Cartier Neuheiten 2025Tank, der große Klassiker
Nachdem Cartier zuletzt besonders kleine Armbanduhren auch für Herren vorgestellt hat, vergrößert die Richemont-Marke nun die Tank Louis Cartier.
«Wer kauft schon eine Uhr zum Ablesen der Zeit?» Seit Jean-Claude Biver, damals Chef von Hublot, dieses Bonmot geliefert hat, ahnt man, dass eine Uhr ganz in Schwarz durchaus Sinn machen kann: Selbst wenn Gehäuse, Zifferblatt, Stundenmarker und Zeiger völlig Ton in Ton gehalten sind – letztlich geht es um den Gesamteindruck und nicht um etwas so Profanes wie das Ablesen der Uhrzeit.
Zumal der dunkle Farbton bei modernen Uhren noch durch weitere Aspekte besticht – durch interessante Materialien, innovative Techniken und ansprechende Oberflächen. Moderne Verfahren sorgen für wirkungsvolle Effekte, was die jüngsten Neuheiten beweisen.
Panerai stellt gleich zwei schwarze Uhren vor, die zahlreiche Gemeinsamkeiten besitzen. Beide entstammen der Linie Luminor Marina und haben das 44 Millimeter große Gehäuse in der unverkennbaren Kissenform mit dem typischen Kronenschutzbügel an der Seite. Auch in puncto Innenleben herrschen keine Unstimmigkeiten: Den Takt gibt das hauseigene Automatikkaliber P.9010 vor, das dank zweier Federhäuser eine Gangreserve von 72 Stunden bietet.
Unterschiede gibt es in Bezug auf Farbe: Bei der Luminor Marina Carbotech erstrahlen dank Leuchtfarbe Teile des Zifferblatts, das Gehäuseprofil und sogar die Naht des Armbandes bei Dunkelheit in dieser hellen Farbe, die sich effektvoll von der grau-schwarzen Uhr abhebt. Die dunklen Nuancen gehen auf das Material Carbotech zurück, ein Verbundmaterial aus besonders dünnen Kohlefaserschichten, das besonders leicht, robust und korrosionsbeständig ist.
In dieses setzt Panerai so großes Vertrauen, dass die Garantiezeit für die Luminor Marina Carbotech 70 Jahre beträgt. Die Neuheit gibt es in einer Auflage von 270 Exemplaren mit zwei Armbändern – das eine aus Sportech, das andere aus Kautschuk – für 16.000 Euro.
In der mit hellgrauen Leuchtziffern bestückten Luminor Marina DMLS verbindet Panerai Carbotech mit DMLS-Titan. Dabei handelt es sich um Komponenten, die per 3-D-Metalldruckverfahren aus Titanpulver hergestellt werden. DMLS steht für «Direct Metal Laser Sintering» und für das Verschmelzen von Metallpulverpartikeln mit einem Laser.
In dieser Technik wird das Gehäuse der Luminor Marina DMLS gefertigt, während Lünette, Aufzugskrone und Kronenschutzbrücke aus Carbotech bestehen. Auch die Luminor Marina DMLS wird mit zwei Armbändern – Sportech und Kautschuk – ausgeliefert, das Modell kostet 15.000 Euro.
Wie modern Farbe ein traditionelles Konzept inszenieren kann, zeigt die Automatikuhr Santos de Cartier ADLC. Die traditionsreiche Linie wurde vor zwei Jahren überarbeitet und auf Sportlichkeit getrimmt – zum Beispiel mit einem stattlichen Gehäuse, weich gezogenen Linien und einem auskragenden Kronenschutz. Und darauf beruht die Neuheit Santos de Cartier ADLC mit ihrem Gardemaß: Das Edelstahlgehäuse misst 47,5 mal 39,8 Millimeter und ist mit einer ADLCbeschichteten Lünette kombiniert bzw. vollständig ADLC-beschichtet.
Diese Technik ist eine Weiterentwicklung der DLC-Beschichtung (Diamond-Like Coating). Die Basis ist überwiegend Kohlenstoff, auf dem auch Diamanten und Karbon beruhen. Stilvoll kombiniert wird die mattschwarze Oberfläche durch eine Krone, besetzt mit synthetischem schwarzem Spinell, sowie mit austauschbaren QuickSwitch-Armbändern aus Kautschuk oder Alligatorleder.
Besonders gut zu Gesicht steht der Santos de Cartier ADLC das Kautschukband, das optisch wie ein Gliederarmband wirkt und durch Schrauben akzentuiert wird, wie sie auch die Lünette fixieren. Beim Innenleben setzt Cartier auf ein hauseigenes Manufakturwerk, das Automatikkaliber 1847 MC mit 40 Stunden Gangreserve; es zeigt Stunden, Minuten, Zentralsekunde und Datum an.
Da Cartier nicht magnetische Bauteile aus einer Nickel- Phosphor-Legierung verwendet, ist das Werk unempfindlich gegenüber Magnetfeldern bis 1200 Gauß. Die Santos de Cartier ADLC kostet 7400 Euro (Edelstahl und beschichtete Lünette) bzw. 7650 Euro (komplett beschichtetes Edelstahlgehäuse). Beide Varianten werden mit zwei Armbändern aus Kautschuk und Alligatorleder ausgeliefert.
Mit der neuen Chronomaster Revival Shadow erzählt Zenith wieder einmal eine großartige Geschichte. Diese hat mit dem Dachboden der Manufaktur zu tun, auf dem einst auch das legendäre Chronographenkaliber El Primero die «Quarzkrise» überstand. Dort fand man im vergangenen Jahr eine Uhr, von deren Existenz bis dato nur in Erzählungen berichtet wurde: 1970 hatte Zenith den Prototyp eines Chronographen mit einem Gehäuse aus geschwärztem Edelstahl gefertigt.
Heute weiß man laut Zenith-CEO Julien Tornare, dass es insgesamt vier dieser Modelle gab – zwei wurden offenbar verkauft, eines tauchte auf besagtem Speicher auf, die vierte Uhr ist verschollen. Offiziell produziert oder vermarktet wurde das Modell nie.
Das holt Zenith nun mit der Neuheit Chronomaster Revival Shadow nach, die sowohl von der historischen Uhr als auch vom ersten El-Primero-Chronographen inspiriert ist. Die dem El-Primero-Originalgehäuse von 1969 nachempfundene Schale misst im Durchmesser 37 Millimeter und ist aus mikrogestrahltem Titan gefertigt.
Die dunkelgraue Oberfläche unterstreicht die ungewöhnliche Optik, ergänzt durch ein schwarzes Zifferblatt mit grauen Zählern und Tachymeterskala. Darunter arbeitet das Automatikwerk El Primero jüngster Generation, das Kaliber 4061. Die Chronomaster Revival Shadow wird an einem schwarzen Kautschukarmband mit Titanschließe getragen und kostet 8300 Euro.
Text: Iris Wimmer-Olbort







