Band und unterem Bandanstoß eingesetztes Zwischenglied mit zusätzlichem Zifferblatt. Dahinter verbirgt sich ein ultraflaches Quarzwerk samt Batterie, das keinerlei Kontakt zum Uhrwerk der Uhr unterhält und sich frei einstellen lässt. Schon vor 37 Jahren war das Bandelement mit eigenem Uhrwerk ein beliebtes Nachrüstteil für den Chronomat: Flugkapitäne und Erste Offiziere wussten die praktische Zusatzanzeige der Universal Time Coordinated (UTC), auf die sich sämtliche Flugpläne beziehen, zu schätzen, und Vielreisende konnten auf dem kleinen Zifferblatt die Heimatzeit konservieren. Auch heute noch, so stellt man beim Betrachten des neuen Super Chronomat fest, ist die Ablesbarkeit eines zweiten Zifferblatts um Klassen besser als jede Zusatzskala zwischen den vielen Chronographen-Totalisatoren.

Breitling Super Chronomat 44 mit Vierjahreskalender

Dieser Umstand wird von der zeitgleich eingeführten Variante des Super Chronomat mit Vierjahres-Kalender eindrucksvoll demonstriert. Hier müssen sich Minuten- und Stundenzähler des Chronographen sowie die Kleine Sekunde ihre Skalen mit den Anzeigen eines Vollkalenders teilen, was die Ablesbarkeit und damit die praktische Nutzbarkeit des Sportzeitmessers natürlich einschränkt. Datum, Wochentag und Monat müssen nur alle 1461 Tage einmal korrigiert werden, wenn der gregorianische Kalender einen Schalttag vorschreibt. Ansonsten zeigt der Super Chronomat Four-Year Calendar stets das korrekte Datum an – mit dazu passender Mondphase. Bei dem hier verwendeten Breitling Kaliber 19 handelt es sich um einen alten Bekannten, eine Chronographen-Modulkonstruktion mit einer extrem dünnen Kalender-Kadratur unter dem Zifferblatt. Als Basisuhrwerk fungiert ein ETA Kaliber 2892-A2.

Auch in Gold erhältlich: Breitling Super Chronomat B01 44

Farben und Materialien

Die technische Basis für den Super Chronomat B01 44 bildet das hauseigene Manufakturkaliber («B01») mit Datumsanzeige, wie alle Uhrwerke von Breitling geprüft und nach Schweizer Chronometernorm durch die COSC zertifiziert. Über das vor elf Jahren komplett neu konstruierte Uhrwerk mit vertikaler Kupplung und Schaltradsteuerung haben wir schon viel Positives berichtet, doch die hohe Qualität hat leider auch ihren Preis: Das Einstiegsmodell des Super Chronomat kostet bereits 8100 Euro. Den Super Chronomat B01 44 gibt es in Edelstahl und in Rotgold mit Rouleaux-Gliederbändern in denselben Materialien oder mit Kautschukbändern in Schwarz, Blau oder Braun, passend zu den Zifferblättern. Nur mit schwarzem Zifferblatt und nur in Edelstahl erhältlich ist die Variante mit UTC-Modul, das für einen Aufpreis von 1000 Euro gegenüber der normalen Stahl/Stahl-Version von 8700 Euro sorgt. Die Goldversionen kosten 22.400 Euro mit braunem Kautschukband bzw. 33.250 Euro mit Gliederband. Der Vierjahres-Kalender wird ab 14.000 Euro angeboten und ist auch in einer Bicolor-Ausführung mit goldenen Elementen an Drückern, Lünette und Bandzwischengliedern erhältlich (16.600 Euro).

Text: Peter Braun

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Flashback

Wir trugen Karottenjeans, Ray Ban und Poloshirts mit hochgestelltem Kragen, hörten «Relax» von Frankie Goes To Hollywood und «Wild Boys» von Duran Duran. Wahrscheinlich hatten wir auch eine Vokuhila-Frisur, aber daran erinnere ich mich nicht mehr so gerne. Ich weiß aber noch sehr gut, dass der Breitling Chronomat weniger kostete als die Große Fünfziger von Hercules. Der neue Super Chronomat kostet so viel wie ein fabrikneuer Kleinwagen … (pb)

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