Neuheiten 2022: Favoriten der Redaktion – Teil 2

Stopp mal!

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Juli 2022 Das Team von ARMBANDUHREN hat sich aus den zahlreichen Neuerscheinungen der ersten Jahreshälfte 2022 die interessantesten Trends und die schönsten Uhren ausgesucht. In Teil 2 sind die Chronographen dran.

Kurzzeitmesser üben eine große Faszination auf den Autor aus – und wie wir wissen auch unsere Leser. Ob sie nun streng instrumentell, sportlich-elegant oder eher verspielt daherkommen: Der Jahrgang 2022 hat gerade in diesem Segment einige spannende Neuheiten zu bieten. Meine vier Favoriten.


Text: Martin Häußermann


Einsatzbereit: Sinn EZM 1.1 S

Seit 25 Jahren baut Sinn Spezialuhren aus Frankfurt am Main seine sogenannten Einsatzzeitmesser. Hinter dem martialischen Namen verbergen sich funktionelle Uhren, die viel einstecken können und für Berufsgruppen konzipiert sind, bei deren Arbeit es auf perfektes Timing ankommt. Bei der Entwicklung dieser Uhren werden die professionellen Anwender miteinbezogen: Ihre Anforderungen fließen ins Lastenheft ein.

Der Sinn EZM 1.1 S ist ein technischer Leckerbissen mit Stoppsekunden- und -minutenanzeige aus der Mitte.

Los ging es 1997 mit der EZM 1, einem robusten und bestens ablesbaren Chronographen, der für eine Spezialeinheit des Zollkriminalamts entwickelt wurde. Dieser wurde nun zum Jubiläum aktualisiert und mit der Typbezeichnung EZM 1.1 S als auf 500 Exemplare limitierte Sonderedition lanciert. Das S steht für die schwarze Hartstoffbeschichtung, die auf dem vorbehandelten Edelstahlgehäuse aufgebracht wurde. Mir gefallen an der Uhr die gestalterische Strenge, die sich strikt der Funktion unterordnet, und die wirklich überragende Ablesbarkeit. Alles, was mit Zeitanzeige zu tun hat, erscheint im harten Schwarz-Weiß-Kontrast, zweitrangige Informationen wie Logos oder Datum treten optisch zurück. An einem 43-Millimeter- Boliden Krone und Drücker links zu platzieren, ist eine gute Idee. So drücken diese Elemente nicht auf den Handrücken, und man bleibt auch nicht versehentlich irgendwo damit hängen. Technisches Highlight ist das Chronographenkaliber SZ01 (Basis: Concepto) mit zentralem Minutenzähler. Der ermöglicht eine wirklich schnelle und intuitive Ablesung der Stoppzeit. Wer eine kaufen will, sollte sich schnell an ein Sinn-Depot wenden. In der Zentrale ist die EZM 1.1 S (4980 Euro) schon ausverkauft.


Der Preis ist heiß: Tissot PRX Chronograph

Die Siebziger lassen schön grüßen: Tissot PRX Chronograph.

Keine Frage, die Preis-Leistungs-Krone geht dieses Jahr an Tissot. 1495 Euro für einen Valjoux-Chronographen am Stahlband, da kann derzeit kaum eine Marke mithalten. Doch punktet die Tissot nicht allein mit einem heißen Preis, denn der PRX Chronograph hat auch Swag, wie mein jüngerer Sohn zu sagen pflegt. Damit bezeichnen 20-Jährige das, was meine Generation «stilvollen Auftritt» nennen würde. Spannenderweise spricht Tissot sowohl Sohn als auch Vater an, was einen großen Markterfolg erwarten lässt.

Der Tissot PRX Chronograph bietet solide Mechanik zum fairen Preis.

Mir hat ja schon die PRX Powermatic 80 gut gefallen, die vergangenes Jahr vorgestellt wurde. Ihr ursprüngliches Design stammt aus dem Jahr 1978, was auch eine gewisse Ähnlichkeit zur Royal Oak erklärt. Das betrifft zumindest das Gehäusemittelteil. Doch während Audemars Piguet – nach einem Entwurf von Gérald Genta – auf eine achteckige Lünette setzt, wählt Tissot einen runden Glasrand. Der rundet buchstäblich die eher kantige Uhr nach oben ab. Tissot spielt hier geschickt mit strichmattierten Oberflächen, die sich mit hochglanzpolierten Fasen und Oberflächen abwechseln. Zu dem schicken Äußeren gesellt sich mit dem Kaliber Valjoux A05.H31 ein grundsolider Antrieb, der unter einem Glasboden sichtbar wird. Den bezieht Tissot – vermutlich zu vorteilhaften Konditionen – von der Konzernschwester ETA. Das würde wiederum zumindest teilweise den heißen Preis erklären.


