Eleganz in Stahl und Gold: Ikonen

Zehn Ikonen der Eleganz

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Ein dezentes Gehäuse, ein reduziertes Zifferblatt mit zwei bis drei Zeigern und vielleicht noch eine Datumsanzeige – so sollte eine klassische Dress Watch aussehen, die mit einem feinen Krokoband am Handgelenk befestigt wird. Wir haben zehn zeitlose Ikonen für Sie herausgesucht.
In der Mode geht heute ja vieles. Sogar weiße Sneakers zum Smoking habe ich bei einem Galaabend eines Schweizer Uhrenherstellers schon gesehen. Und dazu wurden dann auch wuchtige Flieger- oder Taucheruhren getragen, was nicht mehr als konsequent war. Schließlich gilt der Merksatz: Nur wer Gestaltungsregeln kennt, kann sie auch brechen. Dennoch sind wir der Meinung: Zum Anzug gehören elegante Lederschuhe und eine Dress Watch. Diese sollte sich gestalterisch nicht in den Vordergrund drängen, aber dennoch nicht langweilig sein – und auf jeden Fall mit einem guten oder auch sehr guten mechanischen Uhrwerk ausgestattet sein. Welches Gehäusematerial der Träger wählt, ist letztlich ein Frage des persönlichen Geschmacks und natürlich des Geldbeutels. Stahl ist perfektes Understatement und unterstreicht auch die Kennerschaft des Trägers. Aber auch Gold in allen Tönen oder Platin geht gut, solange die Uhr mit einem feinen Lederband kombiniert ist.

Patek Philippe Calatrava

Ob die Calatrava von Patek Philippe die Mutter aller Dress Watches ist, wagen wir nicht zu beurteilen. Ein Klassiker ist sie allemal. Ihre Wurzeln liegen in den dreißiger Jahren. Das Modell mit der Referenznummer 96, das 1932 lanciert wurde, gilt als Startschuss dieser Reihe dezenter Herrenuhren. Als die Herren vielfach noch Taschenuhren trugen, war die Armbanduhr mit Handaufzugswerk und Kleiner Sekunde der Mode letzter Schrei. Für uns ist die Calatrava das Gesicht der Manufaktur Patek Philippe. Ein schlichter, eleganter Zeitmesser mit 39 mm Durchmesser, der gleichberechtigt neben den herausragenden Großen Komplikationen steht, welche die Genfer schon geschaffen haben. Unsere aktuelle Favoritin ist die Referenz 5227R, die vom Automatikwerk 327 SC mit Zentralsekunde und Datumsanzeige angetrieben wird. An die alten Zeiten der Taschenuhr erinnert der Sprungdeckel am Boden, hinter dem das Manufakturwerk durch ein Saphirglas zu bewundern ist. Ein gut gefülltes Portemonnaie sollte der Interessent schon haben. In Weißgold kostet sie um die 30.000 Euro.


VACHERON CONSTANTIN Patrimony

In der gleichen Preisklasse spielt auch die Patrimony Automatic (ca. 27.000 Euro) von Vacheron Constantin, die seit Kurzem auch mit trendigem blauem Zifferblatt geliefert wird. Wem das zu trendig ist und wer Angst hat, sich daran sattzusehen, wählt die Golduhr in der Variante mit sandfarbenem Zifferblatt. Als Antrieb dient bei beiden das Kaliber 2450 Q6, das durch einen Glasboden zu sehen ist und mit dem Genfer Siegel punziert ist. Gelungene Proportionen (Durchmesser 40 mm, Höhe 8,5 mm) unterstreichen die Eleganz dieser zeitlosen Uhr.


