Die Erfolgsgeschichte der deutschen Uhrenindustrie wurde ursprünglich nicht im Erzgebirge, sondern im Schwarzwald geschrieben. Genauer gesagt in Schramberg, einem tief zwischen die bewaldeten Höhen geduckten Ort an der alten Handelsroute zwischen Straßburg und dem Bodensee. Hier gründete Erhard Junghans 1861 eine Uhrenfabrik, die sein Sohn Arthur bis zur Jahrhundertwende zu einem Großbetrieb nach amerikanischem Muster ausbaute. Um 1900 war Schramberg der Nabel der Uhrenwelt: In den Fabrikgebäuden an der Geißhalde produzierten dreitausend Männer und Frauen neuntausend Wanduhren und Wecker – täglich!
Armbanduhren mit dem Junghans-Stern auf dem Zifferblatt begleiteten das Wirtschaftswunder und läuteten mit selbst entwickelter Solar- und Funktechnik die Uhren-Neuzeit ein. Bereits in den 1970er Jahren setzte man auf die damals revolutionäre Quarztechnologie und entwickelte auf der Jagd nach der ultimativen Präzision die erste Funkarmbanduhr der Welt, MEGA 1, die 1990 auf den Markt kam. Als im selben Jahrzehnt mechanische Armbanduhren wieder in Mode kamen, erinnerte sich so mancher mit Wehmut an die zuverlässigen Zeitmesser aus Schramberg. So auch Dr. Hans-Jochem Steim, ein erfolgreicher Schramberger Unternehmer. Zusammen mit seinem Sohn Hannes Steim kaufte er 2009 das Unternehmen. Pünktlich zum 150-jährigen Firmenjubiläum 2011 wurde die legendäre Linie Meister, deren Wurzeln bis in die 1930er Jahre zurückreichen, zu neuem Leben erweckt.
Das Funk-Kaliber J101, das 2018 vorgestellt wurde, beweist die Kompetenz der Schwarzwälder in Sachen Präzision: Es erlaubt erstmalig, klassisches Junghans-Design mit modernster Funktechnologie auszustatten, die auch eine schnelle Synchronisation mit dem Smartphone per App ermöglicht. 2022 knüpft Junghans mit zwei limitierten Sondereditionen der 1972 Competition an die langjährige Verbindung des Unternehmens als Zeitnehmer bei zahlreichen sportlichen Großereignissen an.
Uhrenfabrik Junghans GmbH & Co. KG
Geißhaldenstraße 49
78713 Schramberg
Telefon: +49 7422 18 0
Fax: +49 7422 18 665
E-Mail: info@junghans.de
Website: www.junghans.de
Gründung: 1861
Mitarbeiter: 115
Jahresproduktion: ca. 60.000 Uhren (geschätzt)
Vertriebsstruktur: Fachhandel
Wichtigste Kollektionen:
Junghans Max Bill
Junghans Meister
Junghans Form
Junghans Performance
Junghans und MeisterSinger, Maurice Lacroix und Ebel – bei der Münchner Schmuck- und Uhrenmesse Inhorgenta 2026 dominieren deutsche und Schweizer Uhrenmarken. Daneben treten internationale Hersteller wie Casio oder Yema auf, sodass sich ein interessanter Querschnitt bietet.
Junghans ist Partner des Oldtimer Grand Prix am Nürburgring und nimmt dies zum Anlass für limitierte Sondermodelle: 1972 Automatic und 1972 Chronoscope mit Quarzwerk verweisen mit den Farben Schwarz und Gelb auf den Motorsport.
Will man den Vergleich mit der Kunst bemühen, dann bietet ein Zifferblatt die Kulisse, vor der sich die Zeit in Szene setzt. Schon bei der Herstellung kommt ihm die gebührende Aufmerksamkeit zu, wie die Firma Schätzle in Lörrach beweist.
Auf der Inhorgenta 2025, der größten deutschen Schmuck- und Uhrenmesse, stellen zahlreiche Uhrenmarken neue Modelle vor. Wir haben uns die Neuheiten der wichtigsten Marken angeschaut und zeigen sie in diesem Artikel.