Top 5: Vintage-Uhren unter 1000 EuroGenuss ohne Reue
Außen klassisch, innen ganz modern: Das Thema Vintage beschäftigt die Uhrenbranche in allen Preisklassen – auch im dreistelligen Bereich.
Die günstige Ruhlaer Taschenuhr, die erste elektrische Armbanduhr der DDR, das millionenfach hergestellte Handaufzugskaliber 24 für Armbanduhren – sie sind Kapitel einer überaus erfolgreichen Uhrengeschichte, die nach der Wende endete.
Heute erinnert ein ansprechendes Klinkergebäude an die großartige Historie, in dem heute die Uhrenwerke Ruhla untergebracht sind. In deren Uhrmacherwerkstätten werden in alter Handwerkstradition Uhren montiert.
Hier entstehen heute Uhren der Marken Zeppelin, Iron Annie und Bauhaus aus dem Hause Pointtec. Das Familienunternehmen gibt zudem der Zeitgeschichte einen passenden Rahmen: Im Erdgeschoss des Firmengebäudes wird im Uhrenmuseum Ruhla die glanzvolle Geschichte der lokalen Uhrenfertigung nacherzählt.
Noch mehr Zeitgeschichte gibt es bis Mitte 2022 im zweiten Stockwerk: In elegant holzvertäfelten ehemaligen Büros eröffnete im Sommer 2021 die Sonderausstellung «Uhren messen die Zeit», zusammengestellt von Jürgen Müller und Peter Bussemer, beide Professoren der Dualen Hochschule Gera-Eisenach.
Highlight ihrer Schau ist die geheime Atomuhr der DDR, die dem Staat damals in Sachen Zeitmessung eigene Wege ermöglichen sollte. Unter strenger Geheimhaltung wurde Ende der 1980er Jahre in der damaligen DDR eine Cäsium Atomuhr entwickelt, die unabhängig von westlichen Zeitgebern funktionierte.
Nach der Wende wurde die DDR-Atomuhr überflüssig und innerhalb weniger Jahre technisch veraltet. Über mehrere Umwege gelangte sie nach Ruhla, wo sie nun neben weiteren Uhrwerken und Uhren ausgestellt wird – von der historischen Kirchturmuhr bis hin zu Funkuhren. Weiterer Teil der Schau ist eine Fotoausstellung von Karl-Heinz Rothenberger zum Thema Zeit.
Text: Iris Wimmer-Olbort
Öffnungszeiten:
Montag und Dienstag: 10 bis 16 Uhr
Mittwoch bis Freitag 10 bis 18 Uhr
Samstag 10 bis 15 Uhr
www.uhrenwerke-ruhla.de

