Made in Germany, Königstein: Botta

Moderne Zeiten

Teilen
Juli 2021. Das Uhrendesign befindet sich schon seit geraumer Zeit fest im Griff der fünfziger und sechziger Jahre. In der Tat bringt uns die aktuelle Neuheitenflut wieder einmal zahlreiche gut gemeinte Repliken von Katalogleichen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Uhrenmarken mit Geschichte beziehen sich am liebsten auf ihre Vergangenheit und zelebrieren ihre aktuellen mechanischen Armbanduhren als organische Weiterentwicklungen ihrer Oldtimer. Dabei stimmen weder Technik noch Proportionen, alles Historische ist nur noch Staffage. Hat die Uhrenindustrie im Jahr 21 nach der Jahrtausendwende wirklich nichts Modernes, auf dem man die Zeit ablesen kann, anzubieten?

Da von den sogenannten Traditionsunternehmen in dieser Hinsicht nichts zu erwarten ist, wenden wir uns an dieser Stelle einer Marke zu, die erst 1986 nach dem Verebben der großen «Quarzschwemme» die Bühne betrat. Die «Renaissance der Mechanik» gab für Klaus Botta nicht den Ausschlag zur Gründung seiner eigenen Uhrenmarke in Königstein am Taunus. Vielmehr sah der Produktdesigner in der Rückbesinnung auf handwerklich Hochwertiges seine Chance. Er produzierte mit großem Erfolg die Einzeigeruhr UNO nicht als billiges Gimmick, sondern als ein nach gestalterischen und produktionstechnischen Maßstäben wertvolles Designobjekt von hoher Qualität und bedingungsloser Nutzbarkeit. Das gut ablesbare Zeit-Instrument folgt einer Anzeigelogik, die sich dem Nutzer sofort erschließt – mit einem oder drei Zeigern auf einem Zifferblatt für 12 oder 24 Stunden. Exakt diese vier Kombinationsmöglichkeiten («Quadrologie») charakterisieren heute die Botta-Uhrenkollektion, die sieben Modelle umfasst. Den Einzeiger-Klassiker UNO gibt es mit 12- und 24-Stunden-Zifferblatt, die NOVA mit ihrem am Zifferblattrand umlaufenden, einzelnen Indexstrich komplettiert die Einzeiger-Fraktion. Mit drei Zeigern warten die der UNO verwandten Modelle TRES und TRES 24 auf, ebenso die von der NOVA abgeleitete CLAVIUS sowie die eigenständige, nach Botta-Maßstäben ziemlich konventionell gestaltete MONDO GMT.

Doch es sind nicht nur die resolut moderne Typografie, der pointierte Einsatz von Farbelementen und die konsequente Reduzierung auf das absolut Notwendige, die den Charakter der Uhren ausmachen. Es sind auch die Details wie der Zentralsekundenzeiger der TRES 24, eine kleine rotierende C-Scheibe im Zifferblattzentrum, die als Funktionsanzeige fungiert. Oder der hinter einer Schlitzmaske geführte Sekundenzeiger der CLAVIUS, der tatsächlich im Sekundentakt zu blinken scheint – weil er nur bei jedem achten Schrittchen seiner Bewegung für einen Moment ganz im Schlitz zu sehen ist. Bei der CLAVIUS besorgt ein mechanisches Uhrwerk den Antrieb. Quarzmodelle gibt es natürlich auch bei Botta, denn die fundamentale Qualität der Zeitanzeige und der Verarbeitung von Gehäuse und Zifferblättern ist vom Antrieb unabhängig. Aber den hochwertigen Zeitmessern «made in Germany» steht eine nachhaltige «Swiss made»-Uhrwerktechnik gut zu Gesicht.

Text: Peter Braun

Zum Start unserer Deutschlandreise


Special: Made in (West-) Germany

Ähnliche Artikel
Artikel teilen

Bitte wählen Sie eine Plattform, auf der Sie den Artikel teilen möchten:

Beitrag melden

    Ihr Name:

    Ihre E-Mail-Adresse

    Bitte beschreiben Sie kurz, warum dieser Beitrag problematisch ist:


    [recaptcha]

    xxx
    Newsletter-Anmeldung

    * Pflichtfeld

    ** Der HEEL Verlag erhebt Ihre Daten zum Zweck des kostenlosen E-Mail-Newsletters. Die Datenerhebung und Datenverarbeitung ist für die Durchführung des Newsletters und des Informationsservice erforderlich und beruht auf Artikel 6 Abs. 1 a) DSGVO. Zudem verwenden wir Ihre Angaben zur Werbung für eigene und HEEL-verwandte Produkte. Sie können sich jederzeit vom Newsletter abmelden. Falls Sie keine Werbung mehr auf dieser Grundlage erhalten wollen, können Sie jederzeit widersprechen. Weitere Infos zum Datenschutz: ds.heel-verlag.de