Hands on: NOMOS Ahoi neomatik 38 Datum sky

Unbeschwert durch den Sommer

September 2023. Rechtzeitig zum Sommer-Neustart nach dem überraschenden Regenabbruch suchen zwei Nomos-Modelle den Weg an den nächsten Strand, der im Falle dieser Ahoi Neomatik 38 Datum Sky über mein Handgelenk führte.

Ich persönlich bevorzuge im Sommer schweißresistente Metallarmbänder und trage in der heißen Jahreszeit im Alltag eine Taucheruhr – weil ich beim Sprung in der Baggersee auf dem Heimweg vom Büro nicht erst noch ein Versteck für meine Uhr suchen will. In den Schuhen guckt schließlich jeder Langfinger zuerst nach …

Allerdings muss ich zugeben, dass das Gewicht meiner alten Samurai mich bisweilen ganz schön nervt, und auch auf den holprigen Radwegen meiner Heimatstadt schüttelt es den Viertelpfünder an meinem linken Handgelenk mitunter schmerzhaft durch.

Das vor mittlerweile zehn Jahren präsentierte Konzept der ersten wasserdichten Nomos-"Sportuhr" Ahoi hat mich deshalb von Anfang an überzeugt: 20 bar wasserdicht reicht völlig, Atemluftvorrat muss ich keinen berechnen, und als Fahrradfahrer muss mich auch keine Drehlünette an das Ablaufen einer Parkuhr erinnern.

Mehr Sportuhr brauche ich nicht

Die jüngste Entwicklungsstufe der Nomos Ahoi begnügt sich mit 38,5 mm Durchmesser, was meinem eher schmalen Handgelenk durchaus entgegenkommt (obwohl die "normale" Ahoi mit ihren 40,3 mm auch nicht gerade ein Klopper ist). Besonders reizvoll für mich ist indes die Verwendung des großartigen Neomatik-Kalibers DUW 6101, erkennbar am Datumsfenster bei der "3". Mit nur 3,6 mm Bauhöhe ermöglicht die moderne Konstruktion außerdem ein angenehm flaches Gehäuse von unter 10 mm – trotz Saphirglasboden und 200 Meter Wasserdichtheit. Dafür steht bei Nomos übrigens der kleine Walfisch, eine Gravur am Rand des Schraubbodens.

Die wie eingangs erwähnt für alle meine Lebenslagen völlig ausreichende Wasserdichtheit wird durch eine verschraubte Krone sichergestellt. Diese lässt sich anfangs etwas fummelig am Schraubkragen ansetzen und dreht sich recht schwer im Tubus, doch das gibt sich nach ein paar Tagen der spielerischen Auseinandersetzung mit der Uhr. Zum Beispiel zeigte ich meinen Zeitgenossen gerne den roten Ring am Kronenschaft, der den Uhrenträger schon beim ersten flüchtigen Blick auf die Uhr darauf aufmerksam macht, dass die Krone nicht zugeschraubt und das Gehäuse daher nicht zuverlässig wasserdicht ist. Beim Händewaschen oder vielleicht sogar beim Plantschen im See muss da nicht gleich eine Katastrophe passieren, denn die O-Ringe im Tubus sorgen schon für eine gewisse Abdichtung. Aber sicher ist sicher.

Das moderne Neomatikwerk geht sehr präzise und erfordert nur ganz selten eine Nachregulierung, so dass man wirklich tagelang seine Ruhe hat und die Krone verschraubt bleibt. Aufziehen tut sich das Uhrwerk ohnehin von alleine.

Die Nachtablesbarkeit ist dank kleiner Leuchtindexpunkte und – für Nomos-Verhältnisse –recht breiten Zeigern mit Leuchtmasse-Einlagen ganz passabel. Allerdings bin ich von meiner altgedienten Sommertaucheruhr diesbezüglich ziemlich verwöhnt: Die strahlt kräftig bis Sonnenaufgang, während ich die Ahoi schlaftrunken ohne Nachttischlampe kaum abzulesen vermochte.

Mal was anderes: Textil

Ganz maßgeblichen Anteil am geradezu schwerelosen Tragekomfort der Ahoi neomatik 38 Datum hat das aus Frankreich bezogene, gewebte Textilband. Es mag auf den ersten Griff etwas fein und fast schon zu weich erscheinen, aber im Alltag erweist es sich doch als recht robust. Beim Schwimmen im See beschlich mich dennoch oft ein mulmiges Gefühl wegen der ungesicherten Dornschließe. Was, wenn sie einfach so aufginge? Eine Faltschließe wirkt da irgendwie beruhigend. Nach nur drei intensiven Wochen begann sich das letzte Loch im Band unförmig zu weiten, so dass ich meine Zweifel habe, ob so ein Textilband bei mir wohl einen ganzen Sommer hält. Ersatz kostet immerhin 60 Euro.

Apropos Preise: Mit 3820 Euro kostet die Ahoi neomatik 38 Datum keinen Cent mehr als die größere Ahoi Atlantik Datum mit dem älteren Kaliber DUW 5101. Vorerst gibt es die neue, modernere Version allerdings nur mit hellblauem (Sky") oder sandfarbenem Zifferblatt ("Sand"), was manchem Zeitgenossen vielleicht etwas zu modisch sein dürfte. Zum hellblauen Business-Hemd machte meine "Sky" eine gute Figur; außerdem sieht an einem sonnengebräunten Unterarm irgendwie alles ziemlich cool aus.

Ich werde sie im Winter wohl nochmal probetragen. Aber vielleicht gibt es bis dahin auch neue Zifferblattfarben.

Text, Bilder: Peter Braun

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