Blancpain x Swatch Bioceramic Scuba Fifty Fathoms Collection

Neuer Hype aber niemals Quarz

September 2023. Nach dem unglaublichen Erfolg der MoonSwatch Kooperation von Omega und Swatch kommt nun die nächste Kooperation zwischen Luxus- und Modeuhrenmarke: Die Blancpain x Swatch Bioceramic Scuba Fifty Fathoms Collection.
Blancpain x Swatch
Arctic Ocean Bioceramic Scuba Fifty Fathoms

Mit beinahe 3 Millionen verkauften Exemplaren war die MoonSwatch trotz anfänglicher Kritik von einigen Uhrenfans und Kolleginnen und Kollegen aus Fachkreisen ein echter Erfolg, der, so munkelt man, auch Auswirkungen auf den Absatz der «echten» Omega Speedmaster Moonwatch gehabt haben soll. Mit der neuesten Kollektion nimmt Swatch eine andere Tochterfirma aus dem vielschichtigen Konzernportfolio ins Visier.

Blancpain ist mit ihren Modellen weit teurer positioniert und noch eher Luxus als die für die Uhrenwelt eher mittelpreisige Marke Omega. Das Taucheruhrenmodell der Marke «Fifty Fathoms» macht dabei keinen großen Unterschied, denn die von Swatch in Biokeramik (Kunststoff auf pflanzlicher Basis) portraitierte Fifty Fathoms kostet im hochwertigen Original aktuell ganze 16.800 Euro – bei drei Zeigern und mit Datumsanzeige.

Blancpain x Swatch Bioceramic Scuba: mit Automatikwerk

Anders als die Moonswatch mit tickendem Quarzuhrwerk ist die Bioceramic Scuba Fifty Fathoms tatsächlich mit einem Automatikwerk, dem Kaliber Sistem51 von Swatch ausgestattet. Das auf nur 51 Teile reduzierte Mechanikwerk wurde bereits in vielen Modellen von Swatch verbaut, wird für die Kooperation mit Blancpain allerdings rückseitig besonders mit Unterwassermotiven und verschiedenen Meeresschnecken verziert.

Damit ist das Sistem51 natürlich weit entfernt von einem Blancpain Kaliber, wie dem 1315, ermöglicht es der Marke Blancpain jedoch einem ihrer wichtigsten Slogans treu zu bleiben: «Seit 1735 gibt es bei Blancpain keine Quarzuhren. Es wird auch nie welche geben.»

Pacific Ocean Bioceramic Scuba Fifty Fathoms

Das Blancpain die schlimmsten Zeiten der Quarzkrise in den 1970er-Jahren gar nicht aktiv miterlebt hat, weil sie bis zur Wiedererweckung von Jean-Claude Biver 1982 im Dornröschenschlaf lag, hat ihr die Verwendung des Slogans wohl deutlich erleichtert. Blancpain als eine der ältesten Schweizer Uhrenmarken hatte im Anschluss an die Neugründung dennoch einen wichtigen Anteil an der Renaissance der Mechanik, bei der das als rückständig geltende und der Quarztechnologie hinterherhinkende mechanische Uhrwerk wieder als handwerkliche Meisterleistung und Luxusobjekt mit Tradition verstanden wurde.

Varianten der Blancpain x Swatch Bioceramic Scuba Fifty Fathoms

Antarctic Ocean Bioceramic Scuba Fifty Fathoms

Die Blancpain x Swatch Bioceramic Scuba Fifty Fathoms Collection besteht aus fünf Varianten, im für die Swatch gewohnt buntem Farbspektrum. Dabei ist jede der Uhren einem der fünf Weltmeere gewidmet und den darin lebenden Meeresschnecken.

Alle Modelle werden an farblich abgestimmten Textilbändern getragen, die aus recycelten Fischernetzen herstellt werden, und tragen auch auf dem Sistem51 Uhrwerk jeweils andere Illustrationen der farbgebenden Meeresbewohner. Dabei handelt es sich in der Kombination um eine gezielte Anspielung auf das Engagement von Blancpain im Meeresschutz. Mehr über das Projekt Blancpain Ocean Commitment lesen Sie hier.

Wichtiges Jahr für Swatch und Blancpain

Indian Ocean Bioceramic Scuba Fifty Fathoms

40 Jahre Swatch Group (SMH)

Auch Nicolas G. Hayek, der mit den Swatch-Uhren aus Plastik seit den 80er-Jahren Fast-Fashion-Uhren made in Switzerland auf den Markt gebracht hat, war von der Bedeutung der mechanischen Schweizer Uhr wohl überzeugt und kaufte mit den Gewinnen der Swatch munter Traditionshäuser der Branche auf, die mit ihren teuren Mechanikuhren preislich keine Chance gegen die modernen Batterieuhren – auch vor allem aus Asien – hatten.

So hat die Swatch Group (ehemalig SMH, Société de Microélectronique et d'Horlogerie) inzwischen zahlreiche Uhrengrößen wie Omega, Longines, Breguet und seit 1992 auch Blancpain günstig eingekauft und weitergeführt.

70 Jahre Fifty Fathoms

Die bekannteste Taucheruhr – so wie wir sie kennen – heißt wohl Rolex Submariner, aber eigentlich war die Blancpain Fifty Fathoms etwas früher auf dem Markt. Beide Taucheruhr-Legenden feiern dieses Jahr ihr 70. Jubiläum. Der Name Fifty Fathoms kommt dabei von der Tiefe bis zu der die Uhr wasserdicht ist. Frei übersetzt heißt es so viel wie 50 Faden, eine alte Maßeinheit, die 91 Metern entspricht. Wie das erste Modell der Blancpain Taucheruhr ist auch die Blancpain x Swatch Bioceramic Scuba Fifty Fathoms bis zu dieser Tiefe (91m) wasserdicht.

Preis und Verfügbarkeit

Atlantic Ocean Bioceramic Scuba Fifty Fathoms

Die Modelle der Blancpain x Swatch Bioceramic Scuba Fifty Fathoms Collection werden, genau wie jene der MoonSwatch, nicht Online erhältlich sein, sondern nur in ausgesuchten Swatch Boutiquen verkauft. Ab Samstag, dem 9. September werden die Uhren für knackige 390 Euro in den Swatch Stores in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, München und Frankfurt verkauft.

Das sind ganze 140 Euro mehr als bei der MoonSwatch. Das Sistem51 Automatikwerk wird hochindustriell gefertigt und rechtfertigt den Preisanstieg wohl nur sehr begrenzt. Aber egal, auch die MoonSwatch war eigentlich schon zu teuer, bezahlt haben viele wohl trotzdem noch mehr als die unverbindliche Preisempfehlung – obwohl die MoonSwatch, wie auch die Blancpain x Swatch Bioceramic Scuba Fifty Fathoms nicht einmal limitiert war/ist. Swatch nimmt, was der Markt bereit ist zu zahlen.

Das Prinzip Fast-Fashion mit Luxus zu verbinden ist nicht neu. Auch Bekleidungsketten wie beispielsweise H&M gehen solche Kooperationen ein, etwa mit Karl Lagerfeld oder Versace. Ein anderes Beispiel ist Adidas und Gucci, auch diese Marken kooperierten bei Sneakern. So öffnen sich Luxusmarken einer breiteren Zielgruppe mit dem Ziel die Bekanntschaft zu steigern und letztendlich auch neue Kunden für die eigenen Produkte zu gewinnen.

Text: Tobias Schaefer

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Blancpain Fifty Fathoms Tech Gombessa

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