PIAGET Altiplano

Und wenn wir von Eleganz und flachen Herrenuhren reden, darf die Piaget Altiplano nicht unerwähnt bleiben. Hier reden wir von einer Baureihe, die auch längst zum Klassiker geworden ist: Nächstes Jahr feiert sie immerhin schon ihren 65. Geburtstag. Dafür ist sie noch ziemlich rüstig und heimst auch noch immer im Wettbewerb um die flachste Uhr Weltrekorde ein. Doch wollen wir hier nicht Rekord-Uhren wie die Altiplano Ultimate Automatic (Höhe 4,3 mm) oder die Altiplano Ultimate Concept (Höhe 2 mm) mit Handaufzug zeigen. Sie erscheinen uns in dieser Runde zu technoid. Stattdessen haben wir die Referenz G0A31114 ausgewählt, die ja schon eine Weile am Markt ist – wohl nicht ohne Grund. Sie strahlt mit ihrem Zweizeigergesicht eine herrlich distinguierte Zurückhaltung aus, die für manche altväterlich wirkt, doch letztlich einen ganz eigenen Charakter beweist. Mit einem Durchmesser von 38 mm ist sie für heutige Verhältnisse eher klein dimensioniert, doch dank einer Höhe von 6,4 mm wirkt sie wohlproportioniert. Die vom hauseigenen Handaufzugswerk Kaliber 430P angetriebene Uhr wird derzeit für rund 16.500 Euro verkauft.


JAEGER-LECOULTRE Master Ultra Thin

Deutlich günstiger ist die ziemlich neue Master Ultra Thin Date von Jaeger-LeCoultre zu haben (ca. 7500 Euro). Was unter anderem daran liegt, dass sie in diesem Reigen eine der wenigen Stahluhren ist. Damit bietet sie unerreichtes Understatement, schließlich verfügt sie mit dem hauseigenen Automatikwerk Kaliber JLC 899/1 über einen auch in dieser illustren Runde satisfaktionsfähigen Antrieb. Dafür ist optisch Zurückhaltung angesagt. Das silberne Zifferblatt mit aufgesetzten facettierten Indexen, über das polierte Dauphine-Stahlzeiger gleiten, zeigt sich Ton in Ton mit dem abgestuften Stahlgehäuse, das mit einer Gesamthöhe von 7,8 mm aber nicht unbedingt «ultra thin» ist.


ZENITH Elite Classic

Warum die Zenith Elite lange unter dem Radar vieler ambitionierter Uhrenfreunde geflogen ist, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Vielleicht lag es an ihrem braven Design, das manchem zu zurückhaltend schien. Ganz sicher aber auch an der Kommunikation der Manufaktur, die praktisch permanent wuchtige Chronographen und historisierende Pilotenuhren auf den Schild hob. Nun haben sich die Strategen um CEO Julian Tornare eines Besseren besonnen und dieser vergessenen Heldin nicht nur eine Frischzellenkur gegönnt, sondern sie sind zudem dazu übergegangen, die feine Dreizeigeruhr auch öffentlich zu loben. Gestalterisch hat die Elite Classic tatsächlich einen großen Schritt nach vorn gemacht – ohne ihren Klassiker-Status zu verlieren. Das Manufakturkaliber Elite 670 SK ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Und die Preise sind auch akzeptabel: Die Stahlversion ist für 5800 Euro zu haben, die Variante in Roségold kostet 12.700 Euro.


BLANCPAIN Villeret Automatic

Auch wenn wir die Taucheruhren von Blancpain schätzen – die 1980 lancierte Linie Villeret ist für uns nach wie vor das Aushängeschild der Manufaktur aus Le Brassus. Brandneu ist das Modell Villeret Automatic mit 38 mm Durchmesser. Dieses Format scheint wieder im Kommen zu sein und gilt als Schlüssel zum asiatischen Markt. Die Neue ergänzt die nach wie vor lieferbare Variante mit 40 mm und trägt alle Insignien der Baureihe: ein weich gerundetes Gehäuse mit leicht gestufter Lünette, ein dezente kleine Krone sowie aufgesetzte römische Ziffern auf dem Opalin-Zifferblatt. Das schätzen Ästheten ebenso wie das automatische Manufakturwerk Kaliber 1150. Die neue Villeret ist in Stahl (8580 Euro) und in Gold (15.720 Euro) lieferbar.


