Die Uhr des Jahres 2024Wirbelwind on/off
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Mit der Carrera hat TAG Heuer eine echte Uhrenikone im Sortiment, die in den letzten Jahrzehnten auch entsprechend vielfältig ausgeführt wurde, mal mehr oder weniger stark an den Originalmodellen der sechziger Jahre orientiert. Zum Jahresanfang 2023 lancierte die Marke mit der Carrera 60th Anniversary offiziell das Geburtstagsmodell: Die historisierende Neuauflage basiert auf der frühen Referenz 2447SN, die fünf Jahre nach der Vorstellung der Ur-Carrera präsentiert wurde (1968).
Deutlich moderner fällt die Watches-&-Wonders-Neuheit mit dem Beinamen «Glassbox» aus. Ihr aufwendig gestaltetes Zifferblatt wölbt sich am Rand zum Réhaut mit Minuterie und geht nahtlos in eine innenliegende Lünette mit Tachymeterskala über, die sich formvollendet an die Glaskuppel aus Saphir schmiegt.
Damit führt das Modell eine der Ideen hinter dem Zifferblatt der originalen Carrera entscheidend weiter, denn als Jack Heuer 1963 die Uhr entwarf, verbannte er die Striche der Minuterie im Interesse der besseren Ablesbarkeit auf den nach innen schräg abfallenden Höhenring (frz. «Réhaut») rund ums Zifferblatt. Jener wurde zu dieser Zeit als Befestigungselement für die gewölbten Plexigläser ohnehin verbaut. Heute ist der Réhaut bei vielen Armbanduhren beschriftet, bei der Carrera war dies jedoch ein Novum.
Und auch die Carrera «Glassbox» hat ein solches Novum zu bieten: Bei ihr ist der Höhenring sowohl nach innen als auch nach außen schräg abfallend ausgeführt. Dadurch kann zusätzlich eine Tachymeterskala unter dem Glas integriert werden, und man spart sich damit eine «normale» Lünette. Heute verwendet TAG Heuer natürlich kein Plexiglas mehr, sondern weitaus kratzfesteres Saphirglas, das aufwendig und beidseitig in die entsprechende Form geschliffen werden muss. Die entstehende Kuppel aus synthetischem Saphir nennt man «Boxglas», was offensichtlich namensgebend für die Neuheit war.
Mehr über die Geschichte der Carrera lesen Sie im Interview mit Nicholas Biebuyck.
Darunter gibt es noch mehr Details zu entdecken, die für ein besonders dreidimensionales Zifferblatt sorgen. So etwa die Indexbalken, die sich zur Hälfte in den Höhenring mit der Minuterie wölben, wo Punkte aus SuperLuminova an den zwölf Stundenmarkern für Ablesbarkeit im Dunkeln sorgen. Auch die Zeiger für Stunden und Minuten der Zeitanzeige sind mit entsprechendem Leuchtmittel belegt.
Das 39-mm-Gehäuse aus Edelstahl bedient sich trotz der neuen Glaskonstruktion stark am Original von 1963. So sind etwa die Bandhörner besonders lang ausgeführt und durch die aufeinander zulaufenden Schrägen komplex geformt. Ein angepasstes Design der Drücker und eine Wasserdichtheit bis zu einem Druck von 10 bar sowie ein Sichtfenster auf der Rückseite, durch das man das modernisierte Manufakturkaliber TH20-00 beobachten kann, runden das Modell ab.
Mit der neuen Generation der Carrera Chronographen geht mit dem TH20-00 eine verbesserte Version des Manufakturkalibers Heuer 02 an den Start. Es bietet im Gegensatz zum Vorgänger einen Automatikaufzug in beide Richtungen und soll am Handgelenk für einen stetigen Vollaufzug der Feder sorgen, um konstantere Gangwerte zu ermöglichen.
Leichte Änderungen an Platine und Brücken ‒ inklusive neuer Schliffe und eines Rotors, der an das TAG-Heuer-Logo erinnern soll ‒ verleihen dem Schaltrad-Chronographenwerk mit vertikaler Kupplung ein aufgeräumtes und gediegenes Erscheinungsbild.
Beide Modelle erweitern die Kollektion Carrera dauerhaft, sind also keine limitierten Sondermodelle, sondern der nächste Entwicklungsschritt der ikonischen Uhrenlinie. Am Lederband sind die beiden geschmackvoll dimensionierten Varianten der TAG Heuer Carrera «Glassbox» für 6300 Schweizer Franken erhältlich.
Text: Tobias Schaefer


