Im Vergleich: Seiko Prospex PADI Special Editions

Lohnt sich der 1000€ Aufpreis?

August 2025. In diesem Video vergleichen wir die neuen Seiko PADI Special Editions: Samurai und Heritage Diver, mit 200 m und 300 m Wasserdichtheit. Der Preisunterschied liegt allerdings bei über 1000 Euro. Warum ist das so? Das schauen wir uns an.

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Seiko Prospex PADI Special Editions

Seiko Seiko Prospex PADI Special Edition Vergleich und Review
Zwei schicke Taucheruhren mit Zifferblättern und Lünetten in Grün werden von Seiko in Kooperation mit den Tauchern von PADI herausgebracht. Wir vergleichen sie!

Beide Seiko-Modelle, die Heritage Diver SPB501J1 und die Samurai SRPL53K1 gehören zur professionellen Taucheruhrenlinie Prospex und sind jeweils mit grünen Zifferblättern und Automatikwerken ausgestattet. Allgemein sind die Uhren der Prospex-Linie bei Seiko im mittleren Preissegment angesiedelt und damit eine Stufe über den ebenfalls automatischen Modellen in der Seiko 5 Sports Kollektion die eher vom Stil der Taucheruhren von Seiko inspiriert sind, als selbst wirklich welche zu sein. Prospex ist dann eben schon ein Schritt darüber. Aber auch in der Kollektion selbst gibt es entsprechende Unterschiede, die sich aus den verbauten Materialien und Uhrwerken ergeben.

Designvergleich: Heritage Diver SPB501J1 vs. Samurai SRPL53K1

Seiko PADI Special Editions im Hands-On Vergleich Lohnt sich der Preisunterschied
Welcher Schachzug ist der richtige? Günstig oder Teuer?

Seiko hat mit dem Gründungsjahr 1881 eine extrem lange Geschichte, vor allem in Hinblick auf den Gründungsort in Japan und auch die Taucheruhren der Marke sind schon seit Jahrzehnten im Programm. Im Falle der Heritage Diver, also der SPB501J1 bezieht sich das Design auf ein Vorbild von 1965. Immer wieder gab es vom Klassiker Neuauflagen und Neuinterpretationen, sodass die Linie seit einigen Jahren wieder fester Bestandteil der Kollektion geworden ist.

Deutlich jünger ist die Kollektion unter dem Codenamen «Samurai» zu der auch die SRPL53K1 zählt. Erstmals vorgestellt wurde die Samurai in 2004, als kantige und große Taucheruhr mit 20 bar Wasserdichtheit. Zwischenzeitlich wurde das Design allerdings etwas abgespeckt und in der Größe verringert – einfach um die Uhr etwas tragbarer zu machen. Dabei wurde auch der Zeigersatz geändert, was nicht allen Fans zugesagt hat.

Zifferblatt, Lünette & Leuchtmasse

Unterschiede im Detail der Samurai und Heritage Diver
Auf dem Zifferblatt der Samurai bietet sich dasselbe Bild wie beim Vergleichsmodell. Unterschiede gibt es bei Zeigern und Stundenmarkern.
Unterschiede im Detail der Samurai und Heritage Diver
Erkennen Sie die von Wellen durchbrochene Wasseroberfläche auf dem Zifferblatt der Heritage Diver?

Beide Uhren sind in der gezeigten Version jedenfalls mit einem grünen Zifferblatt ausgestattet, dessen Muster wie die Wasseroberfläche von unten wirken soll, in die Sonne einfällt und in gebrochenen Strahlen in die Tiefe scheint. Auch die Lünetten – jeweils mit Aluminiumeinlagen sind in einem passenden Grünton gehalten und beide Uhren haben eine zusätzliche Datumsanzeige zwischen vier und fünf Uhr, die in einem kreisförmigen Fenster dargestellt wird und in einer passenden Farbe hinterlegt ist.

Unterschiede – klar die gibt es bei den Zeigern, der Lünettentypografie und Stundenmarkern. Bei der Heritage Diver ist alles etwas klarer und geradliniger, also zurückhaltender gestaltet als bei der Samurai, wo spitze Kanten und aggressivere Formen eingesetzt werden.

Seiko Heritage Diver LumeShot Nachtansicht
Deutlich zurückhaltender aber trotzdem fabelhaft ablesbar ist die Heritage Diver bei Nacht.

Bei beiden Uhren sind die Stundenmarker allerdings auf das Zifferblatt aufgesetzt und haben dann auch jeweils eine Auflage aus LumiBrite – so heißt der Nachleuchtfarbstoff von Seiko. Im Dunkeln leuchtet die Masse grün nach und das extrem hell und bei beiden Modellen auch vergleichbar gut. Vielleicht hat die Samurai ein kleines bisschen die Nase vorn – einfach, weil die Marker und Zeiger mit ihren großzügigen Formen einfach eine größere Oberfläche bieten.