BREGUET Classique Extraflach

Blancpains Schwestermarke Breguet pflegt ja gern ein etwas historisierendes Design, das wohl an die alten Meisterwerke des Gründers Abraham-Louis Breguet erinnern soll. Er war ein Genie seines Fachs, was er mit der Erfindung des Tourbillons unterstrich. Auf einen Drehgang verzichtet das Modell Classique Extraflach, das von dem Kaliber 502.3 angetrieben wird und seine Energie von einem dezentral angeordneten Mikrorotor bezieht. So gelingt eine Gesamtbauhöhe von 5,4 mm, die bei einem Durchmesser von 38 mm tatsächlich sehr schlank wirkt. Auf einen Sekundenzeiger verzichten die Schweizer, nicht aber auf ein guillochiertes Muster im Zifferblattzentrum, das die Verbindung zur eigenen Geschichte darstellt. Ob in Rot- oder Weißgold, die flache Breguet kostet rund 18.100 Euro.


PARMIGIANI Tonda 1950

Ungleich moderner als Breguet interpretiert die Manufaktur Parmigiani Fleurier das Thema der eleganten Uhren mit dem Modell Tonda 1950. Obgleich das Vorbild, wie schon der Modellname verrät, bereits 70 Jahre alt ist, erscheint die schlichte Automatikuhr sehr zeitgemäß mit ihrem reduzierten Design und Format (Durchmesser 40 mm, Höhe 8,2 mm). Wobei der Kunde das Erscheinungsbild durch die Wahl des Gehäusematerials und der Zifferblattfarbe entweder in Richtung klassisch (Roségold mit beigem Zifferblatt, 18.900 Euro) oder modern (Stahl mit blauem oder silberfarbenem Zifferblatt, 11.500 Euro) drehen kann.


A. LANGE & SÖHNE 1815

Nicht nur die Schweizer, sondern auch die sächsischen Uhrmacher von A. Lange & Söhne verstehen es, elegante Uhren zu bauen, die zu Ikonen werden. Die Linie 1815 kommt in ihrem Erscheinungsbild ungleich klassischer daher als die asymmetrisch gestaltete Lange 1. Leicht verschnörkelte Ziffern, eine Schienen-Minuterie sowie eine Zeitanzeige aus der Mitte mit thermisch gebläuten Zeigern schaffen eine harmonische Verbindung mit der Vergangenheit, ohne kitschig zu wirken. Den Einstieg in diese Modellreihe stellt die schlichte Handaufzugsuhr mit Kleiner Sekunde dar, die vom Kaliber L051.1 angetrieben wird (Weißgold, 21.900 Euro). Doch hier zeigen wir das limitierte Modell 1815 «Hommage an Walter Lange» mit Springender Sekunde, das allerdings längst ausverkauft ist. Wir tun dies aus aktuellem Anlass, schließlich wurde dem Wiedergründer der Manufaktur jüngst in Glashütte buchstäblich ein Denkmal gesetzt.


GLASHÜTTE ORIGINAL Senator Excellence

Uhrmacherische Exzellenz in klassischem Gewand haben selbstverständlich auch die Nachbarn von A. Lange & Söhne zu bieten. Und deshalb heißt die 2016 lancierte Modellreihe auch schlicht Senator Excellence, für die eigens die Automatik-Kaliberfamilie 36 entwickelt wurde, die nicht nur hervorragende Gangleistungen, sondern auch eine Gangreserve von 100 Stunden bietet. Wir schätzen das elegante weiße Zifferblatt mit aufgedruckten Indexen sowie den römischen Ziffern VI und XII, wobei es auch Varianten mit aufgesetzten Indexen gibt. Den Einstieg in diese Modellreihe stellt die Senator Excellence Panoramadatum (Stahl, ca. 9500 Euro) dar. Wir konnten es uns aber auch hier nicht verkneifen, das Highlight der Linie zu zeigen, die Senator Excellence Ewiger Kalender (Stahl 19.800 Euro, Rotgold ab 30.500 Euro). Auch wenn der Betrachter bei diesen Preisen vielleicht zunächst trocken schlucken muss: Im Vergleich zu anderen Prestigemarken hat Glashütte Original hier ein sehr attraktives Angebot.


Text: Martin Häußermann

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Special: Eleganz in Edelstahl - Immer gut angezogen

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