Der Adler fliegt weiter: Chopard Alpine Eagle XL Chrono

Luxuriöser Show-Stopper: Chopard Alpine Eagle XL Chrono.

Wenn die Väter mit den Söhnen … Bei Chopard erzählt man, die Entstehung der Alpine Eagle sei ein Generationenprojekt gewesen. Ebenso wie deren Vorgängerin St. Moritz aus dem Jahr 1980. Damals hatte Karl-Friedrich Scheufele seinen Vater Karl überzeugt, eine Stahl-Sportuhr zu bauen. Nun war der heutige Co-Präsident gefragt, sich mit den Ideen seines Sohnes Karl-Fritz auseinanderzusetzen. Jeweils bekam die jüngere Generation das Vertrauen der älteren. Was sich auszuzahlen scheint, denn die von Karl-Fritz Scheufele initiierte Alpine Eagle entwickelt sich zu einer kompletten Kollektion. Die jüngste Ergänzung ist der Stahl-Chronograph Alpine Eagle XL, der mit Stahlband (19.900 Euro) oder mit blauem Kautschukband (18.500 Euro) erhältlich ist. Er trägt nicht zufällig die Zusatzbezeichnung XL. Mit einem Durchmesser von 44 Millimetern erscheint der Chronograph sehr mächtig und mit dem Stahlband auch mächtig schwer. Gefälliges Design geht irgendwie anders, Mainstream auch – diese Uhr gefällt nicht jedem. Aber gerade das imponiert mir an Chopard. Als inhabergeführtes Unternehmen tut man eben genau das, wovon man überzeugt ist. Vor gut 25 Jahren überzeugte Karl-Friedrich Scheufele die Familie, man müsse unbedingt Manufaktur werden. Nun tickt in der Alpine Eagle XL Chrono das hauseigene Kaliber 03.05-C. Allerdings muss man – siehe oben – dafür fast 20.000 Euro locker machen. Das ist auch für einen eingefleischten Chronographen-Fan wie mich recht happig.


Neue Offenheit: Zenith Chronomaster Open

Zeigt, was er hat und was er kann: Zenith El Primero Chronomaster Open.

Die Zenith Chronomaster Sport war für mich das Uhren-Highlight des Jahres 2021. Endlich eine gleichermaßen potente wie eigenständige Wettbewerberin zur Rolex Daytona, die zwar in den Köpfen der Uhrenfans omnipräsent ist, nicht aber in den Läden. Der schnell drehende zentrale Sekundenzeiger der Chronomaster ist eine Schau. Damit kann man bei seinen Uhrenfreunden Eindruck schinden, ohne die Uhr abzulegen. Der Erfolg dieses Chronographen hat Zenith offensichtlich Mut gemacht, denn mit der Chronomaster Open kommt wieder ein Chronograph, bei dem sich auf – und jetzt auch unter – dem Zifferblatt eine Menge abspielt. Zifferblatt und Grundplatine sind teilweise durchbrochen, sodass Hemmung und Teile des Räderwerks zu sehen sind. Ein echter Eyecatcher ist das violett schimmernde Ankerrad aus Silizium.

Um etwas Ruhe ins Design zu bringen, wurde die schwarze Keramiklünette durch eine polierte Stahllünette ersetzt. Die Zehntelsekundenskala wanderte vom Glasrand auf den Rehaut. Auf der Rückseite ist das Chronographenwerk El Primero 3604 durch einen Glasboden sichtbar. Mit 39,5 Millimetern hat die Neue eine für viele Interessenten tragbare Größe. Sie ist nicht nur kleiner als die Sport (41 mm), sondern mit 9700 Euro auch einen Tausender günstiger. Nun hat der Chronographen-Fan die Qual der Wahl.

Weitere Favoriten der Redaktion


Teil 1: Materialien mit Wow-Effekt

Teil 3: Uhren fürs Verreisen

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