Seiko Samurai LumeShot Nachtansicht
Im Dunkeln leuchtet die Samurai sehr kräftig. Die großen Stundenmarker und Zeiger eignen sich perfekt für eine Taucheruhr.

Auf der unteren Zifferblatthälfte gibt es dann einen ersten schnell ersichtlichen Hinweis auf den Qualitätunterschied zwischen den beiden PADI-Modellen. Während bei der Samurai einfach PADI Automatic Diver’s 200m steht, lautet der Schriftzug bei der Heritage Diver: Automatic 3 Days Diver’s 300 m. Offensichtlich bietet das Gehäuse der Heritage Diver somit eine 50 % höhere Druckfestigkeit und ein anderes Uhrwerk mit drei Tagen Gangreserve, das wir uns dann gleich noch genauer anschauen.

Gehäuse, Wasserdichtheit & Glas

Seiko Heritage Diver PADI Special Edition
Zusätzlich zur Wasserdichtheit gibt es bei der Heritage Diver noch den Zusatz «3 Days» als Anspielung auf die 72 stündige Gangreserve.

Mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ist aber übrigens außerdem das Material des Deckglases, was bei dem günstigeren Samurai aus gehärtetem Mineralglas (auch Hardlex genannt) besteht, bei der Heritage allerdings aus deutlich kratzfesterem Saphirkristall.

Seiko Samurai PADI Special Edition
Auf dem Zifferblatt der Samurai ist die Druckfestigkeit bis 200m, also 20 bar vermerkt.

Bei den Abmessungen ist die Samurai insgesamt etwas größer als die Heritage. Sie misst 41,7 mm im Durchmesser und 12,25 mm in der Höhe. Die Abmessungen der Heritage sind entsprechend 40 mm und 13,02 mm. Allgemein kann man aber sagen, dass sich die Heritage einfach deutlich kleiner am Handgelenk anfühlt – auch wenn die Samurai sich durch die relativ kurzen Bandanstöße und das schnell abfallende Band ziemlich gut ans Handgelenk anschmiegt.

Seiko PADI Special Editions Seitenansicht
Von der Seite sind beide Seiko Diver detailverliebt verarbeitet. Die Gehäuse nehmen sich nichts.

Von der Seite sind beide Uhren auf ihre Art interessant gestaltet wobei die Samurai auch hier etwas exzentrischer wirkt. Während die Heritage Diver mit so einem Art Münzrand an der Lünette und der Krone ausgestattet ist, auch Kannelierung genannt ist das bei der Samurai in einer anderen Technik gestaltet – diese nennt man gerändelt. Bei beiden Uhren sind die Bandanstöße zudem von der Seite komplett durchbohrt, wodurch man das Band sehr leicht wechseln kann, indem man die Federstege einfach von der Seite hineindrückt.

Uhrwerke im Vergleich: 4R35B vs. 6R55A

Seiko PADI Special Editions Vergleich mit aufgeschraubtem Massivboden Uhrwerke
Vergleicht man die Formen der Platinen und Brücken ist kaum ein Unterschied zwischen den Kaliber 4R35 und 6R55 zu erkennen.

Auf der Rückseite sind beide Uhren mit einem ähnlichen Massivboden versehen unter dem sich jeweils ein Automatikwerk der Marke verbirgt. Auf den ersten Blick fällt eigentlich nur die unterschiedliche Farbgebung der Schwungmassen und der Unruh auf. In der Samurai allerdings arbeitet das Kaliber 4R35B, also das absolute Standardkaliber von Seiko. Es schwingt mit 21.600 Halbschwingungen, 3 Hertz oder 6 Ticks pro Sekunde und kommt auf eine Gangreserve von 40 Stunden. Allgemein ist es relativ vergleichbar mit dem ETA 2824 oder einem Sellita SW-200.

Es bietet durch die Magic-Lever Technologie von Seiko einen beidseitigen Aufzug und wird bei Seiko mit einer Genauigkeitsspanne von +45 bis -35 Sekunden am Tag, wobei die Uhren in der Realität aber deutlich besser laufen. Während die Schweizer Hersteller bei ihren Angaben zur Genauigkeit vom Best-Case oder dem Mittelwert ausgehen, nennt Seiko bei der Genauigkeit immer den Worst-Case. Hat wohl mit dem japanischen Ehrgefühl zu tun.

Kaliber 4R35B der Seiko Samurai
Das Kaliber 4R35B der Seiko Samurai verzichtet beinahe komplett auf Zierschliffe.

Trotzdem ist das Kaliber 6R55A aus der Heritage Diver ein Upgrade zum 4R35. Hier spricht Seiko von einem Funktionsbereich von -15 bis +25 Sekunden am Tag und besonders durch die bessere Hauptfeder aus der SPRON 510 Legierung erreicht das Werk bei der gleichen Frequenz von 3 Hertz eine Gangreserve von 72 Stunden – also 3 Tagen, was ja auch auf dem Zifferblatt entsprechend bekundet wird.

