Die Uhr des Jahres 2024Wirbelwind on/off
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Patek Philippes Automatikkaliber 324 SC (für «seconde centrale» – Zentralsekunde) ersetzte ab 2004 schrittweise das bewährte, aber etwas angestaubte Kaliber 315. Das neue Uhrwerk war zwar ebenfalls eine konservative Konstruktion, doch es konnte vom Start weg alles besser als sein Vorgänger.
Dank der höheren Schwingfrequenz von 28.800 A/h bot es einen stabileren Gang und erfüllte in Bezug auf die Ganggenauigkeit leichter die Anforderungen der Genfer Punze, die Patek Philippe damals noch verwendete. Ein größerer, effizienter übersetzter Zentralrotor kompensierte den erhöhten Energiebedarf des Schnellschwingers und sorgte für bis zu 45 Stunden Gangautonomie.
Ausgestattet mit einer Gyromax- Unruh der neuen Generation, war das Basiskaliber bei einem Einschaldurchmesser von 27 mm nur 3,3 mm hoch. In der Dreizeiger-Ausführung 324 SC dient das universell einsetzbare Automatikwerk als Antrieb nicht nur für die Nautilus, sondern auch für eine Reihe anderer Modelle aus den Linien Aquanaut und Calatrava.
Mehr noch – auch als «Motor» für verschiedene Komplikationen von der zweiten Zeitzone (324 SC FUS) über Jahreskalender mit Mondphase (324 S QA LU) und Gangreserveanzeige (324 S IRM QA LU) bis hin zum rückspringenden (retrograden) Ewigen Kalender (324 S QR) wird das Uhrwerk genutzt.
Man darf wohl ohne Übertreibung sagen, dass seit Jahren mehr als die Hälfte der produzierten Manufakturwerke von Patek Philippe die Kaliberbezeichnung 324 trägt. Die Lieferengpässe bei der Nautilus liegen in der Tat darin begründet, dass man in Genf mit der Produktion des Kalibers 324 nicht nachkommt.
Das könnte sich unter Umständen bald ändern, denn in der 2019 vorgestellten Calatrava Ref. 5212A mit Wochenkalender gab das brandneue Automatikkaliber 26-330 sein Debüt. Die Bezeichnung folgt der neuen Nomenklatur von Patek Philippe und steht für 26,6 mm Durchmesser und 3,3 mm Bauhöhe.
Es ist architektonisch direkt vom Kaliber 324 abgeleitet, aber mit zahlreichen modernen Details ausgestattet. Zu der vierarmigen Gyromax-Unruh mit Spiromax-Spirale aus Silinvar – beides bereits in der letzten Generation des 324 verwendet – gesellen sich ein im LIGA-Verfahren geätztes Sekundenrad mit federnden Zahnflanken zum spielfreien Antrieb des langen Zentralzeigers, eine Sekundenstopp-Vorrichtung sowie ein optimiertes Rotor-Aufzugssystem mit einseitiger Wirkung.
Das neue Kraftwerk wird in Zukunft als Antrieb für die Nautilus Ref. 5711 in großen Stückzahlen produziert werden und dürfte im Idealfall die angespannte Versorgungslage beim Kaliber 324 SC beruhigen. Dieses wird weiterhin in zahlreichen anderen Modellen von Patek Philippe zum Einsatz kommen. Doch als Ausrede für die stets zu knappen Produktionszahlen der Nautilus kann das 324 SC zukünftig wohl nicht mehr herhalten.
Text: Peter Braun
Die Nautilus von Patek Philippe