Vergleicht man außerdem die Unruh-Räder der beiden Seiko PADI Special Editions miteinander fällt auf, dass jene der Samurai deutlich größer ausfällt als bei der Heritage – und auch die Spirale scheint etwas anders geformt zu sein. Beim Antischocksystem jedoch setzen beide Uhren auf ETACHRON und auch die Platinen und Formen am Uhrwerk selbst scheinen auf demselben Layout und einer gemeinsamen Grundlage zu basieren.

Kaliber 6R55A der Heritage Diver
Dem 6R55A der Heritage Diver spendiert Seiko immerhin Genfer Streifen auf dem goldfarbenen Rotor (hier im Bild schwer zu erkennen).

Das 6R55A jedoch wird im Gegensatz zum 4R35B als antimagnetisch von Seiko ausgezeichnet – wenn auch nur bis zu einer Stärke von 60 Gauss oder 4800 Ampere/Meter. Beide Werke allerdings bieten die Möglichkeit zum Handaufzug und einen Sekundenstopp bei herausgezogener Krone. Dank dem Magic-Lever-System ist der Automatikaufzug bei beiden Werken extrem gut. Da reicht schon fast ein böser Blick, um die stehengebliebene Uhr wieder zum Laufen zu bringen.

Armband & Schließe

Seiko Samurai SRPL53K1 PADI Special Edition Wristshot
Das Gehäuse der Samurai ist nicht nur aggressiver geformt, sondern auch etwas größer als das der Heritage Diver.

Beide Uhren werden standardmäßig am Gliederband aus Edelstahl ausgeliefert und bei denen gibt es für die beiden Preisstufen offensichtlich auch den ein oder anderen Unterschied. Während das Armband der Samurai etwas mehr klappert und recht dick gebaut ist, scheint das der Heritage Diver etwas ausgefeilter und flacher zu sein, was allerdings auch der allgemeinen Designsprache zuzuschreiben ist.

Die Schließe jedoch ist bei der Heritage aus teils gefrästen und massiven Komponenten gefertigt und bietet zudem noch eine Feinverstellung mit einsprechender Rastfunktion, wodurch die Länge leicht angepasst werden kann. Einige Teile jedoch sind weiterhin aus gefalztem Blech gemacht. Das bringt uns dann gleich auch zur Samurai, die wirklich mit einer recht einfachen gepressten Blechschließe ausgestattet ist. Bei der kann man lediglich über die vier Löcher im Inneren die Größe anpassen – einen Sicherheitsüberwurf bietet aber auch sie.

Seiko Heritage Diver SPB501J1 PADI Special Edition Wristshot
Am Handgelenk wirkt die Heritage Diver SPB501J1 PADI Special Edition deutlich kleiner als die Samurai.

Bei beiden Seiko PADI Special Editions wird das Gliederband einfach durch Stifte zusammengehalten, die herausgepresst oder geschlagen werden müssen. Das ist günstiger in der Herstellung, bei den teureren Prospex-Modellen wäre ein geschraubtes System aber wirklich toll. Allgemein muss man aber sagen, dass sich die Bänder bei Seiko in den letzten Jahren deutlich verbessert haben. Massive statt hohler Glieder und immer mehr Features kommen dazu. Da ist Bewegung drin.

Seiko PADI Special Editions Armbänder mit gestifteten Gliedern (1)
Auf der Rückseite der Seiko Samurai SRPL53K1 erkennt man die Pfeile für die Einsteckrichtung der Stifte, die das Armband zusammenhalten.

Bei der Heritage ist außerdem noch ein Textilband mitgeliefert, was in einem ähnlichen Grünton wie Zifferblatt und Lünette erstrahlt und mittels einer traditionellen Webtechnik hergestellt wird, die bei Gürteln von Kimonos verwendet wird.

Fazit & Preisvergleich

Seiko PADI Special Editions Armbänder mit gestifteten Gliedern (2)
Beim Armband der teureren Heritage Diver kommen überwiegend massive und gefräste Komponenten zum Einsatz: ein klarer Qualitätsvorteil.

Die Heritage Diver kostet 1750 Euro und die Samurai 670 Euro. Das ist wirklich ein großer Unterschied und natürlich: Mehr Uhr für’s Geld gibt es bei der Samurai. Die Heritage Diver ist wirklich etwas für Enthusiasten also für Leute denen die höhere Wasserdichtheit, das Saphirglas und das genauere Werk wirklich etwas bedeuten. Vom Design allerdings wirkt die Heritage Diver etwas ausgefeilter. Der Retro-Stil ist einfach cool und die Geschichte hinter der Uhr ist ebenfalls ein Argument.

Die direkte Gegenüberstellung der Seiko PADI Special Editions zeigt, wie die Preisunterschiede innerhalb der Kollektion zustande kommen.

Text & Aufnahmen: Tobias Schaefer

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